Internet 04.01.2008, 19:32 Uhr

Klassische Suchverfahren sind längst nicht ausgereizt  

VDI nachrichten, Berlin, 4. 1. 08, rb – Unangefochten ist Google hierzulande mit fast 90 % Marktanteil die Nr. 1 unter den Suchmaschinen. Doch neben dem klassischen Suchverfahren, das rein auf mathematischen Algorithmen basiert, gibt es bereits neue Ansätze, wie die Suche im Internet nach Stichworten, Menschen, Kontexten, Fachartikeln oder aber die lokale Suche perfektioniert und kombiniert werden kann. Im nächsten Jahr sollen mobile Suchtechnologien verstärkt die Handys erobern.

Toni Pelg ist deprimiert, wenn er die letzten zehn Jahre in puncto Verbesserungen bei den Suchmaschinen Revue passieren lässt. Trotz aller Neuerungen dauere es laut Business Manager Search bei Microsoft Online Services Group immer noch fast zwölf Minuten, bis Nutzer im Internet eine Antwort auf ihre Frage finden. Deshalb ist für Pelg klar, dass nach wie vor auf der Agenda aller Suchmaschinenbetreiber stehen muss, „die zwölf Minuten zu reduzieren“.

Damit stand Pelg auf der hochkarätig besetzten Euroforum-Konferenz „Die Macht der Suchmaschinen“ kurz vor Weihnachten in Berlin nicht alleine da. Der Tenor der Experten: Während seit langem an der semantischen Suche geforscht werde, die auch Querbeziehungen von Begriffen ausspucken kann, jedoch noch keine brauchbaren Produkte auf dem Markt seien, sind die klassischen Suchverfahren noch längst nicht ausgereizt.

„Dies liegt auch an den begrenzten Datenbeständen der Suchmaschinenbetreiber“, sagt Dirk Lewandowski. Der Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg: „Keine Suchmaschine deckt das gesamte Web ab, nur 1 % der Seiten taucht als Überschneidungen in allen vier großen Suchmaschinen auf.“ Deshalb lohne sich die Suche für Privatnutzer wie Unternehmen in mehreren Maschinen. Dies liege daran, dass Google & Co. „nur“ mit je rund 20 Mrd. indexierten Datenbeständen auf den Markt gehen, die „mehr oder weniger regelmäßig aktualisiert werden“. „Die letzten 20 % bis 30 % an Daten zu indexieren, ist schlichtweg sehr teuer.“

Lewandowski empfahl Unternehmen deshalb auch das „Deep Web“ zu durchsuchen. Darunter versteht er Inhalte aus Datenbanken, die die allgemeinen Suchmaschinen nicht abdecken. Hier sieht der Experte auch einen Markt für neue Betreiber, die „Teile des freien Web z. B. mit fünf speziellen Datenbanken eines Fachgebietes kombinieren“. Als Vorzeigebeispiel nannte Lewandowski die Wissenschaftssuchmaschine www.scirus.com, die der Technologieanbieter Fast entwickelt hat, um Datenbanken schnell nach wissenschaftlichen Fachartikeln zu durchforsten.

Doch die Zukunft gehöre laut Experten momentan nicht dem Monopolisten Google, sondern Betreibern, die Inhalte durch eine Masse von Nutzern selbst sortieren, bewerten und einstellen lassen.

„2010 werden rund 50 % aller Medieninhalte von Nutzern erstellt und selbst klassifiziert“, sagte Conferencier Peter Gentsch. Deshalb ist der Professor für Management von Kundenbeziehungen in Aalen und Berlin sowie Chief Scientist des Beratungsunternehmens Business Intelligence Group auch überzeugt, dass die Suche in speziellen Netzgemeinschaften des Mitmach-Internets die normale Google-Suche ablösen wird. Insbesondere Unternehmen müsse es interessieren, wie die Masse der Nutzer im Internet z. B. das eigene Produkt bewerte. Der Suchmaschinenmonopolist Google deckt aber laut Gentsch nur ein Drittel aller Blogs ab.

Mister Wong hingegen bietet z. B. die Suche durch Linklisten mit Lieblings-Internetseiten, die Nutzer selbst erstellt haben. Inzwischen zieht der Suchmaschinenbetreiber aus Bremen, der im März 2006 gegründet wurde, monatlich hierzulande rund 3 Mio. Besucher an. Immerhin 700 000 sind es bereits monatlich für die chinesische und russische Version, die neben der englischen, französischen und spanischen im Angebot ist.

Als weiteren Trend riefen alle Experten auf der Konferenz über „Die Macht der Suchmaschinen“ die mobile Suche aus. Sie werde künftig den globalen Markt kräftig stimulieren. „2011 werden weltweit viermal mehr Menschen über das Handy ins Internet gehen als über den PC“, sagte Andreas Ludwig, Leiter für Marketing und Geschäftsentwicklung bei Yahoo Deutschland.

Der amerikanische Portalbetreiber hat sich mit der Suchvariante „yahoo go! 2.0“ für Handys eine klare Marktführerschaft erarbeitet. Der Clou: Durch die Kombination von Inhalten aus verschiedensten Datenbanken ist die mobile Suchtechnologie in der Lage, schnell brauchbare Ergebnisse auf den kleinen Handybildschirm zu bringen. Ende 2008 wird die mobile Suche auf größeren Handydisplays breit auf den Markt kommen, prophezeiten die Experten.

„Bei der mobilen Suche geht es derzeit darum, Anwendungen für die Vielzahl von Handymodellen zu bauen und anzupassen“, sagte Helmut Hoffer von Ankershoffen. Der Geschäftsführer des hochspezialisierten Berliner Technologieanbieters Neofonie baut rund um die mobile Suche gerade ein eigenes Team auf.

Dass die mobile Suche nicht ohne weiteres über Werbung finanziert werden kann, wie auf dem PC, wo vier Ergebnisse auf sechs Anzeigen treffen, blieb eine offene Frage. „Der Platz für Werbung wird weniger“, sagte Ludwig von Yahoo. „Wir stehen hier ganz am Anfang“. NIKOLA WOHLLAIB

Von Nikola Wohllaib

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