Mobilfunk-Ehe von O2 und E-Plus 27.08.2013, 10:17 Uhr

Milliardär Carlos Slim stimmt Verkauf von E-Plus zu

Der mexikanische Milliardär Carlos Slim hat seinen Widerstand gegen den Verkauf von E-Plus an Telefónica Deutschland (O2) überraschend aufgegeben. Im deutschen Mobilfunkmarkt würden durch diese Fusion nur noch drei große Anbieter miteinander konkurrieren. Das letzte Wort haben die Kartellwächter.

Carlos Slim hat seinen Widerstand gegen den Verkauf von E-Plus an Telefónica Deutschland (O2) aufgeben. Der mexikanische Milliardär ist Großaktionär der niederländischen E-Plus-Mutter KPN. 

Carlos Slim hat seinen Widerstand gegen den Verkauf von E-Plus an Telefónica Deutschland (O2) aufgeben. Der mexikanische Milliardär ist Großaktionär der niederländischen E-Plus-Mutter KPN. 

Foto: EPA/Georgi Licovski

Das Veto oder die Zustimmung des reichsten Mannes der Welt ist ein bedeutendes Zünglein an der Waage beim neuesten Milliardendeal im Mobilfunkmarkt. Das Vermögen des 73-jährigen Unternehmers liegt nach verschiedenen Schätzungen in einer Größenordnung zwischen 65 und 73 Milliarden Dollar. Slim ist Großaktionär der Telekom Austria und kontrolliert den Telekomkonzern América Movil, über den in Mexiko rund 70 Prozent des Mobilfunks laufen. América Movil ist außerdem Großaktionär der niederländischen E-Plus-Mutter KPN.

E-Plus wird derzeit mit 8,55 Milliarden Euro bewertet

Slim war letztes Jahr gegen den Willen der Führung des niederländischen E-Plus-Eigners mit 30 Prozent dort eingestiegen.Als KPN den Verkauf von E-Plus ankündigte, sperrte Slim sich und drohte sogar damit, KPN komplett übernehmen zu wollen. Ein aufgestocktes Angebot von Telefónica Deutschland, die ihre Mobilfunkmarke O2 mit dem Geschäft von E-Plus zusammenführen will, stimmte Slim offenbar um.

E-Plus würde jetzt mit 8,55 Milliarden Euro bewertet, elf Prozent mehr als beim ersten Angebot. Allein für Slims bisherigen KPN-Anteil bedeutet das einen Aufschlag von etlichen hundert Millionen Euro. Nun, so ließ Telefónica Deutschland mitteilen, habe América Movil sich „unwiderruflich dazu verpflichtet“, dem Verkauf von E-Plus auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 2. Oktober zuzustimmen. Zwar müssen auch die Anteilseigner von Telefónica Deutschland abstimmen, doch das spanische Mutterunternehmen hat dort die Mehrheit.

Allerdings haben die Wettbewerbswächter auch noch ein Wörtchen mitzureden. Nach der Übernahme hätten E-Plus/O2 nur noch T-Mobile und Vodafone als Konkurrenz in Deutschland, die sich mit den Plätzen zwei und drei zufrieden geben müssten. Bei nur drei Anbietern im hart umkämpften Mobilfunkmarkt befürchten Kartellwächter, dass diese sich weniger Konkurrenz machen könnten. Noch ist nicht klar, wer das Geschäft prüfen wird.

Wer prüft: Bundeskartellamt oder EU-Kommission?

Infrage kommen das Bundeskartellamt in Bonn oder die angesichts der Größe des Geschäftes zuständige EU-Kommission. Kartellamtschef Andreas Mundt sieht die Zuständigkeit in seinem Haus. „Dass ein solcher Zusammenschluss erhebliche Folgen für den Wettbewerb hätte und in all seinen Facetten genau geprüft werden muss, liegt auf der Hand“, sagte Mundt gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen“.

Schließlich ist da noch die Bundesnetzagentur. Falls der Verkauf durchkommt, ist es wahrscheinlich, dass die Netzagentur das neue Unternehmen zwingen wird, Frequenzen abzugeben. Diese wurden unter der Bedingung erteilt, dass die Unternehmen unabhängig sind. Bei einem Zusammenschluss droht sonst ein Ungleichgewicht gegenüber T-Mobile und Vodafone.

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