Kommunikation 26.03.2010, 20:45 Uhr

Motorbauteile kommunizieren jetzt per RFID  

Hohe Temperaturen und raue Industrieumgebung schränkten den Einsatz von RFID (Radio Frequency Identification) bei metallischen Bauteilen bislang stark ein. Inzwischen aber gibt es Lösungen, die Tags sogar unter Extrembedingungen, etwa im Motorraum, einzusetzen. Auch für die Lagerhaltung stehen neue, vielversprechende Systeme bereit – wie die Hannover Messe 2010 vom 19. bis zum 23. April zeigen wird. VDI nachrichten, Düsseldorf, 26. 3. 10, kip

Die Herausforderung, Transponderchips auf metallischen Untergründen zu nutzen, bewältigt ein RFID-Label von Schreiner LogiData, München, das wie eine Fahne senkrecht zur Metalloberfläche aufgestellt wird. „So lassen sich selbst beim Einsatz auf massiven Metallbauteilen Schreib- und Lesereichweiten von bis zu 2 m erreichen“ betonte Oliver Pütz-Gerbig, Leiter Business Development RFID.

In der Hochtemperaturversion funktioniert dies sogar in einer Umgebung von bis zu 200 oC. Auch bei aggressiven Chemikalien oder im Lackbad ermöglicht das Label jetzt Kraftfahrzeugherstellern die Karosserien durchgängig zu markieren. Einen ebenso intelligenten, wenn auch anderen Weg geht die jüngste Innovation von Schreiner: das RFID-on Metal-Label in UHF-Technologie. Statt Distanz von der Metalloberfläche zu halten, um potenziell störende Einflüsse zu minimieren, nutzt dieses Label den metallischen Untergrund als Hilfsantenne.

„Realisiert wird das durch ein spezielles Antennendesign, das eine Kopplung zwischen Label und Metallfläche ermöglicht“, verdeutlichte Pütz-Gerbig. Bisher waren nur vergleichsweise teure, sogenannte Hardtags für den Einsatz auf metallischen Untergründen geeignet. Besonders der Automobilindustrie eröffne das Hightech-Label völlig neue Möglichkeiten, so die Entwickler in München.

Hier agiert Mercedes-Benz, Stuttgart, ganz vorn an der Entwicklungsfront. Erstmalig wurde jetzt ein Fahrzeug mit On-board-RFID-Technik ausgerüstet: Um Erprobungsfahrzeuge zu dokumentieren, hat Mercedes 58 metallische Teile im Motorraum eines C-Klasse-Modell mit RFID-Transpondern versehen – und dies zum Teil auch an heißen Stellen des Aggregates. So lassen sich jederzeit im Motor verbaute Teile über installierte Antennen und Lesegeräte berührungslos identifizieren und es herrscht voller Durchblick im Entwicklungs- und Qualitätssicherungsprozess. „Der gläserne Prototyp kann so den Erstaufbau der Erprobungsfahrzeuge sowie deren Umbauten jederzeit, sofort und an jedem Ort dokumentieren, mit den Dokumentationssystemen abgleichen und wenn notwendig korrigieren“, erklärte dazu Projektleiter und Mitarbeiter der Daimler-Forschung, Michael Patocka.

Neue Software macht spezielle Antennen und Lesegeräte überflüssig

Die 7iD Technologies GmbH, Graz, wiederum hat die erste hardwareunabhängige RFID-Lösung für die Richtungserkennung entwickelt. „Die Idee ist entstanden, weil uns die im Markt verfügbaren Hardwarelösungen in der Anschaffung und in der Installation zu teuer waren“, sagte Gerhard Gangl, Geschäftsführer der 7iD. „Deshalb haben wir einen Softwarealgorithmus entwickelt, der die Daten von RFID-Lesegeräten so auswertet, dass die Richtung erkennbar wird ohne spezielle Lesegeräte oder Antennen.“ Das reduziere die Investitionskosten, denn bereits vorhandene Hardware kann in vollem Umfang genutzt werden. Durch den Wegfall der Hardwarebeschränkungen sinken zudem Komplexität und Fehleranfälligkeit des RFID-Systems. Service und Wartung für diese reine Softwarelösung seien kaum nötig, so die RFID-Experten in Graz.

Eine fehlerfreie Richtungserkennung ist mit einem Tag noch bei 245 km/h möglich. Das ergab ein kürzlich durchgeführter Geschwindigkeitstest. So wurden bei dieser Geschwindigkeit passive UHF-Class-1-Transponder erfolgreich gelesen. Gangl freute sich über den Geschwindigkeitsrekord. „Die Testergebnisse zeigen zugleich, dass mit unseren Produkten noch weit höhere Geschwindigkeiten möglich sind.“ In der praktischen Anwendung im Containermanagement seien die bisher erzielten Ergebnisse aber völlig ausreichend.

Neue RFID-Lösungen werden auch auf der kommenden Hannover Messe 2010 von 19. bis zum 23 April ein Publikumsmagnet sein. Mit dem RFID-System Identplus für Gabelstapler beispielsweise verspricht Identpro, Sankt Augustin, eine signifikante Steigerung der Produktivität und Transparenz in der Lagerhaltung. Wie das Unternehmen erläutert, werden die meisten Waren und Produkte derzeit mithilfe von Ladungsträgern und Staplern transportiert und gelagert. Die eindeutige Identifikation von Waren und Orten werde dabei manuell oder mit Barcode durchgeführt.

„Wir stellen in Hannover eine Lösung vor, die sämtliche durch den Staplerfahrer vorgenommenen Erfassungsvorgänge, etwa das Identifizieren von Ladung und Ladungsträgern oder Stellplätzen, vollständig automatisiert und damit die lückenlose Verfolgung von Warenströmen, Ladungsträgern sowie Flurförderzeugen ermöglicht“, betonte Michael Wack, Geschäftsführer des RFID-Spezialisten. So zeichne das System automatisch und in Echtzeit ein digitales Abbild der aktuellen Lagersituation. Mit dem so erzielten „gläsernen Lager“ könnten durch höhere Produktivität und weniger Fehler bis zu 30 % Kosten gespart werden, betonte Wack. Das RFID-System sei an nahezu alle ERP-Systeme anschließbar. E. LANGE/D. KIPPELS

Von E. Lange/D. Kippels
Von E. Lange/D. Kippels

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