Software 09.11.2007, 19:31 Uhr

Produktdatenmanagement wird zur Chefsache  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 9. 11. 07, kip – Software, die den gesamten Lebenszyklus eines Produkts darstellt, wird zum gemeinsamen Datenpool für Entwickler und Fertigungsplaner. Ein wichtiges Ziel angesichts immer kleinerer Serien – und eine zentrale Forderung von Entscheidern im Unternehmen, geht es um den Kauf eines Product-Lifecycle-Managementsystems.

Soll PLM-Software (Product Lifecycle-Management) angeschafft werden, stehen für Produktentwicklung und benachbarte Unternehmensabteilungen, die auf das Produktdatenmanagement zugreifen können, verkürzte Entwicklungszyklen ganz oben auf der Wunschliste. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des PLM-Systemhauses ECS Engineering in Neumarkt unter rund 100 Fach- und Führungskräften der deutschen Industrie.

Ganz oben auf der Prioritätenliste siedelten die befragten Fertigungsexperten auch die ganzheitliche Abbildung des Produktlebenszyklus, transparente Prozesse sowie höhere Produktqualität an.

„In einer globalisierten, kostenintensiven Weltwirtschaft bedeutet der richtige Einsatz eines PLM-Systems bares Geld für die Unternehmen“, so Peter Teckentrup, Leiter Produktentwicklung bei ECS. Ein PLM-System gelte unter Experten nicht von ungefähr als die zentrale Synchronisierungsinstanz, unter der alle Prozesse zusammenlaufen und schnell sichtbar werden.

Teckentrup: „Was aus den Ergebnissen der Marktstudie klar ersichtlich wird, ist die steigende Bedeutung einer einheitlichen Linie innerhalb der Produktentwicklungsprozesses.“ Nur so könne die nötige Transparenz bei vernetztem Engineering geschaffen werden bei gleichzeitig hoher Produkt- und Fertigungsqualität.

Zu einem Problemlöser wurde PLM-Software beim Automobilzulieferer W.P. Hydroschneide Technik, der sich auf wasserstrahlgeschnittene Türdichtsysteme spezialisiert hat. Allerdings war dieser sogenannte „Kalte Schnitt“ in der Vergangenheit von langwierigen Teach-in-Prozessen geprägt, die auf den üblichen 2-D-Konturenmodellen basierten.

Erst an der Maschine konnte so in aufwendigen Arbeitsschritten aus dem 2-D-Modell eine dreidimensionale Form erzeugt werden. Damit waren sowohl Maschine als auch Mitarbeiter verhältnismäßig lange blockiert. Dieser „Stau“ wurde per PLM aufgelöst. „Ein schnelles Änderungsmanagement war unsere Grundüberlegung bei der Entscheidung für die Lösung“, fasste Stephan Fischer, Geschäftsführer W.P., zusammen. Von den Auftraggebern erhaltene Daten können heute über das neue System ohne Systembrüche bis hin zur Maschine verarbeitet werden. Die Aufbereitung der 3-D-Konstruktionsdaten verkürzte sich nach Angaben von W.P. um 50 %.

Zu einem Problemlöser könnte auch das Zusammenspiel von PLM und Radio Frequency Identification (RFID) als schneller Kommunikation per Hochfrequenzfunk werden, wenn es um die einwandfreie Identifikation von Bauteilen und Komponenten über den gesamten Lebenszyklus geht.

Denn: „Produktkomponenten und die dazugehörigen Daten bilden lediglich in den frühen Phasen des Produktlebenszyklus, also in Entwicklung und Produktion, eine Einheit in Form eines virtuellen Produktes“, betonte Seref Erkayhan, Produktmanager und Bereichsleiter PLM beim Systemhaus Seeburger in Bretten. In den späteren Phasen des Produktlebens, also in der Fertigung, Nutzung und Entsorgung, käme es zur Trennung des physischen Produktes von seinen Daten. „Änderungen, Produktionshistorie und Qualitätsinformationen sind jetzt nicht mehr direkt verfügbar“, so Erkayhan.

An dieser Stelle könnten sich Unternehmen mit Hilfe der RFID-Technologie enormes Potenzial erschließen, hebt man in Bretten hervor. „Die Einsatzmöglichkeiten von RFID beim Zusammenführen des realen Produkts mit den ursprünglichen Produktdaten bietet enormes Innovationspotenzial“, hob der PLM-Experte hervor. Denn über die eindeutige Nummerierung auf einem RFID-Tag sei der schnelle Zugriff auf Produktinformationen möglich, die in einer IT- bzw. PLM-Lösung abgelegt wurden. E. LANGE/KIP

  • Dietmar Kippels

  • Edgar Lange

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