Telekommunikation 02.12.2005, 18:41 Uhr

„30 Mio. bis 40 Mio. Skype-Telefonierer werden auch Video-skypen“  

VDI nachrichten, Hamburg, 2. 12. 05 – Seit Juli 2005 ist Tim von Törne Deutschlandrepräsentant von Skype, dem Shootingstar unter den IP-Telefonieanbietern. Kein ruhiger Job, denn Skype gibt mächtig Gas und bietet Kommunikation auf vielen Kanälen. Nach der IP-basierten Telefonie und Instant Messaging kommt seit dem gestrigen Donnerstag auch der Bereich Videotelefonie hinzu.

v. Törne: Wir bleiben damit unserem Primärziel „Kommunikation“ treu und erweitern die Funktionalitäten der Skype-Telefoniesoftware um den Bereich „Video“, weil wir wissen, dass sich viele Kunden diese Funktionalität wünschen. Außerdem wollen wir damit natürlich auch neue Kunden ansprechen wollen, für die Skype-Video ein zusätzlicher Grund sein könnte, Skype in all seiner Bandbreite zu nutzen.

VDI nachrichten: Was bedeutet „Skype“ und was darf man von Skype unter dem „Primärziel Kommunikation“ in Zukunft erwarten?

v. Törne: Das Kunstwort „Skype“ leitet sich aus sky (Himmel) ab, sowie den ersten zwei Buchstaben von Peer-to-Peer (P2P), also der 1:1-Kommunikation. Mit den Bereichen Video und Audio haben wir schon den wesentlichen Teil der Kommunikation über IP-Netze abgebildet. Möglich wäre auch, dass Skype über immer neue Zugangsarten benutzt wird, sei es über drahtgebundene Zugänge wie DSL oder jede Form von drahtlosen Zugängen wie Mobilfunk oder WLAN über Hotspots.

Bleiben wir bei der neuen Videofunktion: Welche Zielgruppen wollen Sie in erster Linie ansprechen?

v. Törne: Zunächst einmal natürlich alle Menschen, die Skype bereits nutzen. Denn die Video-Funktion ist Bestandteil des neuen Skype-Release 2.0 und wird allein durch die Updates, die die Nutzer vornehmen, dann per se auf den Rechnern vorhanden sein. Wie viele letztlich das neue Feature nutzen werden, hängt neben der Hardwareausstattung, wie dem Vorhandensein einer Webcam, natürlich auch davon ab, wie es um die die Übertragungsqualität bestellt sein wird. Und da sind wir bestens gerüstet. Mit den von uns zertifizierten Kameras, wie etwa von Logitech oder Creative, kommen wir auf mindestens 15 Bilder/s, was für den Webcam-Bereich schon ganz ordentlich ist und nahezu fließende Bilder garantiert. Unserer Meinung nach werden besonders Studenten und Familien die Ersten sein, die den Videobereich für sich entdecken werden.

Also sehen Sie den Einsatz von Skype-Video ausschließlich im privaten Sektor?

v. Törne: Ganz und gar nicht. Bereits ein Drittel unserer Kunden nutzt Skype auch geschäftlich und da liegt es nahe, dass diese Kundengruppe ihre neuen Erfahrungen mit Skype 2.0 auch in ihr Geschäftsleben überträgt. Sprich: Wenn jemand privat mit einem Produkt zufrieden ist und dieses auch geschäftlich nutzen kann, wird er es wenn möglich auch versuchen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sehen wir dabei in der Vorreiterrolle, aber auch Unternehmen mit einer sehr dezentralen Struktur, die bei der internen Kommunikation nicht nur die Kostenvorteile der IP-basierten Telefonie realisieren, sondern darüber hinaus auch ihre geografisch weit entfernten Kollegen live sehen können. Das fördert aktiv das Betriebsklima und das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb eines Unternehmens.

Sie sprachen von „zertifizierten Kameraprodukten“, mit denen Sie zusammenarbeiten.

v. Törne: Natürlich sehen wir uns in der Pflicht, unseren Kunden beste Qualität zu bieten. Prinzipiell funktioniert Skype-Video natürlich auch mit vielen Webcams anderer Hersteller, aber wir empfehlen unseren Nutzern auch gerne Produkte, die wir ausführlich getestet haben und die unseren Qualitätsansprüchen entsprechen. Daher verleihen wir nicht nur das Zerfikat an bestimmte Produkte, sondern bieten ausgesuchte Kameras mit Skype-Zerfikat auch über unseren Webshop an.

