Internet 24.12.1999, 17:23 Uhr

Multimedia bis ins Kinderzimmer

PC-gestütztes Lernen, Multimedia und Internet, entscheiden maßgeblich über den Erfolg heutiger Schülergenerationen im Berufsleben. Davon ist Jürgen Rakow, Vorstandsvorsitzender der Vobis Microcomputer AG, überzeugt. Sein Gastkommentar ist ein Plädoyer für sinnvollen PC-Einsatz im Kinderzimmer.

In der Hardware-Branche ist viel die Rede von immer schnelleren Prozessoren, immer größeren Speicherkapazitäten, immer kürzeren Zyklen, in denen neue Rechnergenerationen auf den Markt kommen. Ein Thema, das selbstverständlich direkte Auswirkungen auf den PC-Einzelhandel und sein Sortiment hat. Darüber vergessen wir leicht die gesellschaftspolitische und soziale Dimension der Diskussion. Rechner zu besitzen und damit umgehen zu können, entscheidet schon heute über Erfolg oder Misserfolg im Beruf und damit im Leben. Der fehlende Internetzugang, mangelhaftes Wissen über multimediale Arbeitswerkzeuge oder gar Angst vor der Technik wird für die heranwachsende Generation die Weichen stellen, und der weitere Werdegang ist vorprogrammiert.
Hier sind alle gefragt zu handeln. Die Politiker, die unser Bildungssystem bestimmen, und die Lehrer in den Schulen müssen sich verstärkt mit den neuen Medien auseinander setzen, ebenso natürlich die Eltern zu Hause. Wachstum und Wohlstand hängen heute maßgeblich vom zielgerichteten Umgang mit Informationen ab. Die Flut von Informationen zu Wissen umzuwandeln, ist eine Kunst, die Kinder heutzutage gar nicht früh genug erfahren und erlernen können. Internet und multimediale Anwendungen prägen schon heute weitgehend unser privates und berufliches Leben. Der Umgang damit wird immer mehr zur Normalität.
Dieser Entwicklung tragen Projekte, wie das schon lange ins Leben gerufene „Schulen ans Netz“ oder Aktionen, wie „Eltern for family“, an denen sich Vobis ebenfalls beteiligt, bereits Rechnung. Kinder auf das Leben in der Informationsgesellschaft vorzubereiten, ist als wichtige Aufgabe von der institutionell staatlichen Seite und von Eltern erkannt worden. Wir als Handelspartner unterstützen die Erwachsenen bei der Auswahl der Geräte und bieten ein entsprechendes Portfolio in unseren Läden an.
Denn, nur wer über eine angemessene technische Ausrüstung verfügt und die entsprechenden Techniken beherrscht, kann sich letztendlich in der Wissensgesellschaft erfolgreich positionieren. Eine weitere wichtige Bedingung, die wir nicht vergessen dürfen, ist die vernetzte Infrastruktur – eine Notwendigkeit, die wie die anderen beiden Punkte an unseren Schulen zum Teil nur sehr rudimentär vorhanden sind. Auch Ausbilder, gerade in kleineren Unternehmen, sind meist hoffnungslos überfordert, den Computer und das Internet zur Wissensmaximierung einzusetzen. Von der fehlenden anwendungsorientierten Bildungssoftware ganz zu schweigen. Wo Ausbildungsstätten und ihre Lehrenden der Technik hinterherlaufen und selber wieder zu Lernenden werden, müssen Eltern die Herausforderung annehmen und ihren Kindern eine Plattform bieten, die individuelles Lernen und eine Weiterbildung in Schule und Beruf fördert.
Wir vom Handel unterstützen und sponsern Ausbildungen durch eigene Aktionen und Gewinnspiele, wie beispielsweise „Train Your Brain“. Hier werden Anreize geschaffen, sich mit diesem Thema instensiv auseinander zu setzen. Der PC mit den entsprechenden Softwaretiteln für Education und Edutainment ist eine Investition in die Ausbildung der Kinder und immer mehr Grundvoraussetzung für den Berufseinstieg. Außerdem: Nur Eltern und Kinder, die über Chancen und Herausforderungen der digitalen Welten aufgeklärt sind, haben die Möglichkeit, verantwortlich mit etwaigen Gefahren umzugehen – genauso wie im realen Leben auch.
