Telekom baut Hotspots aus 25.09.2013, 14:48 Uhr

Kostenlose WLAN-Nutzung an deutschen Bahnhöfen

Die Deutsche Bahn und die Telekom rüsten Bahnhöfe mit drahtlosem Internetzugang aus. An 105 Hotspots kann der Reisende inzwischen 30 Minuten umsonst surfen. Danach wird es kostenpflichtig.

Die Deutsche Bahn hat bundesweit in 105 Bahnhöfen Hotspots eingerichtet. Über WLAN können Reisende kostenlos 30 Minuten am Stück im Internet surfen. Danach gelten die Tarife der Deutschen Telekom. 

Die Deutsche Bahn hat bundesweit in 105 Bahnhöfen Hotspots eingerichtet. Über WLAN können Reisende kostenlos 30 Minuten am Stück im Internet surfen. Danach gelten die Tarife der Deutschen Telekom. 

Foto: Toshiba

Die Nutzung der WLAN-Hotspots an Bahnhöfen sei in den vergangenen Jahren um 20 Prozent gestiegen, verkündete die Deutsche Bahn gestern bei der Vorstellung der neuen drahtlosen Internetzugänge. DB und Telekom hätten daraufhin allein im letzten Jahr 75 neue Hotspots eingerichtet. Gegenwärtig können Reisende und Besucher an 105 Bahnhöfen das WLAN nutzen. Kostenfrei ist dies allerdings nur für die erste halbe Stunde.

Die halbe Stunde kostenloses Surfen kann nur am Stück verbraucht werden

Um den kostenlosen Internetzugang im Bahnhof zu aktivieren, verbinden Reisende und Passanten ihr Smartphone oder ihr Tablet mit dem Drahtlos-Netzwerk der Telekom. Nachdem der Internetbrowser auf den Geräten gestartet worden ist, erscheint automatisch eine Seite der Telekom. Dort müssen die Nutzer ihre Handynummer eingeben, um dann per SMS die Zugangsdaten für die Anmeldung zu erhalten.

Danach kann eine halbe Stunde lang gesurft werden. Die Zeit im Internet kann der Nutzer sich aber nicht einteilen, wie er möchte, denn sie muss am Stück verbraucht werden. Nach Ablauf der 30 kostenlosen Minuten wird der Kunde automatisch ausgeloggt und kann dann zum Telekom-Tarif weiter surfen. Ein Tagespass kostet beispielsweise 4,95 Euro.

Laut Telekom decken die WLAN-Hotspots große Teile der öffentlichen Bereiche der Bahnhöfe ab, insbesondere im Umfeld von öffentlichen Telefonen. An vielen Stationen seien darüber hinaus auch die Wartebereiche auf den Bahnhöfen einbezogen. Zusätzlich zu den großen Knotenbahnhöfen würden nun auch mittelgroße Stationen sowie einige stark genutzte S-Bahnhöfe mit WLAN versorgt.

„Ein Trippelschritt nach vorne“

So richtig zufrieden scheinen die Kunden der Bahn und der Telekom mit dem Ausbau des WLAN-Netzes allerdings noch nicht zu sein, zumindest vorerst. Die ersten Reaktionen im Netz dazu reichen von ungeduldig bis ironisch.

„WLAN am Bahnhof – die Service-Innovation *gähn*“, schreibt ein Bahn-Pendler und ein anderer kommentiert: „30 Minuten? Damit bekommt man immerhin die Hälfte der durchschnittlichen Wartezeit wegen Verspätungen rum …“.

Auch im Vergleich mit anderen Ländern schneidet das neue WLAN-Angebot von Bahn und Telekom aus Sicht der Kunden nicht besonders gut ab: „Die Bahn ist sowas von hinterher“, heißt es in einem Kommentar. „Niederlande: Kostenloser Hotspot in den Fernverkehrszügen selbstverständlich. Schweiz: Kostenloser Hotspot sogar in den Postautos. Noch Fragen, liebe DB? Trotzdem natürlich ein Schritt nach vorne, wenn auch nur ein Trippelschritt.“

Ebenfalls bemängelt wird die Auswahl der Bahnhöfe, an denen die Hotspots eingerichtet wurden: „Großstädte in meiner Umgebung mit einer sechsstelligen Einwohnerzahl sind gar nicht dabei, dafür aber Weltstädte wie Villingen, Baldham oder Horb, wo auch immer das sein mag“, schreibt ein Kommentator. Auch der Bahnhof in Bonn, am Hauptsitz der Deutschen Telekom, ist noch nicht mit einem Hotspot versorgt. Eine Konzernsprecherin erklärte dazu, dass zum Start diejenigen Bahnhöfe mit Hotspots ausgestattet worden seien, bei denen es am schnellsten technisch realisierbar gewesen sei. Vielfach müssten Leitungen über oder unter die Gleise verlegt werden, was den Bahnverkehr beeinträchtige. Nach und nach würden aber weitere Bahnhöfe mit WLAN ausgestattet. 

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