Lichttechnik 02.09.2005, 18:40 Uhr

Mobile Beamer zeigen die Diashow vom Handy  

VDI nachrichten, Berlin/Düsseldorf, 2. 9. 05 – Beim Thema hochauflösendes Fernsehen (HDTV) schauen Fachwelt und Verbraucher vor allem auf Fernseher. Doch auf den geheimen Wunschlisten manches Filmfans stehen immer häufiger Projektoren.

Unterhaltungselektronik ist der am meisten wachsende Bereich bei den Projektoren“, weiß Thomas Nedder, General Manager Professional Graphics and Computer Storage Products bei NEC Deutschland. Das Fußballspiel im Supergroßformat lockt die Verbraucher offenbar ebenso wie das Fast-Kinoerlebnis in den eigenen vier Wänden.

„Vergleicht man das erste Halbjahr 2004 mit dem ersten Halbjahr 2005, so ist ein 15 %iges Wachstum zu verzeichnen“, verdeutlicht Henrik Ask, Business Development Manager Projection and Display Technology bei Toshiba, die Dynamik im deutschen Markt. Gleiches gelte für Europa. Allerdings, so Nedder, hätte das erste Halbjahr 2005 in Deutschland die Prognosen nicht erfüllt. Die Margen sinken. „Die Branche hofft auf die zweite Jahreshälfte.“

Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) 2005 in Berlin stehen deshalb der High-Definition-TV-Standard (HDTV) und das 16:9-Breitbild auch für die Projektorenhersteller im Vordergrund. „Auf der IFA wird sich alles um HDready-Projektoren und Geräte der mobilen Klasse drehen“, so Ask.

Treiber des Marktes für die auch Beamer genannten Geräte ist weltweit der Wettbewerb zweier Technologien. Auf der einen Seite stehen die LCD-Mikrodisplays, wie sie unter anderem von Epson hergestellt werden, vertreten seit der Consumer Electronics Show in Las Vegas im Januar dieses Jahres durch das 3LCD-Konsortium. Die japanischen Hersteller Fujitsu, Hitachi, Panasonic, Sanyo und Sony stecken dahinter.

Auf der anderen Seite hat sich als alleiniger Lizenzgeber der US-Elektronikkonzern Texas Instruments (TI) und seine DLP-Spiegeldisplays (DLP: Digital Light Processing) positioniert. DLP gilt als langlebiger, liefert höhere Kontraste und Helligkeiten.

„LG zeigt mit dem AN110 einen hochauflösenden DLP-Projektor, den man einfach wie ein Bild an die Wand hängen kann. Und der ¿MovieTime¿ von Optoma integriert DVD-Player, DLP-Projektor und Soundsystem in einem Gerät – ohne aufwendige Verkabelung“, zählt Robert Wudeck, Business Development Manager European Retail bei Texas Instruments, IFA-Highlights aus dem DLP-Lager auf.

Die Marktauguren wie Decision Tree Consulting (DTC) sehen den Siegeslauf der DLP-Technik weiterhin kaum gebremst. Im Jahr 2006 soll die LCD-Technologe als Spitzenreiter abgelöst werden. „Im Vergleich mit der LCD-Technologie überwiegen die Vorteile von DLP-Projektoren klar. Daher setzt Toshiba auf DLP“, meint Henrik Ask.

Mehr Farbbrillanz hat TI den Geräteherstellern mit seiner Brillantcolor-Technik spendiert. Man kennt das vom Fotodruck: Sechs statt drei Farben erhöhen einfach den Farbraum. Die Ausdrucke werden deshalb fotorealistischer. Gleiches gilt auch für Projektoren mit den Zusatzfarben Cyan, Magenta und Gelb, wie etwa bei den Neuvorstellungen PT-D3500E von Panasonic oder Toshibas MT400.

NEC, nach Thomas Nedders Angaben schon fünf Jahren die Nummer eins im deutschen Beamermarkt, sieht sich eher als Mittler zwischen den Welten. Während sich andere, wie die taiwanischen Hersteller, vollständig der DLP-Welt verschrieben haben, sehen die Japaner Stärken und Schwächen beider Technologien. „Wir wollen dem Kunden für seine Anwendungen das optimale Produkt anbieten“, so Beamer-Experte Nedder.

„Die Technologie sagt doch nichts aus über das Bild an der Wand“, sagt der NEC-Mann und bricht gleich eine Lanze für die LCD-Technik. „LCD ist nicht schlechter als DLP. LCD ist immer farbechter.“ Weshalb mittlerweile Firmen, die farbechte Darstellungen benötigen, hierfür DLP-Beamer aus der Einkaufsliste gestrichen hätten.

NEC nennt als Highlights auf der IFA aber vor allem DLP-Geräte, wie die HDTV-fähigen HT1100 und HT510. Auch der WT610, der aus 5,5 cm Abstand schon eine Projektionsfläche mit 40 cm Diagonale ausstrahlt, arbeitet mit der TI-Technik.

Die LCD-Fraktion zog bereits Mitte Mai mit der Hochtemperatur-Polysilizium-Technik (HTPS) für die LCD-Panels einen Trumpf aus der Tasche. HTPS biete höhere Aperturverhältnisse und verbessere Bildqualitäten, so durch die bessere Darstellung vor allem dunkler Farben. Auf der IFA zeigt Hitachi als eines der Highlights des LCD-Lagers den PJ-TX200, einen HDTV-tauglichen 16:9-Beamer. Er sei ab Herbst für rund 2000 € zu haben.

Zur absoluten Oberklasse in der Unterhaltungselektronik gehört hingegen die Qualia-Reihe von Sony. Der Projektor 004 aus dieser Familie, auf der IFA zu sehen, erreicht seine Bildqualitäten hingegen weder über LCD- noch über DLP-Technik. LCOS (Liquid Crystals on Silicon) heißt die zu Grunde liegende Technologie. Doch Sony steht relativ alleine da.

Für den Massenmarkt tauge LCOS nicht. „Die Qualität überzeugt nicht“, urteilt Henrik Ask kurz und sein Kollege Nedder erklärt: „LCOS-Panels sind bislang für den Massenmarkt nicht in gleich bleibender Qualität herzustellen.“

Fassbareren technologischen Fortschritt gibt es bei der Beleuchtungstechnik für die Beamer. LED-Lichtquellen sind die Zukunftshoffnung der Branche. „Diese Projektoren wiegen nur rund 400 g, können mit einer Batterie betrieben werden, brauchen keinerlei Aufwärm- oder Abkühlphase und passen in jede Tasche“, erklärt TI-Beamer-Experte Robert Wudeck.

Ende dieses Jahres wird Toshiba einen LED-Projektor auf den Markt bringen, auch Mitsubishi hat ein derartiges Gerät im Gepäck. ,,Leider ist die Lichtausbeute recht gering“, klagt Thomas Nedder. Dennoch werkelt auch NEC am LED-Projektor, denn das passt gut zur hauseigenen Handy- sparte. „Unser Wunsch wäre ein Gerät von doppelter Handygröße mit 100 Lumen.“ Da ließen sich dann die Fotos aus dem Kamerahandy mal eben schnell unterwegs präsentieren. swe

Von Stephan W. Eder
Von Stephan W. Eder

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