Internet 02.11.2001, 17:31 Uhr

Mobil permanent im Internet

WAP-Surfen per Handy ist zwar eine nette Sache, der Verbindungsaufbau kostet aber Zeit und Geld – und die Nutzer zahlen bei einer konventionellen Datenverbindung die Lesepausen mit. Beim Paket-orientierten Datenstandard GPRS zählen nur noch die wirklich geladenen Bits und Bytes. Wir haben fünf Mini-GPRS-Handys zu Preisen ab 799 DM verglichen.

Einfach faszinierend, dass inzwischen selbst in der Gewichtsklasse unter 100 g die GPRS-Technologie integrierbar ist. Das kleinste getestete Handy (Motorola V66) wiegt gerademal 82 g und selbst das schwerste Gerät (Samsung SGH-Q100) passt mit seinen nur 98 g locker in fast jede Tasche.

Samsung belohnt die Kundschaft mit einem riesigen Display, das unter einer Status-Symbolzeile bis zu 7 Textzeilen darstellen kann. Auch das etwas leichtere Siemens S45 hat ein großes Display. Doch auch die kleineren Displays der anderen Geräte im Testfeld (Nokia 8310, Ericsson T39m) sind ebenfalls gut WAP-tauglich.

Die Bedienung erfolgt bei Motorola, Nokia, Siemens und Samsung interaktiv jeweils über zwei Softkeys. Beim Nokia liegt zwischen diesen beiden Tasten eine relativ großzügige Up-Down-Navigationswippe, während Motorola, Samsung und Siemens sogar ein 4fach-Navigationsfeld bieten, das allerdings beim Motorola recht filigran geraten ist. Obwohl Ericsson ganz ohne Softkeys arbeitet, ist auch dessen Bedienung auf Basis von zwei Cursortasten und einer sehr logischen Ja-Nein-Dialogstruktur des Displaytexts recht einfach. Der Druckpunkt aller Ziffern-Tastenfelder ist durchaus brauchbar, allerdings sind die Tasten bei den Geräten von Samsung und Motorola sehr flach eingebettet.

Alle Geräte sind während einer aktiven GPRS-Session auch für Anrufer erreichbar (GPRS: General Packet Radio Service). Die Vorkonfigurierung des GPRS-Zugangs ist leider von Gerät zu Gerät recht unterschiedlich und sollte bei allen Geräten ausführlicher im Handbuch erklärt werden.

Bis auf das Motorola können in allen Handys jeweils 5 WAP-Zugangsparametersätze programmiert werden. Für jeden dieser Datensätze kann festgelegt werden, ob der Zugang via GPRS oder konventionell via Wählverbindung hergestellt werden soll. Zudem lassen sich bei diesen Geräten auch Bookmarks für bevorzugte WAP-Adressen abspeichern.

Das Motorola kann immerhin 4 Parametersätze speichern, hat aber keine Offline-Bookmark-Speicherung. Beim Motorola ist außerdem festgelegt, dass es bei Aktivierung eines GPRS-WAP-Profils immer schon beim Einschalten des Geräts online geht.

Beim Nokia kann man voreinstellen, ob die Datensession beim Einschalten des Geräts starten soll oder beim Aufrufen des WAP-Browsers – in diesem Fall wird die Session aber immer nach Beendigung des WAP-Ausflugs aktiv abgebaut – bei der Gebührenabrechnung führt dies je nach Netzbetreiber dazu, dass ein „angebrochenes“ Datenpaket mit 10 kByte nicht voll ausgeschöpft wird. Beim Ericsson muss man bei Beendigung des WAP-Browsers aktiv bestätigen, ob die WAP-Session bestehen bleiben soll und beim Siemens und Samsung bleibt sie generell bestehen.

Alle Handys sind auch für einen direkten GPRS-Internetzugang in Verbindung mit einem Notebook-PC vorgesehen, der Komfort hierfür unterscheidet sich jedoch stark (Schnittstellen s. Tabelle).

Wer direkt im Internet surfen möchte, kann dies beim Ericsson und Nokia auch sehr leistungsfähig per HSCSD-Wählverbindung (High Speed Circuit Switched Data) mit Kanalbündelung – allerdings gibt es diesen Service derzeit in Deutschland nur bei D2 und E-Plus. Ericsson bietet HSCSD im Modus 2+1 (bis zu 2 Downlink-Kanäle und 1 Uplink-Kanal mit je 14,4 kbit/s), während das Nokia wahlweise mit 3+1 oder 2+2 betrieben werden kann.

Für das bequeme Telefonieren ist bei allen Handys ein Headset-Anschluss vorhanden. Das Ericsson erlaubt auch den Betrieb eines drahtlosen Bluetooth-Headsets während im Lieferumfang des Motorola, Nokia und Samsung sogar ein Headset beigepackt ist. Beim Nokia ist dieses mit zwei Ohrstöpseln ausgestattet, denn im Handy ist serienmäßig auch noch ein UKW-Radio eingebaut – allerdings nicht in stereo.

Schließlich sollte noch erwähnt werden, dass das Ericsson und Motorola dank Tri-Band-Technologie für den Einsatz in den Amerikanischen GSM-1900-Netzen geeignet sind.

Bei der Stromversorgung setzen vier Hersteller auf Lithium-Ionen-Akkus (LiIon) und Ericsson hat einen ultra-flachen Lithium-Polymer-Akku. Der kleinste Akku (500 mAh) befindet sich im Motorola, das damit immerhin noch bis zu 120 h Stand-by-Zeit oder 180 min Sprechzeit schaffen soll.

Den kräftigsten Akku bietet das Samsung (900 mAh), allerdings soll dieser laut Handbuch auch nur für 130 h Stand-by-Zeit reichen. Generell ist zur Stand-by-Zeit zu bemerken, dass diese sehr stark von Nutzung abhängig ist. Im normalen Stand-by-Betrieb ist die Betriebsbereitschaft deutlich länger als bei aktiver GPRS-Session.

Vorbildlich transparent wird der Energieverbrauch für den Anwender beim Ericsson, denn mit der seitlichen Wippe kann man die aus dem aktuellen Stromverbrauch hochgerechnete Restbetriebszeit ablesen – sie sinkt im GPRS-Modus von 250 h bis 300 h bei vollem Akku auf deutlich unter 100 h. PETER PERNSTEINER

Von Peter Pernsteiner
Von Peter Pernsteiner

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