Daten sichern bei Treffen mit Freunden 11.02.2014, 13:39 Uhr

KIT-Forscher arbeiten an neuen Verschlüsselungsverfahren für Smartphones

Das Abhören von Handygesprächen wird in Zukunft sehr viel schwerer. KIT-Forscher arbeiten an einem Verschlüsselungsverfahren, das nicht zentral gesteuert wird. Die Verschlüsselung wird automatisch erzeugt, während über zwei Smartphones kommuniziert wird und verändert sich bei jeder realen Begegnung der Gesprächsteilnehmer. 

Eine hundertprozentig sichere Verschlüsselung der Kommunikation gibt es nicht – das ist spätestens seit der NSA-Affäre bekannt. Die bisher verwendeten Verfahren haben vor allem ein Manko: Ist ein Verschlüsselungsverfahren geknackt, kann jeder ausspioniert werden, der es verwendet. An diesem Punkt setzt das Projekt SOKEN (Social Key Exchange Network) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) an. Die KIT-Forscher arbeiten an Technologien, die die Schlüssel nicht mehr zentral, sondern sicher entlang einer Kette einander bekannter Personen übermitteln.

Schlüssel werden automatisch erzeugt

SOKEN nutzt alltägliche Begegnungen: Die Schlüssel für die Kommunikation werden dabei automatisch erzeugt und von Smartphone zu Smartphone weitergegeben. Die Schlüssel werden bei jeder Begegnung neu modifiziert – so kann eine Nachricht nur von den beiden Gesprächsteilnehmern gelesen werden. Die Schlüssel, die bei persönlichen Begegnungen ausgetauscht werden, erschweren das Abhören. „Ein Angreifer muss eines der Geräte in der Kette korrumpiert haben, um den Schlüssel zu kennen“, erklärt Jörn Müller-Quade vom KIT. „Kombiniert man das Verfahren mit heutigen Techniken, so wird der Aufwand für eine Massenüberwachung deutlich erhöht“, sagt er.

SOKEN verteilt Sicherheitsschlüssel über Funk im sozialen Netz.

SOKEN verteilt Sicherheitsschlüssel über Funk im sozialen Netz.

Foto: KIT/Christoph Strieks

Der Schlüsselaustausch folgt dabei dem realen sozialen Netz seiner Benutzer: Nur wer sich persönlich begegnet, tauscht auch Schlüssel aus. So gelangen die Schlüssel von Freunden zu Freunden der Freunde und so fort. Dadurch können auch zwei nur entfernte Bekannte dank gemeinsamer Freundschaften sicher verschlüsselt kommunizieren. Je mehr gemeinsame Freunde zwei Benutzer haben, desto höher werde die Wahrscheinlichkeit, dass sogar mit spezialisierten Viren oder Trojanern infizierte Smartphones in der Übermittlungskette den letztendlich für die Kommunikation verwendeten Schlüssel nicht berechnen können. „Unsere Simulationen haben gezeigt, dass selbst bei vielen infizierten Smartphones immer noch ein Großteil der Kommunikationsvorgänge verlässlich vor dem Abhören geschützt ist“, so Dirk Achenbach vom KIT.

Datensicherheit auch bei infizierten Handys

Der Grund dafür: Bei jedem erneuten Treffen von zwei Personen wird automatisch ein neuer Schlüssel erzeugt. Gelangt auch nur einer dieser Schlüssel über einen Pfad ohne infiziertes Smartphone zum Empfänger, so ist die anschließende Kommunikation sicher. Damit könnte im eigenen sozialen Netz ein stetiger Schlüsselaustausch mit langfristiger Sicherheit entstehen. Den Prototyp für das neue Verschlüsselungsverfahren gibt es bereits. Wann das System marktreif ist, kann Müller-Quade jedoch nicht abschätzen.

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