Messen 13.03.2002, 17:33 Uhr

Neue Prozessoren, neue Standards, neue PCs

Chip-Weltmarktführer Intel investiert auch in der Rezession kräftig in Forschung und Entwicklung. Auf dem Intel Developer Forum (IDF) im Februar angekündigt, wurden jetzt zur CeBIT neue Xeon-Prozessoren für Multiprozessorsysteme präsentiert.

VDI nachrichten, Hannover, 15. 3. 02 –

Wir müssen unseren Weg aus dieser Rezession mit neuer Technologie und neuen Produkten herausfinden“, eröffnete Intel-CEO Craig Barrett am 25. Februar das Intel Developer Forum 2002 in San Francisco. „Wenn es je eine Zeit gab, die Technologiekurve noch schneller auszufahren, dann ist es jetzt.“ Intels Vice-President Mike Splinter transportierte diese Botschaft nach Deutschland und präsentierte sie am Vortag der CeBIT der versammelten Presse.

Für Intel gibt es, in allen Krisen und bei allen kostspieligen Schlappen in der Produktstrategie, immer nur das Eine: die Zukunft. Nach zehn Boomjahren, so Barrett in San Francisco, habe der Dotcom-Schock und das Über-Investment in die Telekom-Märkte, die Chipumsätze im letzten Jahr um 35 % abstürzen lassen. Trotzdem: Das Beste stehe noch bevor. Splinter in Hannover: „Im Jahr 2001 und 2002 zusammen werden wir mehr als 20 Mrd. Dollar für Fertigung und F&E investieren.“

Wie die vorhersehbare Zukunft der Desktop-PCs mittelfristig aussieht, demonstrierte auf dem IDF Intel-VP Louis Burns mit dem Pentium 4 „Prescott“. Er ließ ihn auf offener Bühne herauftakten auf 4 GHz. Beifall auf allen Plätzen. Auf der CeBIT legte der Chip dann noch einen drauf: Bei 4,107 GHz wurde die Demo beendet – ohne Absturz. Ende 2003 soll das Routine sein. Das wäre gleichzeitig Intels Übergang zum nächsten Geometrie-„Node“ von 90 nm. Heutige Pentiums, wie der eben angekündigte „Prestonia“ in 130 nm, laufen mit 2,2 GHz. Auch das ein Rekord. Realistischer Ausblick für 2003: PCs mit Taktfrequenzen um 3 GHz. Es tut sich was.

Auch im Bereich der Server. Hier will Intel mit der gewitzten „Hyper-
threading“-Architektur für den
Pentium 4 Xeon MP („Prestonia“) punkten. Der auf der CeBIT präsentierte Chip bringt zwar nur 32 bit auf die Waage, aber mit einer trickreichen Software spiegelt er zwei „logische“ Prozessoren vor und erzielt durch deren zeitoptimierte Verschachtelung Leistungssteigerungen zwischen 30 % und 80 %.

Diese Strategie schafft eine billigere Kategorie von 32-bit-Servern. Sie laufen statt mit Unix auch mit Windows oder Linux. Damit nicht genug: Hyperthreading soll auch bald in Highend-Desktops Eingang finden, zunächst in die Engineering-Workstations. Wege zur Lebensverlängerung der 32-bit-Architekturen – überlappend zum zögerlichen Anlauf in die Welt der 64-bitter wie den ersten „Itanium“ und den neuen „McKinley“. Der soll Mitte des Jahres lieferbar sein. Das Gleiche gilt für das „mobile Computing“ mit Notebooks und PDAs. Dazu ist der Pentium 4 M (mit 1,7 GHz Takt) ausersehen. Er soll noch in diesem Quartal erscheinen.

Damit lassen sich fabelhafte Sachen machen: etwa die softwarebasierte Dekodierung von digitalen HDTV-Signalen auf PCs. Unter den ersten Notebooks mit dem Pentium 4 M ist Dells Inspiron 8200. Compaq und Toshiba sind dicht auf. Das schafft ab sofort eine attraktive Highend-Klasse von PCs, mit 60 GByte Festplatte und DVD.

Ab 2003 aber soll das gesamte Feld der 32-bit-Intel-PCs mal wieder grundlegend aufgemöbelt werden. Eine neue, Absatz fördernde PC-Generation steht bevor. Nicht nur mit dem heutigen „Prestonia“ und dem Nachfolgetyp „Prescott“, sondern mit einem neuen, batteriefreundichen Core-Design namens „Banias“. Mit Banias will Intel noch leichtere (2000 g) und flachere (30 mm) Notebooks ermöglichen, mit Bluetooth und drahtloser IEEE-802.11-Vernetzung. Von neuen, eleganteren Formen à la Apples i-Mac erwarten die PC-Strategen neue Kaufimpulse.

Auch in der Systemauslegung der Xeon-PCs puscht Intel neue Standards. Mit dem E7500 („Plumas“), einem Chipset zur breitbandigen Anbindung des Speichers an den Prozessor, vollzieht Intel, vorläufig oder längerfristig, die Abkehr von der favorisierten Rambus-Speicherarchitektur. Sie war den Anwendern zu kostspielig. Jetzt sind wieder die DDR-SDrams angesagt. Der 400-MHz-Systembus des E7500 ermöglicht beim Speicherzugriff
3,2 GByte/s. Auch das ist Avantgarde. Denn im Moment migrieren die PC-Hersteller vom 266-MHz- zum 333-MHz-Bus. Erste DDR-333-Platinen sind gerade auf der CeBIT zu sehen.

Eine ähnliche Debatte bahnt sich mit Intels Entwurf des 3GIO-Interface an. Das soll den alten PCI-Bus ablösen. 3GIO (dritte Generation I/O) arbeitet seriell. Die Chips brauchen also weniger (parallele) Anschlüsse. Das spart Platz. Und 3GIO bietet die sechsfache Bandbreite gegenüber PCI-X (1,1 GByte/s). In die gleiche Richtung zielt die Serial-ATA-II-Spezifikation zum Anschluss externer Speicher: Die klobigen Flachkabel können entfallen.

Andere Themen des IDF in Stichworten: die „XScale“-Netzwerkprozessoren PXA250 und 210 auf ARM-Kernen der fünften Generation, für eingebettete Systeme in künftigen Handys. Oder drahtlose Sender zur Vernetzung aller Systemkomponenten, Produkte und Applikationen, irgendwo in einer Ecke auf jedem Chip integriert. Totale Vernetzung, totale Kontrolle. Intels Cheftechnologe Pat Gelsinger nennt das, nicht unwitzig, „Intel Free Radio“. W. SCHULZ/jdb

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