Software 14.02.2003, 18:23 Uhr

Neue Software optimiert die Krisenlogistik

In unvorhersehbaren Krisenfällen ist schnelles, professionelles, vor allen Dingen aber abgestimmtes Handeln gefragt. Die Zusammenarbeit von Sicherheits- und Rettungsdiensten muss reibungslos funktionieren. Content Management Systeme können helfen, die Reibungspunkte zu entdecken und zu beseitigen.

Die Tage im Februar 1999 haben danach gerufen unserer Ohnmacht gegenüber der Natur etwas entgegenzustellen – nicht ohne Respekt für die Natur, aber mit dem Bemühen, alles menschlich Mögliche dagegenzusetzen.“ Werner Senn sind seine Gefühle bei der folgenschweren Lawinenkatastrophe im österreichischen Galtür heute noch präsent, damals war er Einsatzleiter und musste die Folgen bewältigen.
Innovative Technologien werden das Auftreten von Krisen und Katastrophen sicher auch in Zukunft nicht verhindern können. Ziel der verantwortlichen Institutionen kann es deshalb nur sein, durch eine möglichst perfekt vorbereitete Infrastruktur im Falle des Falles den Verlust an Menschenleben sowie Schäden an Sachgütern so gering wie möglich zu halten.
Eine Schlüsselrolle, da sind sich die Experten aus Sicherheits- und Rettungsdiensten einig, spielt dabei eine professionelle Informationslogistik. „Bei allen Katastrophenszenarien, so unterschiedlich sie auch sein mögen, gibt es einen vergleichbaren Bedarf an die Bereitstellung von Informationen“, erklärt Ralph Kissner, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Six GmbH. Der Echterdinger Softwarehersteller bietet auf Basis seiner Content Management Software SixCMS ein dediziertes System für das Katastrophenmanagement an.
Seine Feuertaufe erlebte das Katastrophenmanagementsystem kürzlich anlässlich der Katastrophenübung „Cosmos“ in Tirol, bei der ein Satellitenabsturz mit Austreten von Radioaktivität simuliert wurde. „Es gab weniger Telefonate und Funkverkehr, weniger Zettelwirtschaft, weniger Rückfragen und Unklarheiten und eine bessere Koordination der beteiligten Einsatzorganisationen. Darüber hinaus wurde der Ablauf der Übung automatisch lückenlos protokolliert“, erläutert Werner Senn den Effekt der neuen Software.
Zum Einsatz kam bei „Cosmos“ das vom Alpinen Sicherheits- und Informationszentrum (ASI) Tirol auf Basis von SixCMS weiterentwickelte und den regionalen Bedürfnissen angepasste System Esis (Einsatz- und Informationssystem).
Das SixCMS Katastrophenmanagement bietet für genau die Aufgaben des Katastrophenmanagements bereits vorkonfigurierte Bereiche für verschiedene Krisenszenarien. Unterschiedlichste Zielgruppen wie Hilfstrupps, Blaulichtorganisationen, aber auch Presse und Öffentlichkeit müssen im Fall der Fälle schnell und präzise informiert werden. Informationen aus verschiedenen Quellen werden dazu an unterschiedlichsten Orten erfasst und an die Einsatzleitung weitergegeben. Genaue GPS-Koordinaten der vor Ort befindlichen Bergungsteams zählen ebenso dazu wie etwa freie Belegbetten in regionalen Krankenhäusern. In der Einsatzzentrale werden die einlaufenden Informationen dann gebündelt, ausgewertet und die gewonnenen Erkenntnisse bzw. die daraus abgeleiteten Entscheidungen über definierte Kanäle kommuniziert.
Die vorhandenen Strukturen werden durch aktuelle Informationen wie etwa Angaben über regional vorhandene Einsatzkräfte oder Kartenmaterial ergänzt. Verteiler, Abläufe und spezifische Anforderungen können dann flexibel aufgesetzt und nach Bedarf erweitert werden.
Das System kann entweder „stand-by“ in potenziell gefährdeten Orten wie Wintersportgebieten, bei Massenveranstaltungen oder auf Flughäfen, alternativ aber auch an unabhängiger Stelle weitab vom Katastrophenort zum Einsatz kommen. Der Zugriff und die Bedienung erfolgt mittels Browser und Internettechnologie.
Viel Wert legte Six nach eigenen Angaben auf eine einfache Handhabung. „Die Datenerfassung und Bedienung muss so einfach sein, dass sie selbsterklärend ist und auch in größter Hektik funktioniert“, so Ralph Kissner.
Das Spektrum der Zielgruppen für den Einsatz von Katastrophenmanagementsystemen ist nach Angaben von Ralph Kissner breit gefächert. Behörden, Regionen und Länder zählen ebenso dazu wie Sicherheits- und Rettungsorganisationen. Interessant dürften derartige Produkte allerdings in zunehmendem Maße auch für privatwirtschaftliche Großunternehmen, beispielsweise aus der Energiewirtschaft (Kraftwerksbetreiber), der Chemie- und Pharmabranche oder der Lebensmittelindustrie sein.
SIEGFRIED DANNEHL

Von Siegfried Dannehl

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