Neues Bezahlverfahren 12.08.2013, 15:30 Uhr

Paypal testet das Einkaufen per Gesichtserkennung

Der Bezahldienstleister Paypal testet ein neues Verfahren. Damit soll es Smartphone-Besitzern ab 2016 auch in Europa ermöglicht werden, bei Einkäufen  ihre Rechnungen allein ausgerüstet mit einer App und dem eigenen Gesicht zu begleichen. 

Bezahlen mit dem Smartphone: PayPal testet derzeit in Europa ein Bezahlsystem, bei dem die Autorisierung über Gesichtskennung erfolgt. 

Bezahlen mit dem Smartphone: PayPal testet derzeit in Europa ein Bezahlsystem, bei dem die Autorisierung über Gesichtskennung erfolgt. 

Foto: Philips

„Das ist ein weiterer Schritt auf der Reise hin zu einer Einkaufsstraße ohne Brieftaschen, wo der Kunde seinen Geldbeutel zu Hause lassen kann und stattdessen mit seinem Smartphone oder Tablet zahlt”, sagt Rob Harper, Handelschef von Paypal.

In Läden in den USA, Australien und Asien wird das neue Bezahlverfahren bereits angewendet. In Europa  testet Paypal es unter anderem in einem Café namens „Cook and Carcia“ im Londoner Stadtteil Richmond. Der Smartphone-Nutzer benötigt lediglich eine App, die er über Android, iOS oder Windows Phone herunterladen kann sowie sein Gesicht als Autorisation.

Kunden können schneller bezahlen

Für die Kunden soll das neue Verfahren eine Erleichterung im Alltag werden, die sie jedoch mit der Aufgabe der Anonymität bezahlen müssen. Im Geschäft wählt der Kunde und Smartphone-Nutzer sich im Shopsystem mit seinem Namen und Gesicht ein, die dann zur Identifikation dienen.

Richard Garcia, Chef des am Testverfahren teilnehmenden „Cafés Cook and Garcia“ ist begeistert von der neuen Möglichkeit. „Seit mehreren Monaten nutzen wir Paypals Check-in-Service und finden ihn richtig effizient.“ An der Kasse wird viel Zeit eingespart, erklärt er. Der Kunde muss beim Bezahlen nicht mehr darüber nachdenken, wie er bezahlen möchte. Er verwendet einfach sein Smartphone und bestätigt den zu zahlenden Betrag mit einem Wisch nach unten. Der Kassierer muss kein Kleingeld mehr zurückgeben. Er bestätigt die Transaktion auf seinem Smartphone. Folglich gibt es weniger Warteschlangen an den Kassen, da schneller abgerechnet werden kann. Für den Kunden soll die Nutzung des Bezahlsystems kostenlos sein. Der Geschäftsinhaber muss lediglich eine kleine Gebühr zahlen, wie auch bei anderen Bezahlsystemen.

Das Gesicht als Identifikation soll vor Hackern schützen. Denn es ist einzigartig wie ein Fingerabdruck – auch wenn es sich im Laufe der Jahre durch den Alterungsprozess verändert. Für das Erkennungsverfahren spielt das keine Rolle. Einmal als Identifikation eingegeben, bleibt es auch 50 Jahre später noch aktuell. Dieser Meinung ist auch der Sicherheitsexperte David Clemente.

Konkurrent Square

Paypal reagiert mit dem Testverfahren auf den Druck des US-amerikanischen Konkurrenten „Square“. Dieses gilt als Vorreiter beim Bezahlen mit dem Smartphone oder Tablet. Gegründet von Twitter-Erfinder Jack Dorsey ist das Unternehmen schon seit 2010 in den USA aktiv. Das Kreditkarten-Unternehmen Visa und die Kaffeekette Starbucks unterstützen das System in ihren Geschäften. In Europa ist Square bislang noch nicht aktiv. Square ermöglicht dem Nutzer, Kreditkartenzahlungen über ein Lesegerät, das am Smartphone angeschlossen ist, zu bezahlen. Inzwischen reicht auch die Nennung des Namens zum Bezahlen. 

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