Airbus als Vorbild 06.02.2015, 12:23 Uhr

IT-Sicherheitsindustrie: Fraunhofer fordert Zusammenschluss kleinerer Unternehmen

Der europäische Flugzeugbauer Airbus könnte das Vorbild sein für die Schaffung einer schlagkräftigen europäischen IT-Sicherheitsindustrie. Nur wenn sich ähnlich wie bei Airbus kleine Unternehmen mehrerer Länder zusammenschließen, könnten sie gegen die übermächtige IT-Industrie Asiens und der USA bestehen, meint der Chef des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt, Michael Waidner.

Zusammenschluss in Konsortien: Der europäische Flugzeugbauer Airbus könnte das Vorbild sein für die Schaffung einer schlagkräftigen europäischen IT-Sicherheitsindustrie, denkt Michael Waidner, Chef des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie. 

Zusammenschluss in Konsortien: Der europäische Flugzeugbauer Airbus könnte das Vorbild sein für die Schaffung einer schlagkräftigen europäischen IT-Sicherheitsindustrie, denkt Michael Waidner, Chef des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie. 

Foto: Airbus

„Wir brauchen ein europäisches Gegengewicht zu den großen IT-Herstellern in den USA und Asien, sozusagen eine Initiative für die IT“, schlägt Waidner im Interview mit den VDI nachrichten vor. „Ähnlich wie die, die vor 35 Jahren zur Gründung von Airbus geführt hat.“

Ein Zusammenschluss von Unternehmen sei notwendig. „Nur so können wir bestimmte sicherheitskritische IT selbst herstellen und Ansätze entwickeln, wie wir aus Komponenten anderer Herkunft dennoch vertrauenswürdige Systeme produzieren“, so Waidner.

„Wir müssen also die Airbus-Idee für die europäische IT-Sicherheit wiederbeleben.“ Airbus war 1970 gegründet worden, nachdem sich zuvor mehrere Flugzeugbauer in Deutschland und zwei größere Hersteller in Frankreich in nationalen Konsortien zusammengeschlossen hatten. Später traten auch die spanische Casa und die British Aerospace der „Airbus Industrie“ bei.

In Europa fehlen große Hersteller 

In Europa seien wie damals im Flugzeugsektor die Unternehmen zu klein. „Allein in Deutschland gibt es Hunderte von kleinen, sehr innovativen Herstellern im IT-Bereich. Es fehlen aber die großen Hersteller und Konsortien, die die ganze Breite der IT abdecken und damit eine Integrationsplattform für die kleineren Hersteller bilden könnten“, schildert Waidner das Problem.

Der Chef des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt, Michael Waidner, fordert den Zusammenschluss kleiner IT-Unternehmen in Europa. Nur so hätten sie eine Chance gegen die übermächtige IT-Industrie Asiens und der USA zu bestehen. 

Der Chef des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie in Darmstadt, Michael Waidner, fordert den Zusammenschluss kleiner IT-Unternehmen in Europa. Nur so hätten sie eine Chance gegen die übermächtige IT-Industrie Asiens und der USA zu bestehen. 

Foto: Fraunhofer SIT

„Gerade im IT-Sicherheitsbereich mangelt es teilweise auch noch am europäischen Markt; viele Lösungen sind auf die nationalen Märkte ausgerichtet. Daher will ich einen schlagkräftigen Verbund ähnlich wie das ursprüngliche Airbus-Konsortium.“

Resultat sind Schlupflöcher für die NSA

Auch bei der Standardisierung müsse Europa eine selbstbewusste Rolle spielen. „Eines der international einflussreichsten Standardisierungsgremien ist das amerikanische NIST, wodurch schon klar wird, dass Europa hier keinen so großen Einfluss hat“, kritisiert Waidner. Und das habe etwa dem Geheimdienst NSA die Schlupflöcher geboten. „Das Paradebeispiel dafür ist der nahezu unbemerkte, von der NSA veranlasste Einbau einer Hintertür in einen kryptografischen Standard von NIST.“

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