Telematik 01.06.2001, 17:29 Uhr

Ohne Kompass durch dick und dünn

Urlaubszeit – Reisezeit, wer sich ohne Karte und Kompass in unbekannten Gefilden bewegt, kann was erleben, zum Beispiel eine Wanderung im Kreis – ohne es zu merken. Doch elektronische Helferlein mit Global Positioning System, kurz GPS, beginnen den klassischen Hilfsmittel, den Rang abzulaufen. Richtig ankommen mit Hightech-Touch kostet jedoch einiges.

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, eine Landkarte beim Erkunden fremder Umgebungen dabei zu haben. Ist es aber nicht: Spezialkarten von dünn besiedelten Gebieten sind schwer zu beschaffen. Es scheint sich auch nicht zu lohnen, für nur eine Wanderung auf das teure Papierwerk zurückzugreifen. Zumal auch noch Kartenlesekünste erforderlich sind.
Stattdessen vertrauen im Computerzeitalter immer mehr Wanderer und Radfahrer auf handygroße Navigationsgeräte, die viel handlicher und bequemer mit elektronischer Satelliten-Navigation eine Orientierung ermöglichen (s. Kasten „GPS“). Eine Technik, die bisher Seefahrern beim Navigieren in fremden Gewässern vorbehalten schien, wird nun auch immer häufiger von Landratten genutzt.
Um die Weltraumdaten nutzen zu können, müssen sie mit elektronischen Landkarten kombiniert werden. Das geschieht in unterschiedlicher Genauigkeit: Je mehr Detailtreue verlangt wird, je größer der Kartenbereich, umso größer ist auch der Speicherbedarf der GPS-Geräte.
Die erreichbare Positionsgenauigkeit liegt derzeit zwischen 5 m und 15 m. Weil auf Erlass des amerikanischen Präsidenten die „Selective Availability“, die die Genauigkeit künstlich auf 100 m horizontal und 150 m vertikal verschlechterte, im Mai 2000 dauerhaft abgeschaltet wurde, ist die Ortsbestimmung ohne Hard- oder Software-Veränderung auch mit älteren Geräte seitdem erheblich genauer geworden.
Trotzdem gibt es noch Unterschiede. Tatsächlich wurden am selben Ort Höhenunterschiede von bis zu 8 m angezeigt. Damit steht fest, dass die Genauigkeit der kleinen Handgeräte nur für erdgebunde Fahrzeuge ausreicht. Als Geschwindigkeitsbereich geben die Hersteller bis zu 1800 km/h an – auch dies wieder eine Frage der Genauigkeit. Sie steigt, je länger das Gerät sich an einem Ort befindet, weil es dann mehrfach die Position berechnen und ausmitteln kann.
Um Geschwindigkeit und Richtung zu bestimmen, sind mehrere Messungen erforderlich, damit der GPS-Rechner aus den Positionen und der verstrichenen Zeit die gewünschten Daten berechnen kann.
Wer es ganz genau wissen muss, nutzt mit „Differential GPS“ (DGPS) zusätzliche Korrektursignale, die von erdgebundenen Sendern ausgestrahlt werden. Sie erfordern jedoch einen weiteren Empfänger. Die Genauigkeit ist damit jedoch so gut, dass man damit Grundstücke vermessen könnte.
Das DGPS befindet sich noch im Aufbau. Erst die südliche Ostsee und die amerikanische Küste sind damit gut versorgt, am Mittelmeer gibt es erst wenige Stationen.
Weil das GPS-System weltweit anwendbar ist, liegt es nahe, auch gleich alle Erdenkarten in das Gerät zu packen. Aber – sinnvoll ist das nicht, weil darunter wegen beschränkten Speicherplatzes die Genauigkeit leidet. In der Beschränkung auf sinnvolle Gebiete zeigen sich die Meister – fordern dafür aber Anbindung an einen PC.
In der Praxis am bequemsten zu benutzen sind diejenigen Geräte, bei denen Straßen und Städte nur schematisch eingespeichert sind. Sie sind klein, handlich und nach dem Einlegen der Batterien innerhalb weniger Minuten nutzbar, in denen sie erste Ortsbestimmung vornehmen und die persönliche Einstellungen erfolgt.
Wer genauere Daten wie Sehenswürdigkeiten, Parkhäuser oder Restaurants auf dem Display sehen möchte, sollte dazu lieber die stationären Navigationssysteme im Auto nutzen. Durch CD-Rom und DVD-Rom steht hier unvergleichlich mehr Speicherraum zur Verfügung. Für diesen Test haben wir nur handygroße Geräte ausgesucht, die auch von Fußgängern oder Fahrradfahrern ohne zusätzlichen Batterieanschluss benutzt werden können.
Stromverbrauch ist ein wesentliches Manko aller Geräte: Ohne Batterien sind sie wertlos! Das große Display und mannigfache Rechenoperationen fordern ihren Tribut, so dass die kleinen AA (LR6) Mignon-Zellen oft schon nach viel zu kurzer Zeit leergesaugt sind. Einen ganzen Wandertag mit eingeschaltetem Gerät überstehen sie meist nicht. Also: Ersatzbatterien- oder Akkus einpacken.
Auch mit der Stromsparfunktion, die den GPS-Empfänger punktuell zum Aufzeichnen von Wegepunkten kurz ein- und wieder ausschaltet, ist der Energieverbrauch weiterhin vorhanden. Deshalb ist es ratsam, außer einem zweiten Batteriesatz das Gerät immer dann auszustellen, wenn es nicht benötigt wird. Problematisch ist dabei nur, dass dann auch die automatische Aufzeichnung von Punkten auf dem bis dahin zurückgelegten Weg (so genannte Brotkrumen- oder Backtracking-Funktion) außer Betrieb ist, was das Auffinden des Rückweges in unbekannter Umgebung (etwa in einem Wald) erschwert. REINHARD FRANK

Von Reinhard Frank
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