3D-Filme ohne Brille 31.07.2013, 16:46 Uhr

Neue Technik liefert jedem Betrachter sein optimales Bild

Das 3D-TV der Zukunft haben Fraunhofer-Forscher entwickelt: Dank eines neuen digitalen Bildverarbeitungsverfahrens kann man 3D-Filme nicht nur ohne Brille schauen, sondern sich dabei auch noch bewegen, ohne dass die Bildqualität darunter leidet.

3D-TV hat heute noch viele Einschränkungen: Ohne Brille muss der Betrachter bestimmte Positionen einhalten. Fraunhofer-Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, das jedem Betrachter ein individuelles, optimales 3D-Bild bietet.

3D-TV hat heute noch viele Einschränkungen: Ohne Brille muss der Betrachter bestimmte Positionen einhalten. Fraunhofer-Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, das jedem Betrachter ein individuelles, optimales 3D-Bild bietet.

Foto: Panasonic

Wer aktuell einen 3D-Film schaut, der muss vor allem eines können: still sitzen. Wer zu weit weg sitzt, zu weit links oder rechts oder sich gar bewegt, der sieht vor allem verzerrte oder springende Bilder. Deshalb geben die Hersteller „optimale Abstände“ an für den besten Filmgenuss. Dank des neuen Bildverarbeitungsverfahrens, dass Ingenieure des Berliner Heinricht-Hertz-Instituts entwickelt haben, ist das 3D-Bild auch noch optimal bei doppelter oder nur halber Entfernung zum Fernsehgerät.

„Bisher war dies nur sehr aufwändig auf mechanischem Weg möglich“, erklärt Klaus Hopf, Gruppenleiter „Mensch-Maschine-Interaktion“ am Institut für Nachrichtentechnik des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts in Berlin. „Das neue digitale Verfahren arbeitet schneller und robuster. Bei der Entwicklung der elektronischen Variante kam uns der technologische Fortschritt bei Bildauflösung und Software zu Gute.“

Einwandfreies 3D-Bild auch bei Bewegung des Betrachters

Kern der neuen Technik ist ein TV-Gerät, das über Kameras die exakte Augenposition der Betrachter kennt. Kameras im Fernseher verfolgen kontinuierlich die Pupillen der Betrachter. Dadurch hat das Gerät die Möglichkeit, für jeden Betrachter ein individuelles, für seine Position optimiertes Bild auszustrahlen.

Möglich macht dies ein mathematischer Algorithmus, der die einzelnen Sub-Pixel des Bildschirmes ständig neu berechnet, sobald sich der Nutzer auch nur einen Millimeter bewegt. Auf diese Weise liegen zwischen dem linken und dem rechten Auge zusätzliche Bilder. Der Betrachter kann sich so nicht nur vor und zurück, sondern auch seitlich bewegen, ohne das Zerrbilder entstehen oder die Optik zwischen einzelnen 3D-Ansichten hin und her springt.

Mehr Bewegungsfreiheit bei 3D-Filmen ohne Brille

Die neue Technologie bietet viele verschiedene Ansichten an, so dass mehrere Personen gleichzeitig einen 3D-Film ohne Brille anschauen können. Bis zu fünf Personen können gleichzeitig in einem Abstand von 30 Zentimeter 3D-Inhalte sehen, ohne dass die Bildqualität beeinträchtigt wird.

Die neue Technologie ist für so genannte Multiview-Fernsehgeräte einsetzbar. Diese verfügen über ein Display, das eine Vielzahl verschiedener Ansichten anbieten kann, so dass mehrere Nutzer 3D-Filme ohne Brille erleben können.

Neue Technik wird auf der Berliner IFA vorgestellt

Natürlich hoffen die Forscher, dass die neue Technik nicht nur im Labor funktioniert, sondern in die Wohnzimmer einzieht. Deshalb wird das Verfahren auf der Berliner IFA vom 6. bis 11. September am Fraunhofer-Stand im TecWatch Forum vorgestellt (IFA TecWatch, Halle 11.1, Stand 21).

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