Mobilfunk 08.02.2002, 17:32 Uhr

Multimediale Grüße aus fernen Landen

SMS ist heute, der MMS gehört die Zukunft. Doch die ist nicht mehr allzu fern. Geht es nach einigen Netzbetreibern wie Vodafone, dann sollen die multimedialen Nachrichten schon ab Mitte des Jahres von Handy zu Handy geschickt werden können.

Wetter super, tolles Hotel, 1a Pool“: Wer künftig den Lieben daheim die Basisdaten aus dem Mallorca-Urlaub übermitteln will, muss sich nicht länger auf dürre Worte beschränken. Mit dem Multimedia-Messaging Service (MMS) sausen – auch ohne UMTS – bewegte Bild- und Tonnachrichten von Handy zu Handy. Vodafone will als erster Netzbetreiber eine europaweite Lösung anbieten und hat jüngst Ericsson mit dem Aufbau der Infrastruktur beauftragt.

Über Geld schweigen sich beide Geschäftspartner aus. Zwar liege das Volumen pro nationalem Netz unter der Milliarden-Euro-Grenze, sei aber „in der Summe über alle Netze und bei steigendem Bedarf und steigendem Ausbau dennoch ein wichtiger Auftrag“, formuliert Jens Kürten, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Ericsson.

Vodafone (100 Mio. Kunden in 28 Ländern) will MMS ab Ende 2002 zunächst in Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien möglich machen weitere Länder folgen. D2-Kunden sollen bereits Mitte des Jahres MMS nutzen können. Voraussetzung für europaweites MMS-Roaming (Mobiltelefonie zwischen verschiedenen nationalen Netzen) ist ein funktionierendes GPRS-Roaming, das Vodafone bereits jetzt in den meisten seiner europäischen Netze anbietet.

Bei GPRS – paketvermittelter Mobiltelefonie – zählt die Datenmenge, nicht die Verbindungsdauer. Das macht Always-on-Verbindungen und Nachrichten-Push möglich, bei denen die MMS, wie heute bereits die Kurztextnachricht SMS, direkt aufs Endgerät geschickt wird, ohne dass der Empfänger selbst etwas dazu tun muss.

Typischerweise werden MMS-Nachrichten kleine Sequenzen mit Bild-, Ton- und Textinhalten sein, deren Ablauf vom Absender vorgegeben wird und die sich der Empfänger wie einen kleinen Film anschauen kann. Geschrieben werden MMS mit der XML-basierten Sprache Smil (erinnert an das englische smile, „lächeln“) und angeschaut mit einem von Oratrix entwickelten Player, der GRiNS heißt.

Die Nachrichtenlänge, so erläutert Ericsson, sei im Prinzip nicht begrenzt das Unternehmen rechnet mit einem Kapazitätsausbau auf zunächst 50 kByte, dann 100 kByte. Wichtig sei, dass die Nutzer die technischen Empfangs- und Darstellungsmöglichkeiten ihres Endgerätes sowie ihre Wünsche zu Umfang und möglichen Kosten für den Empfang von MMS-Nachrichten den zentral im Netz sitzenden MMS-Centern übermitteln könnten (voraussichtlich per WAP oder Internet) – allein dies stelle hohe Anforderungen an die Leistungsfähigkeit dieser Center.

Sein erstes MMS-Center hat Ericsson im September 2001 vorgestellt. Die Schweden liefern Testsysteme seither „an Dutzende“, so Sprecher Jens Kürten, von Netzbetreibern aus. Für den aktuellen Marktführer Ericsson begründet das die Hoffnung auf weitere Aufträge – vor Konkurrenten wie Nokia, Siemens, Alcatel, Nortel oder Lucent. Doch auch die Wettbewerber schlafen nicht. So hat kürzlich der internationale Service- und Technikspezialist CMG verkündet, Netze der norwegischen Nortel und der schwedischen Telia auszustatten. CMG gehört wie Comverse, Logica, Motorola, Nokia, Siemens und eben Ericsson zu den ersten Firmen, die sich auf den MMS-Standard einigten.

MMS benötigt WAP-Browser als Trägertechnologie. Allerdings taugen Browser der heutigen Version (1.x) noch nicht für die Multimedia-Zukunft. Man benötigt spezielle grafische Benutzeroberflächen. Diese werden erst durch die WAP-Version 2.0 unterstützt. Mitte letzten Jahres wurden vom internationalen WAP-Forum, in dem Netzbetreiber, Softwareunternehmen und Handy­hersteller organisiert sind, die Spezifikationen festgelegt.

Und die Endgeräte für das neue, mobile Multimedia-Europa? Soll es auch bald geben. Nokia zum Beispiel will in diesem Jahr bereits die Hälfte, 2003 alle seine neuen Handys MMS-fähig machen. THOMAS FINKEMEIER

Themen im Artikel

Stellenangebote im Bereich Softwareentwicklung

Pixida-Firmenlogo
Pixida Functional Owner – Digital Services und Connected Devices (m/w/d) München
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Softwareingenieur (m/w/d) ASPICE für Entwicklungsprozesse Weissach
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Jungheinrich Aktiengesellschaft Embedded Softwareentwickler (m/w/d) Norderstedt
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG IT Security Expert (m/w/d) Digital Workplace Weilimdorf
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Embedded Software Developer (w/m/d) Böblingen
DIgSILENT GmbH-Firmenlogo
DIgSILENT GmbH Ingenieur Elektrotechnik (w/m/d) Anwendungsentwickler C++ Gomaringen
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Service-Experte (w/m/d) Data-Streaming Weilimdorf
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Requirements Engineer Bereich Kombiinstrumente (m/w/d) Böblingen
A. Eberle GmbH & Co. KG-Firmenlogo
A. Eberle GmbH & Co. KG Techniker / Ingenieur im Bereich Power Quality (m/w/d) Nürnberg
DMK Deutsches Milchkontor GmbH-Firmenlogo
DMK Deutsches Milchkontor GmbH PLC Software Engineer (m/w/d) Anlagentechnik Lebensmittelproduktion Georgsmarienhütte

Alle Softwareentwicklung Jobs

Top 5 IT & T…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.