Mobilfunk 18.04.2008, 19:34 Uhr

Noch drei Betreiber in der engeren Wahl  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 18. 4. 08, rb – Der digitale Behördenfunk kommt langsam in die Gänge. Er wird durch die am 2. April 2007 gegründete Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BDBOS genannt, zusammen mit öffentlichen und privaten Organisationen aufgebaut. Doch ein Betreiber muss erst noch gefunden werden.

Das Stellenangebot war keine Sache für jedermann und auf dem Arbeitsamt nicht ausgehängt. Für den Betrieb des weltgrößten digitalen Behördenfunknetzes für 500 000 Nutzer wird ein/e Betreiber/in gesucht. Er/sie muss in der Lage sein, über 3500 Basisstationen, 65 Vermittlungsstellen und zwei Netzverwaltungszentren zu betreiben und „Verfügbarkeit und Qualität der Leistungsmerkmale des BOS-Digitalfunknetzes sicherzustellen“, so oder so ähnlich muss wohl der Ausschreibungstext gelautet haben.

Ein Neun-Punkte-Programm beschreibt die Leistungsbestandteile, und die reichen von der „Übernahme des laufenden Betriebs von der Interimsbetreiberin“ über „Technische Betriebsführung mit Netz- und Dienstemanagement“ bis zu „Sonstige Leistungen“. Der Job ist am 1. Juli 2009 anzutreten und endet am 31. Dezember 2019, sofern es keine Verlängerung gibt.

Die Zahl der Bewerbungen hielt sich in Grenzen. Acht Unternehmen sollen sich die Tätigkeiten zugetraut haben – und von dreien verspricht sich die BDBOS nun das geeignete Potenzial, so dass die nun in die engere Wahl genommen werden. „Wir dürfen während eines laufenden Verfahrens keine Aussagen über Bewerbungen machen“, so eine Sprecherin der beim Bundesinnenministerium angesiedelten BDBOS. Es soll sich um Nokia Siemens Networks, Alcatel-Lucent und um EADS/T-Systems handeln.

„BDBOS hat die Unternehmen benachrichtigt, die im weiteren Vergabeverfahren keine Berücksichtigung finden. Die Bietergemeinschaft EADS/T-Systems hat kein Schreiben von der BDBOS erhalten. Daher gehen wir davon aus, dass wir zur Abgabe eines unverbindlichen Angebots für den Betrieb aufgefordert werden“, so eine Sprecherin von EADS.

Anders bei Vodafone. „Wir bedauern sehr, dass unser Angebot offensichtlich nicht die erforderliche Akzeptanz fand“, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens. „Wir hatten sehr innovative und kostengünstige Komponenten eingearbeitet, doch offensichtlich waren die nicht überzeugend genug. Auf der anderen Seite gehört der BOS-Funk nicht zu unserem Kerngeschäft, hat also keinerlei wirtschaftliche Auswirkungen für uns. Von daher werden wir uns auch an dem öffentlichen BOS-Geschäft nicht weiter beteiligen.“

Ein Debakel wie vor drei Jahren soll es jedenfalls nicht geben. Am 18. März 2005 glaubte der damalige Bundesinnenminister Otto Schily noch, in der DB Telematik einen Generalauftragnehmer für Planung, Aufbau und Betrieb gefunden zu haben. Ein Übereinkommen scheiterte an den finanziellen Rahmenvorstellungen: 4,1 Mrd. € waren wohl vorgesehen gefordert wurden indes in einer zweiten Runde über 6 Mrd. €.

Am 28. August 2006 erteilte das Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums der Firma EADS mit Siemens als Unterauftragnehmer den „Zuschlag im Vergabeverfahren zur Beschaffung der Systemtechnik“.

Die wird nun bundesweit ausgerollt. „Die Systemtechnik kommt von EADS, die Netzplanung macht die P3 Ingenieurgesellschaft, Projektsteuerung ist Sache vom TÜV Rheinland zusammen mit Ericsson und der Ingenieurgesellschaft Nord West sowie DTEC, das Controlling ist bei BearingPoint und STF angesiedelt“, erklärte Michael Gunkel, Leiter der Abteilung Strategie der Bundesbehörde, kürzlich auf dem Berliner Paging-Kongress. „Da wir schon Basisstationen ausrollen, brauchten wir einen Interimsbetreiber, und da konnten wir EADS Secure Networks gewinnen.“

Bislang wurde eine Referenzplattform errichtet, „damit die Bedarfsträger erste Gehversuche mit der Digitaltechnik machen können“. Und das tun sie. „Wir können bereits digital von Hamburg nach München kommunizieren“, so der BOS-Spezialist.

Weitere Standorte sind Berlin, Stuttgart, Niedersachsen und Köln, wo meistens fünf Basisstationen laufen. Neue Standorte sind nicht überall erforderlich – die der öffentlichen Mobilfunkbetreiber sind oft bestens geeignet. Mit Vodafone gibt es seit dem 14. Februar einen entsprechenden Vertrag. Am heutigen Freitag soll ein weiterer Betreiber genannt werden, der seine „Sites“ für digitale Behördenfunkantennen öffnet. Die erste Transitvermittlung, das Network Management Center, befindet sich in Berlin.

Der gesamte Netzaufbau ist in rund 45 Netzabschnitte unterteilt, Planung und Ausbau laufen parallel. Bis 2010 soll alles abgeschlossen sein, zumindest „im Wesentlichen“, wie Gunkel einschränken musste. „In einem solchen Netz wird es ständig Änderungen geben müssen.“ Der Probebetrieb soll übrigens ein halbes Jahr dauern und dient zugleich als Abnahmeprozedur.

RAINER BÜCKEN

  • Rainer Bücken

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