Rhythmus des Internets 23.10.2014, 09:49 Uhr

Nur reiche Länder sind rund um die Uhr online

Der Tag-Nacht-Rhythmus der Internetaktivität hängt mit der Finanzkraft des jeweiligen Landes zusammen: Nur reiche Länder sind rund um die Uhr online, haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Eine animierte Karte zeigt, in welchen Regionen Onlineverbindungen wann gekappt werden. 

Internet-Café in Vietnam: Während in wohlhabenden Ländern Router Tag und Nacht auf Empfang bleiben, nutzen Menschen ärmerer Regionen verstärkt Call-by-Call-Optionen mit einer zeitweiligen Verbindung. Nachts sinkt deswegen die Onlineaktivität deutlich. 

Internet-Café in Vietnam: Während in wohlhabenden Ländern Router Tag und Nacht auf Empfang bleiben, nutzen Menschen ärmerer Regionen verstärkt Call-by-Call-Optionen mit einer zeitweiligen Verbindung. Nachts sinkt deswegen die Onlineaktivität deutlich. 

Foto: Flickr/Yun Huang Yong

Das Internet schläft nie – zumindest global betrachtet. Irgendwo ist immer Action, werden Mails verschickt, Filme gestreamt und Websites aufgerufen. Auf einzelne Regionen heruntergebrochen sieht das schon wieder anders aus: Vor allem in Ländern mit geringem Bruttoinlandsprodukt sinkt die Onlinequote nachts und in den frühen Morgenstunden rapide. Hier schläft das Internet tatsächlich. Das haben Forscher des Information Sciences Institute der University of Southern California (USC) jetzt belegt und in einer Videokarte festgehalten.

Um den Onlinestatus der jeweiligen Region festzustellen, schickten Forscher zwei Monate lang alle elf Minuten kleine Datenpakete an 3,7 Millionen Adressblöcke, umgerechnet rund 950 Millionen einzelne IP-Adressen – sie pingten sie. Anhand der dadurch gesammelten Daten konnten sie Rückschlüsse auf die jeweilige Netzaktivität jeder einzelnen Adresse schließen.

In Europa und den USA ist das Internet tag- und nachaktiv

Es ergab sich ein aufschlussreiches Bild: Während in den USA und größten Teilen Europa das Internet tagsüber und nachts relativ ähnlich aktiv ist, schwankt die Onlineaktivität zum Beispiel in Südamerika, Osteuropa und einem großen Teil Asiens deutlich. Das dürfte damit zusammenhängen, dass in den erstgenannten Regionen Breitbandverbindungen und eine gute Netzinfrastruktur verfügbar sind und die Modems und Router auch nachts auf Empfang bleiben, selbst wenn die Computer ausgeschaltet sind.

Der Tag-Nacht-Rhythmus der Onlineaktivität hängt stark mit der Finanzkraft des Landes zusammen: Je reicher ein Land ist, desto geringer sind die Schwankungen zwischen Tag- und Nacht-Onlineaktivität.

Der Tag-Nacht-Rhythmus der Onlineaktivität hängt stark mit der Finanzkraft des Landes zusammen: Je reicher ein Land ist, desto geringer sind die Schwankungen zwischen Tag- und Nacht-Onlineaktivität.

Foto: University of Southern California

In den letztgenannten Regionen dagegen gibt es all das in deutlich geringerem Umfang: Hier nutzen die Menschen verstärkt Call-by-Call-Optionen und wählen sich jedes Mal ins Internet ein, um es nach der Nutzung wieder zu verlassen – die Verbindung wird getrennt. Internetcafés schließen ebenfalls irgendwann. Und wenn in manchen Regionen nur zu bestimmten Zeiten Strom verfügbar ist, sind die Menschen eben auch nur zu diesen Zeiten online. In aller Regel ist das tagsüber.

Animierte Karte zeigt die Internetaktivität im Tagesverlauf

Aus ihren Ergebnissen stellten die Forscher eine animierte Karte zusammen, die die Internetaktivitäten auf der ganzen Welt im Tag-Nacht-Rhythmus zeigt, verdeutlicht durch bunte Lämpchen. Dann verglichen sie diese Karte mit einer Übersicht über die jeweiligen Bruttoinlandsprodukte und stellten fest, dass der Tag-Nacht-Rhythmus der Onlineaktivität stark mit der Finanzkraft zusammenhängt: Je reicher ein Land ist, desto geringer sind die Schwankungen zwischen Tag- und Nacht-Onlineaktivität.

Die Forscher betrieben ihre Studien nicht zum Selbstzweck: Da das Internet immer wichtiger für das tägliche Leben ist, sei es notwendig, die Zuverlässigkeit des Internets zu verbessern, so der Informatikprofessor John Heidemann vom USC. Ein erster Schritt sei dabei die Messung von Netzwerkausfällen. Und um die nicht mit regulären Down-Zeiten zu verwechseln, sei es wichtig, einen Überblick über die normalen Aktivitätszyklen zu haben.

Anfang November sollen die Ergebnisse im Rahmen der diesjährigen ACM Internet Mesurements Conference in Kanada, einer Fachmesse für Messungen und Analyse des Internets, genauer vorgestellt werden. Anschließend wollen die Forscher ihre Beobachtungen fortsetzen – mit über einer Milliarde IP-Adressen.  

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