Nach wie vor zeigen sich in Deutschland im internationalen Vergleich deutliche Defizite bei Kindern und Schülern im Umgang mit elektronischen und multimedialen Informationsquellen. Während in Wissenschaft und Forschung die Nutzung von Computern und Computernetzen schon seit Jahren Einzug gehalten hat, ist der sinnvolle Einsatz vom World Wide Web, von kommerziellen Online-Diensten oder CD-Roms in deutschen Kinderzimmern und Schulen eher selten anzutreffen.
Worin sollte nun der Unterschied zwischen privatem Engagement bei Eltern und Verwandten und den staatlichen Bemühungen am Ausbildungsort Schule liegen? Sicherlich macht es wenig Sinn, dass Lehrer ihre Schüler einfach vor den Computer setzen und mit Lernprogrammen arbeiten lassen. Hier müssen andere Fähigkeiten geschult werden, wie über das Web Bibliotheken aufzusuchen oder sich umfassend Informationen zu beschaffen. Andere Schlagwörter, die mir in diesem Zusammenhang einfallen, sind Briefpartnerschaften per E-Mail oder Nachhilfe im Internet. Anders dagegen sieht es zu Hause aus: die Situation, die wir zurzeit aktiv fördern mit unseren Aktionen im Handel. Unterstützt von Eltern, Geschwistern und Freunden, in Ausnahmefällen auch von einer pädagogischen Hotline betreut, lernen Kinder von klein auf, interaktive und multimediale Lernprogramme zu nutzen. Dazu gehören unserer Meinung nach sämtliche Übungs- und Trainingsprogramme. Vom Fremdsprachenprogramm, das sogar die Aussprache überprüft, über den Vokabeltrainer, der den Lernerfolg kontrolliert, bis hin zum Mathepauker, der die Schüler rund um Algebra, Arithmetik und Geometrie trainiert. Der selbstverständliche Umgang mit dem Computer nimmt Kindern nicht nur Angst vor der Technik – die sowieso meist tiefer bei den Eltern verankert ist -, sondern fördert auch Kreativität, Teamgeist und Eigeninitiative.
Was ist gefordert? Auf der einen Seite ausreichend leistungsfähige PCs in Haushalten mit Kindern und in den Schulen und auf der anderen Seite themenspezifische Weiterbildungsangebote für die Internetnutzung. Staatliche Stellen und Eltern haben gemeinsam die Aufgabe, Kinder auf die Informationsgesellschaft vorzubereiten. „Internet für alle“ darf keine Vision bleiben, sondern muss Realität werden.
Gehen wir zum Abschluss einen Schritt weiter von der Schule zur Universität oder Fachhochschule, wird die Informationstechnologie auch hier Lernformen von Grund auf ändern. Neue Formen der Fernlehre werden das so genannte Präsenzstudium ergänzen und zum Teil sogar ablösen. Virtuelle Lernwelten und Bildungsangebote im Internet werden entstehen und wiederum gänzlich neue Möglichkeiten des individuellen Lernens und der Zusammenarbeit im Web fördern. Untersuchungen sagen schon heute multimedialen Lernformen größere Erfolge voraus als den traditionellen Lehrmethoden. Der Trend ist absehbar, und je früher Lernende zu Hause, in der Schule oder im beruflichen Umfeld darauf vorbereitet werden, umso sicherer ist ihnen der persönliche Erfolg. JÜRGEN RAKOW
Vobis-Vorstand Jürgen Rakow zum PC-Einsatz im Kinderzimmer: „Wo die Lehrenden selbst wieder zu Lernenden werden, müssen Eltern die Plattform schaffen.“

Ein Beitrag von:

  • Jürgen Rakow

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