Das wird die zertifizierten Kamerahersteller sicher freuen, denn Skype-Video wird ihre Umsätze vermutlich ankurbeln.

v. Törne: Nicht nur die zertifizierten Kamerahersteller werden sich freuen – ich bin mir sicher, dass alle Anbieter von Webcams davon profitieren werden, denn Skype 2.0 wird aller Voraussicht nach für einen enormen Push sorgen. Derzeit haben wir weltweit 63 Mio. Nutzer und es kommen jede Woche rund 1 Mio. neue Nutzer hinzu. Wir schätzen, dass innerhalb der ersten drei Monate – sagen wir mal bis Ende März 2006 – knapp die Hälfte aller Skype-User die Videofunktion auch benutzen wird. Das wird dann zu dem Zeitpunkt etwa 30 Mio. bis 40 Mio. Nutzern entsprechen. Da werden sich die Anbieter von Webcams sicherlich auf einen Nachfrageschub, ausgelöst durch Skype-Video, einstellen können.

Welche Hardwarevoraussetzungen gibt es bei der Benutzung von Skype-Video zu beachten?

v. Törne: Neben einer Webcam ist zunächst ein Windows-Betriebssystem Voraussetzung für den Skype-Videobetrieb, da unsere Nutzer mehrheitlich Windows verwenden. Mac- und Linux-Systeme spielen eine eher untergeordnete Rolle, aber wir werden auch für diese Systeme Lösungen anbieten.

Skype legt nach eigenen Aussagen großen Wert auf die Sicherheit in der Kommunikation. Mit steigender Marktdurchdringung wird Skype jedoch immer interessanter für Hacker und Cracker.

v. Törne: Stimmt, je verbreiteter Skype wird, desto mehr wird es kriminelle Subjekte anziehen, die sich durch einen Einbruch in das System einen Gewinn versprechen. Aus Qualitäts- und Sicherheitsgründen haben wir von Anfang an nicht auf den Übertragungsstandard SIP oder H.323 gesetzt, sondern einen eigenen Übertragungsstandard entwickelt. Darüber hinaus werden die übertragenen Daten verschlüsselt, so dass selbst abgefangene Datenpakete für Menschen mit krimineller Energie nahezu wertlos sind. Die Sicherheit unseres Systems wurde uns vor kurzem erst durch ein unabhängiges Gutachten von Anagram Laboratories bestätigt.

Die Videofunktion ist eingebettet in das neue Release Skype 2.0. Was sind im Telefoniebereich die hervorstechenden Merkmale der neuen Version?

v. Törne: Neben einer verbesserten Kontaktgruppierung, wie man sie von E-Mail-Programmen kennt, verfügt die neue Version über ein modifiziertes Authentisierungsverfahren. Darüber hinaus tragen wir in der neuen Version dem Wunsch vieler Nutzer nach visuellen Zusatzinformationen in ihren Telefonverzeichnissen Rechnung. So kann man individuelle Nachrichten hinterlegen, wie etwa „nur in dringenden Fällen anrufen“ oder „Meeting bis 14:00 Uhr“, die bei jedem zu sehen sind, der diesen Partner in seinem Kontakteordner angelegt hat. Mit dem Premiumdienst SkypeIn sind Skype-Nutzer auch aus dem traditionellen Telefonnetz über eine deutsche Festnetznummer erreichbar.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten – wie würde er lauten?

v. Törne: Ich würde mir wünschen, dass sich der Begriff „skypen“ als Synonym für die internetbasierte Kommunikation etabliert. So wie „Tempo“ als Synonym für Papiertaschentücher gilt, so wie „googeln“ mittlerweile als Synonym für die Internetsuche gilt. Google hat im vergangenen Jahr mit dem Begriff „googeln“ sogar den Sprung in den deutschen Duden geschafft. Etwas sehr Ähnliches würde ich mir für Skype bzw. „skypen“ wünschen.

Von Peter Kellerhoff

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