Mobilfunk 12.08.2005, 18:39 Uhr

Kids stehen auf moderne Handy-Technik  

Viele Youngsters fällen selbstbewusst ihre eigenen Urteile über Handys.

Simon hat seit zwei Jahren ein eigenes Handy. Der Zwölfjährige verschickt damit SMS und telefoniert bei Bedarf mit seinen Eltern. Auch die neunjährige Maxine und die achtjährige Yasmin haben ein eigenes Handy in der Tasche und liegen damit voll im Trend, wie eine Sonderbefragung des Egmont Ehapa-Verlags bei 600 jungen Lesern der Zeitschrift Mickey Maus zeigt. 46 % der befragten Leser – das sind mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr – telefonieren inzwischen mit dem eigenem Gerät.

Insgesamt rechnen die Marktforscher mit 1,7 Mio. Handys in Deutschlands Kinderhänden, wobei die 10- bis 13-Jährigen die Mehrheit der Besitzer (1,52 Mio.) stellen. Laut Umfrage haben 56 % der Kinder ihr Handy selbst ausgesucht oder wenigsten die Auswahl mitbestimmt.

Der zehnjährige Miklas, der das alte Handy seiner Mutter nutzt, zählt da schon zu einer Minderheit. Auch die achtjährige Yasmin nutzt noch kein neues Gerät, ist aber über den Stand der Technik bestens informiert: „Ich wünsche mir ein Nokia-Handy mit einem MP3-Player, damit ich auch unterwegs Musik hören kann. Und weil ich die Spiele gut finde.“

Wie gut sich die Kinder mit den Funktionen neuer Gerätegenerationen auskennen, macht Simon deutlich, der sein neues Sharp-Handy toll findet: „Damit kann man auch gute Fotos machen. Das tue ich aber eher seltener – vielleicht mal im Urlaub.“ Fernsehen auf dem Handy findet er heute noch nicht so spannend. „Das ist zurzeit ja noch nicht richtig aktuell“, so seine Einschätzung zu den neuesten Diensten der Mobilfunkbranche.

Die Hersteller haben die Kinder als Konsumenten noch nicht im Marketingvisier. Dabei steht das Handy bei 70 % aller Kinder ganz oben auf der Wunschliste. Gutes Aussehen und Spielefunktionen beeinflussen bei mehr als 90 % die Kaufentscheidung. 48 % legen besonderen Wert auf eine bestimmte Marke. Sowohl Nokia als auch Motorola richten ihre Werbeaktivitäten an junge Berufstätige und Jugendliche, die schon in der Lage sind ihr Geld selbstständig zu verdienen. Motorolas Presssprecherin Christiane Bischof rät den Eltern, die ihren Kindern ein Handy kaufen wollen, zu einem Einsteigerhandy. „Diese Geräte verzichten auf komplizierte Funktionen und sind damit ideal für Kinder.“

Auch die Netzbetreiber haben die Kinder noch nicht als eigenständige Kundengruppe entdeckt, obwohl jedes Kind mit durchschnittlich 300 € im Jahr zum Umsatzvolumen beiträgt. Jens Kürten von Vodafone erklärt den Grund dafür: „Das Geld für die Handys der Kinder kommt von den Eltern.“

Die Ehapa-Studie zeigt ein deutlich differenzierteres Bild und schlüsselt die Ausgaben für die Kommunikation der Kinder weiter auf: 34 % der Kinder zahlen den Betrag von ihrem eigenen Geld, 20 % teilen sich die Kosten mit den Eltern oder anderen, bei 46 % der Kinder übernehmen andere die kompletten Kosten.

Nach Meinung von René Bresgen, Pressesprecher von T-Mobile, verbietet sich eine aggressive Werbestrategie für die Kinder. Ihre Belange werden über Angebote an die Eltern berücksichtigt. T-Mobile hat ebenso wie die Düsseldorfer Konkurrenz für die Eltern als Vertragskunden Prepaid-Karten für Kinderhandys im Programm. Darauf kann ein begrenztes Guthaben zur Verfügung gestellt werden, die Kosten bleiben unter Kontrolle. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, können auf den Karten der Kids Premium-SMS-Dienste ebenso gesperrt werden wie der teure Download von Klingeltönen, Logos oder der Zugang zu 0190er- und 0900er-Rufnummern. „Letztendlich liegt es jedoch in der Hand der Eltern, die Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Technik zu erziehen“, erklären Vertreter der Industrie wie Bresgen von T-Mobile.

Die Ausgaben für das Handy sind bei Jungen mit 29 % des Taschengeldes und bei Mädchen mit 31 % etwa gleich. Der Umgang mit den Kommunikationskosten will jedoch gelernt sein, zeigen die Statistiken der Schufa. Grund für die Verschuldung junger Erwachsener um die zwanzig sind zumeist die falsch kalkulierten Kosten für das Handy.

Und nicht jedes Kind ist so vernünftig wie Miklas oder Maxine, die nur telefonieren, „wenn es unbedingt sein muss“. Simon gesteht, dass er „früher schon aufpassen musste“, um sein Budget von 15 € für das Verschicken von SMS nicht zu überschreiten. Kostenbewusst hat er sich für das neue Lowcost-Angebot Simyo entschieden, das E-Plus seit Juni anbietet und fragt zur Vorsicht noch mal nach: „Kennen Sie das?“ D. WENDELN/rb

www.egmont-for-kids.de

Von Wendeln/Regine Bönsch
Von Wendeln/Regine Bönsch

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