Dokumentenmanagement 15.11.2002, 18:22 Uhr

Infoschatz in der Datenbank

VDI nachrichten – Berechnung und Dokumentation werden noch enger miteinander verknüpft, erwartet Berechnungsspezialist Rashid Ahmad von MSC Software, Alzenau. Grund dafür ist die Zunahme an Berechnungsdaten und der Druck, Entwicklungsprozesse zu beschleunigen.

VDI nachrichten: Ihr Unternehmen ist im März auf der CeBIT erstmals als Komplettanbieter aufgetreten. Weshalb haben Sie diesen Weg, weg vom reinen FEM-Spezialisten, gewählt?

Rashid Ahmad: Unser wichtigster Grund waren die Bedürfnisse unserer Kunden. Außerdem erhöht diese Ausrichtung, zusammen mit der gewachsenen Bedeutung der Berechnung, unsere Wachstumschancen.

VDI nachrichten: Wie macht sich das bemerkbar?

Rashid Ahmad: Früher war die Berechnung Aufgabe einzelner Berechnungsingenieure, heute ist die FEM-Analyse innerhalb der gesamten Prozesskette ein wichtiges Werkzeug. Mit der Software alleine ist jedoch das volle Potenzial der Technologie nicht abzurufen. Gesamtlösungen aus einer Hand sind gefragt, um Reibungsverluste zu reduzieren.

Ein weiterer Grund für den Schritt zum Systemanbieter ist die Einführung von FEM-Berechnung in Unternehmen, die bisher keine Berechnung durchführen konnten. Diese können sich die nötige Kompetenz nicht über Nacht aneignen. Sie brauchen eine Strategie, wie sie den Anforderungen ihrer Kunden schnell gerecht werden können. Wir unterstützen diese Unternehmen, indem wir ihnen helfen, Kompetenz aufzubauen und ihren Entwicklungsprozess zu verbessern.

VDI nachrichten: Ihre Hauptanwenderbranche ist die Automobilindustrie. Welche Anforderungen werden dort an Sie gestellt?

Rashid Ahmad: In der Automobilindustrie wird mehr denn je simuliert. Ergebnisse müssen immer schneller verfügbar sein, trotzdem sollen die Kosten sinken. Unsere Antwort darauf sind FEM-Anwendungen, die speziell für den Einsatz auf Linux-Clustern angepasst wurden MSC.Linux. Vergleicht man Preis und Leistung dieser Systeme mit anderen Lösungen, dann schneiden wir deutlich besser ab als andere Hochleistungscomputer.

VDI nachrichten: Können Sie das etwas konkreter formulieren?

Rashid Ahmad: Wir sprechen von etwa dem halben Preis für die gleiche Rechenleistung. Teilweise erreichen wir die gleiche Leistung zu 1/5 der Kosten.

VDI nachrichten: Der Preis ist aber nur eine Anforderung?

Rashid Ahmad: Die Daten aus der Simulation, sind für die OEMs (Original Equipment Manufacturer, d. Red.) zunehmend wichtiger geworden. Auch die Menge dieser Daten ist immens gewachsen. Häufig gestellte Fragen sind inzwischen: »Wer hat die Daten errechnet?« und »Wo sind die aktuellen Entwicklungsstände zu finden?« Man braucht eine angemessene Lösung zur Verwaltung der Daten. Wir sprechen hier von »Simulation Data Management« oder kurz SDM. Mit unserem SDM-System »MSC.virtualInsight« bereiten wir eine Fülle an Informationen so auf, wie sie der jeweilige Anwender benötigt.

Längst ist der Kreis der Personen gewachsen, die Zugriff auf die Berechnungsergebnisse haben müssen. Inzwischen greifen Design-Ingenieure, Management und in einigen Fällen auch das Seniormanagement auf die Daten zurück. Außerdem müssen Altdaten auch Jahre nach der Generierung wieder schnell auffindbar sein.

VDI nachrichten: Was passiert dabei?

Rashid Ahmad: Wenn es z.B. Zuverlässigkeitsprobleme mit einem Teil gibt, will man wissen, was früher berechnet wurde. Mit unserer Lösung werden Berechnungen automatisch archiviert. Sie sind also auch verfügbar, wenn der zuständige Design-Ingenieur krank ist oder das Unternehmen bereits verlassen haben sollte. Ein Manager will allerdings keine Details, sondern einen knappen Bericht, eine Grafik sehen. Auch das lässt sich mit unserem System erreichen.

VDI nachrichten: Wie stehen Sie zu FEM-Lösungen für den Konstruktionsarbeitsplatz?

Rashid Ahmad: Die Frage muss man differenziert betrachten. Sie müssen unterscheiden zwischen einem Konstrukteur, der klassischerweise Zeichnungen oder Modelle erstellt, und einem Berechnungsingenieur, der für die Berechnung zuständig ist. In der Zukunft wird sich ein zusätzlicher Beruf etablieren: der »CAE-Design-Engineer , der mit integrierten Produkten sowohl Konstruktion als auch Berechnungen von mittlerer Komplexität beherrscht. Trotzdem wird der Entwicklungsingenieur für die Highend-Analyse und die richtige Interpretation der Ergebnisse weiterhin seine Berechtigung haben bzw. erforderlich sein.

VDI nachrichten: Wo sehen Sie in naher Zukunft die größten Herausforderungen für die FEM-Berechnung?

Rashid Ahmad: Ich sehe zwei große Herausforderungen: Zum einen muss die Integration der FEM-Berechnung in den gesamten Entstehungsprozess weiter vorangetrieben werden. Durch einen durchgehenden virtuellen Produktentstehungsprozess könnten Produkte noch schneller zur Marktreife gebracht werden. Die zweite große Herausforderung ist eine stochastische Betrachtung von FEM-Analysen, um z.B. Fertigungstoleranzen und ähnliche natürliche Streuungen zu berücksichtigen. Wir beschäftigen uns damit schon seit längerer Zeit und haben mit einigen Kunden bereits entsprechende Lösungen erarbeitet.

Von Martin Ciupek

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