Prognosen 02.11.2012, 19:55 Uhr

Prognose-Software unterstützt Meteorologen, Polizei und Handel

Kaum eine Branche ist derzeit ohne neue Computeranwendungen im Bereich Prognosetechnologien. Ob Wetterdienst, Einzel- und Großhandel oder Maschinen- und Wartungsdienste – überall ersetzen oder verfeinern Computermodelle die Bauchentscheidungen. Sogar der aufziehende Herzinfarkt soll bald mit hoher Treffsicherheit erkannt werden können.

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie sich auf die Zukunft beziehen“, hat der dänische Physiker Niels Bohr einmal gesagt, und damit ein geflügeltes Wort geschaffen. In der Tat würden wir alle gerne wissen wollen, was die Zukunft für uns bereithält.

Die Griechen besuchten dazu das Orakel von Delphi und seit Jahrzehnten haben Wahrsager, Kartenleser und Astrologen Hochkonjunktur. Doch in jüngster Zeit bekommen diese Propheten der Neuzeit ernsthafte Konkurrenz, denn statt mystischer Kräfte werden für die Prognosen moderne Hochleistungscomputer und intelligente Software eingesetzt. Vor allem bei den Wetterprognosen, dem Aktienhandel und den Wahlergebnissen können komplexe Algorithmen inzwischen den Trend mit hoher Wahrscheinlichkeit ermitteln.

Prognosen: Wettervorhersagen werden präziser

Paradebeispiel aller Vorhersagemodelle ist die gute alte Wetterprognose, die inzwischen immer weiter verfeinert wird. Das heißt, die Prognosen sind präziser bezüglich ihrer örtlichen und zeitlichen Ausprägungen. Vorreiter ist man hierbei in den USA, wo es vor allem – wie jüngst beim Hurrikan „Sandy“ – darum geht, die Warnungen vor zerstörerischen Tornados und Hurrikanen zu verbessern. Derzeit lassen sich die Entstehung und der weitere Verlauf eines Tornados nur mit einer Vorlaufzeit von 14 min bis 18 min vorhersagen. Dazu setzt das nationale Wetter-Institut NOAA einen Supercomputer ein, der immerhin 73 Billionen Rechenoperationen pro Sekunde leistet. Doch demnächst sollen die Supercomputer des Oak Ridge National Laboratory genutzt werden, die rund zehnmal schneller sind. Damit – plus einer neuen Software – soll die Vorwarnzeit auf 30 min bis 60 min erhöht werden. Das wäre endlich genügend Zeit, um viele Betroffene aus der Gefahrenzone zu evakuieren.

Während die Wettervorhersage das Flaggschiff unter den Prognosemodellen ist, lassen sich inzwischen auch einfachere Prognosen auf gängigen Servern ermitteln. „Predictive Analytics“ heißt das dann. In vielen Branchen breitet sich diese Nutzung bereits lawinenartig aus.

In der Auto- und Maschinenwartung werden damit potenzielle Komponentenausfälle prognostiziert. Bei BMW setzt man beispielsweise die Text- und Datamining-Tools von IBM ein. Ursprünglich ging es nur darum, die Häufigkeit von bestimmten Reparaturen zu erkennen, doch mit der Zeit wurde das System um umfangreiche Patternanalysen erweitert. Basis dafür sind die technischen Daten aus der eigenen Produkt- und Fahrzeugdatenbank, die maschinellen Informationen, die ein Fahrzeug selbst speichert, sowie das Feedback der Händler. Damit lassen sich inzwischen teure Reparaturen oder gravierende Fahrzeugausfälle vorhersehen und durch entsprechende vorbeugende Aktivitäten vermeiden.

„Wir können heute mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob und wann ein bestimmtes Fahrzeug ausfallen wird“

„Wir können heute mit hoher Wahrscheinlichkeit vorhersagen, ob und wann ein bestimmtes Fahrzeug ausfallen wird. Meistens sind die Ursachen bereits dadurch vermeidbar, dass beim nächsten Wartungsintervall die entsprechenden Teile ausgetauscht werden. Im Extremfall können wir den Halter auch anrufen und ihm den Besuch einer Werkstatt anraten“, sagt ein Sprecher vom BMW-Forschungszentrum

Im Einzelhandel werden mit den gleichen Modellen die nächsten Modetrends, zukünftige Bedarfe und die Preistrends aufgezeigt. Versicherungen können Schadensprognosen erstellen und im Gesundheitswesen sollen diese Computerprogramme sogar einen aufziehenden Herzinfarkt oder andere gefährliche Krankheiten vorhersehen.

Auch bei der Öffentlichen Hand beginnt diese Technologie die gewohnten Abläufe tiefgreifend zu verändern. Stadtverwaltungen und die Polizei verbessern damit ihre Stauprognosen und können gegebenenfalls frühzeitig wichtige Gegenmaßnahmen ergreifen.

USA: Prognose-Software sagt der Polizei, wo und wann der nächste Raub stattfinden wird

Die Polizei scheint ein besonderes Interesse an den neuen Verfahren zu haben. So nutzen in den USA immer mehr Sheriffs diese Technologie für die Streifenplanung. Das heißt, die Software ermittelt nahezu in Echtzeit, wann, wo und was das nächste Verbrechen sein wird. Das funktioniert zwar (noch) nicht bei Mord und Totschlag, aber bei Raub, Einbruch und Diebstahl sollen die Prognosen schon recht brauchbare Ergebnisse liefern.

Rund ein Dutzend US-Städte experimentiert in irgendeiner Form bereits mit diesen neuen Verbrechensprognosen, die dort unter dem Begriff „Predictive Policing“ geführt werden. Die umfangreichsten Erfahrungen damit haben die Städte Memphis, Chicago und Santa Cruz. Offiziellen Angaben zufolge ist die Kriminalitätsrate in Memphis in den letzten sechs Jahren um 25 % gesunken. Bei den Delikten Autodiebstahl, Straßenraub und Einbruch gab es sogar einen Rückgang um stolze 40 %. 

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