Bond-Drehbuch gestohlen 15.12.2014, 14:44 Uhr

Mit Hackermethoden wehrt sich Sony gegen die Verbreitung geklauter Daten

Beim großen Datenklau bei Sonys Hollywood-Tochter Sony Pictures wurde auch ein frühes Drehbuch des nächsten Bond-Streifens Spectre gestohlen. Jetzt soll Sony selber Hackermethoden anwenden, um die Verbreitung des gestohlenen Materials im Internet zu erschweren. US-Medien berichten, dass Sony Filesharing-Seiten und Torrent-Netzwerke angreift, über die etwa Raubkopien gestohlener Filme verbreitet werden.

Tobey Maguire in "Spider-Man 2" von Sony Pictures: Nachdem Hacker noch unveröffentlichte Filmszenen im Internet verbreiten, hat Sony offenbar eine Gegenattacke gestartet. Sony soll selbst mit Hacker-Methoden Seiten angreifen, die illegal Filme verbreiten.

Tobey Maguire in "Spider-Man 2" von Sony Pictures: Nachdem Hacker noch unveröffentlichte Filmszenen im Internet verbreiten, hat Sony offenbar eine Gegenattacke gestartet. Sony soll selbst mit Hacker-Methoden Seiten angreifen, die illegal Filme verbreiten.

Foto: Sony Pictures

Sony soll Hunderte Server in Asien nutzen, um Attacken gegen Seiten im Internet zu richten, über die gestohlene Daten von Sony verfügbar gemacht werden. Das berichtet das Technologie-Portal Recode unter Berufung auf zwei Informanten. Bei dem Hacker-Angriff vor zwei Wochen sind nicht nur Filme in die Handy der Hacker gefallen, sondern auch ein frühes Drehbuch des nächsten James-Bond-Films Spectre.

Bei den Sony-Attacken, die aktuell im Netz stattfinden, wird das Rechnersystem eines Dienstanbieters künstlich überlastet. Überlicherweise erzeugen bei diesen Angriffen, die als „Denial of Service“ bekannt sind, Cyberkriminelle massenhaft Anfragen, die den Host in die Knie zwingen. Reguläre Anfragen können nicht mehr oder nur noch sehr langsam abgearbeitet werden.

Zu dieser Technik soll nun auch Sony greifen. Die Tageszeitung Die Welt berichtet von eigenen Tests, wonach „manche einschlägigen Seiten nur noch sehr langsam“ funktionierten und dass sich die Nutzer von Raubkopie-Datenbanken über die langen Downloadzeiten beschwerten.

Falsche Daten in Torrent-Netzwerken

Darüber hinaus soll Sony eigene Server in Torrent-Netzwerke einschleusen, um dort gefälschte Daten zu verbreiten, was die Verbreitung des gestohlen Materials ebenfalls ausbremst. Torrent-Netzwerke basieren auf einer File-Sharing-Technik, bei der eine Datei von vielen verschiedenen Rechnern im Netzwerk zur Verfügung gestellt wird, die sowohl als Client als auch als Server dienen. Während des Downloads einer Torrent-Datei kann der Downloader die Daten gleichzeitig an einen anderen Nutzer weitergeben.

James-Bond-Darsteller Daniel Graig (l.) und der österreichische Schauspieler Christoph Waltz spielen im nächsten James Bond Spectre zusammen. Jetzt wurde bekannt, dass Hacker beim Angriff auf Sonys Filmstudie auch ein frühes Drehbuch des Films erbeutet haben.

James-Bond-Darsteller Daniel Graig (l.) und der österreichische Schauspieler Christoph Waltz spielen im nächsten James Bond Spectre zusammen. Jetzt wurde bekannt, dass Hacker beim Angriff auf Sonys Filmstudie auch ein frühes Drehbuch des Films erbeutet haben.

Foto: Facundo Arrizabalaga/dpa

Da eine bloße Teilnahme von Sony an Torrent-Netzwerken dem System sogar nutzen würde, geht man davon aus, dass die Server von Sony gefälschte Daten vorhalten und dadurch das Verteilungsnetzwerk stören, weil die Fehleranalyse Zeit kostet und Kapazitäten bindet.

Amazon dementiert Missbrauch seiner Server

Recherchen von Recode zufolge hat Sony Server bei Amazons Cloud-Servicedienst „Amazon Web Service“ (AWS) angemietet, um mit diesen Ressourcen Filesharing-Seiten und Torrent-Netzwerke anzugreifen. Das würde nicht nur gegen die Richtlinien des Cloud-Anbieters verstoßen, sondern auch gegen geltendes Recht. Amazon hat den Missbrauch seiner Server jedoch bereits dementiert.

AWS verfüge über funktionierende Schutzmechanismen gegen den Missbrauch seiner Serverkapazitäten durch illegale Aktivitäten. „Gegenwärtig“ fänden keine derartigen Aktivitäten bei AWS statt, ließ Amazon gegenüber Recode verlauten.

Eine Gruppe, die sich „Guardians of peace“ nennt, soll für den Hacker-Angriff auf Sony verantwortlich sein, bei dem unveröffentlichte Filme, jede Menge vertraulicher Unternehmensdaten und persönliche Daten von Schauspielern und Belegschaft gestohlen wurden und nach dem Hack im Internet auftauchten. Unter anderem wurde eine Mail zwischen Sony-Picture-Entertainment-Chef Michael Lynton und der Co-Chairman Amy Pascal veröffentlicht, in der über Schauspielerin Angelina Jolie als “verzogene Göre mit minimalem Talent” gespottet wird.

 

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