Teilweise kuriose Fehler 05.11.2014, 12:58 Uhr

Microsoft sucht Tester für Skype-Übersetzer

Microsoft will seinen im Frühjahr erstmals präsentierten Skype Translator weiterentwickeln und sucht dafür Tester, die sich online registrieren können. Bislang zeigt das System zwar beeindruckende Leistungen, produziert aber auch kuriose Fehler.

Microsoft Research bei der Entwicklung des Skype Translators. Tester weltweit nehmen die Beta-Version des Übersetzers jetzt unter die Lupe.

Microsoft Research bei der Entwicklung des Skype Translators. Tester weltweit nehmen die Beta-Version des Übersetzers jetzt unter die Lupe.

Foto: Microsoft Research (Screenshot Ingenieur.de)

Übersetzung mit Sprachausgabe und Schrift ermöglicht der Skype Translator. Wenn also beispielsweise ein deutscher Ingenieur sich mit seinem australischen Kollegen austauschen will, kann jeder in seiner Sprache sprechen und bekommt die Übersetzung beinahe in Echtzeit.

Bislang ist der Translator nur für wenige Sprachen eingerichtet, frei verfügbar ist er ohnehin noch nicht – die Skype-Muttergesellschaft Microsoft hat jetzt aber Nutzer in aller Welt eingeladen, an einem Praxistest teilzunehmen. Die Software, die als ein selbstlernendes Programm angelegt ist, soll auf diese Weise weiterentwickelt werden. Denn bis zur Marktreife fehlt wohl noch ein gutes Stück.

Kuriose Fehler: „Aber nach neuen Melanie“

Stärken und Schwächen des Translators zeigten sich deutlich im Sommer bei einer Präsentation auf Microsofts globaler Partnerkonferenz, als ein Skype-Mitarbeiter mit einer deutschen Kollegin sprach. Schon den ersten Satz „Good afternoon Melanie“ übersetzte das Programm falsch, mit „Aber nach neuen Melanie“. Und als ebendiese Melanie, gekleidet in ein Deutschland-Trikot, gegenüber dem englischen Kollegen über den englischen Fußball spottete, sagte der: „I am more of a cricket fan.“ – übersetzt mit: „Ich bin mehr Cricket bewegen.“ Melanies Aussage „Ich könnte nicht glücklicher sein. Ich habe die ganze Nacht gefeiert“ – nach dem 7:1 gegen Brasilien bei der WM – übersetzte die Software dagegen perfekt.

Der Translator gibt die Übersetzung schriftlich aus und liest diese vor – fast in Echtzeit. Sprachbarrieren sollen dadurch zusammenbrechen. 

Der Translator gibt die Übersetzung schriftlich aus und liest diese vor – fast in Echtzeit. Sprachbarrieren sollen dadurch zusammenbrechen. 

Foto: Microsoft Research

Gesucht werden jetzt Tester für Deutsch, Englisch, Französisch, Chinesisch und acht weitere Sprachen. Sie können die Beta-Version des Translators kostenlos nutzen. Vorläufig funktioniert er nur auf PCs und Tablet-Computern und setzt das aktuelle Microsoft-Betriebssystem Windows 8.1 voraus. Künftig soll es aber auch Anwendungen für ältere Betriebssysteme sowie für Smartphones geben.

Auf den Markt kommen wird der Translator voraussichtlich im kommenden Jahr. Microsoft legt sich bislang aber weder auf einen Termin noch auf eine Dauer für die Phase des Praxistests fest.

Microsoft muss Kaufpreis für Skype hereinholen

Die Übersetzungs-Software dürfte Teil der Strategie sein, mehr Kunden zum Bezahlen zu bringen. Zwar hat Skype schon rund 700 Millionen Nutzer weltweit, aber bislang buchen mehr als 90 Prozent von ihnen nur den kostenlosen Basisdienst. Microsoft hat sich die Übernahme von Skype vor drei Jahren indes 8,5 Milliarden US-Dollar kosten lassen – Geld, das erst einmal wieder verdient werden muss.

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