CeBIT 2010 19.02.2010, 19:45 Uhr

Immer mehr ERP-Anbieter setzten auf das SaaS-Pferd  

Der Wechsel an der SAP-Spitze sowie das Absacken des SAP-Aktienkurses haben es gezeigt – der Markt für Unternehmenssoftware (ERP) befindet sich im Umbruch. Doch nicht nur SAP-Kunden stellen das Modell von traditioneller Lizenz und Wartung infrage und schauen sich Miet-Software („Software as a Service“, SaaS) genauer an. Dementsprechend schwenken die Hersteller zum Mietmodell um. Doch dieses eignet sich nicht für jedes Unternehmen. VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 2. 10, pek

„Aktuell ist eine Dreiteilung des Marktes zu beobachten“, konstatiert Frank Naujoks, Analyst bei i2s. „Auf der einen Seite die sogenannten globalen Full-Stack-Anbieter wie SAP, Microsoft, Oracle, aber auch Salesforce.com.“ Diese Anbieter bieten proprietäre Entwicklungsplattformen, auf denen Partner Zusatzmodule oder Branchenlösungen entwickeln können.

Anbieter wie Sage oder Agresso verfolgen wiederum die Strategie der Spezialisierung, um kleine und mittlere Unternehmen (Sage) sowie den öffentlichen Sektor (Agresso) optimal durch Partner anzu sprechen und zu unterstützen.

$Bild1$ „Schweren Zeiten blicken Local He- roes entgegen“, sagt Naujoks voraus. „Diese auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisierten Anbieter kämpfen mit den Folgen der Globalisierung ihrer Kundschaft.“ Denn mit den Jahren sei der Anspruch der Klientel dem der Großunternehmen bezüglich Funktionalität, Sprachversionen und Multi-Währungsfähigkeit immer ähnlicher geworden.

„SAP ist als ERP-Marktführer mit großen Schritten in den SaaS-Markt marschiert“, so Naujoks. „Wenn man sich aber die Umsatzmodelle der größten ERP-Anbieter ansieht“, wendet Infors Chief Strategy Officer Bruce Richardson ein, „so wird es mindestens fünf bis zehn Jahre dauern, bis Cloud/SaaS einen signifikanten Anteil an den Gesamtumsätzen erzielen kann. Besonders in der Fertigungsindustrie sind ERP-Nutzer wenig geneigt, installierte Systeme rauszureißen.“ Die Kunden wollten vielmehr ihre IT-Kosten senken und hätten deshalb Virtualisierung und Cloud Computing rasch akzeptiert. Zugleich investieren sie in die Erhöhung der Produktivität von Mitarbeitern und Kapital.

Risiken schrecken jedoch Anbieter wie Sage oder Update nicht davon ab, eigene Angebote auf den Markt zu bringen. Während diese bei Sage eng fokussiert sind, setzt man beim CRM-Spezialisten Update Software ganz auf das Mietmodell: „Update.revolution ist die erste bedarfsgerecht individualisierbare, branchenspezifische CRM-Lösung auf SaaS-Basis“, tönt es aus Wien. „Mit update.revolution machen wir uns ganz und gar die Kundenperspektive zu eigen und tragen für den Kunden das gesamte Projektrisiko“, erklärt Update-CEO Thomas Deutschmann, „auch bei anspruchsvollen CRM-Projekten. Der Kunde zahlt keine Beratung, kein Customizing, keinen Support – er zahlt nur die Nutzung seiner individuellen Lösung, die wir für ihn zusammenstellen und betreiben.“

Doch auch die Anbieter, die jetzt auf den SaaS-Zug aufspringen, werden, so Naujoks, harte Lektionen zu lernen haben. „Die Anbieter müssen den Übergang von Vorabbezahlung der Lizenzen zu einer monatlichen Rate schaffen, ohne in Liquiditätsengpässe zu kommen“, so der Schweizer IT-Berater. „Hier müssen Anbieter auch lernen, dass SaaS zu Kündigungen führen kann und dass Skalierung auch bedeutet, dass im Falle von Arbeitsplatzabbau sich sehr schnell die monatlichen Zahlungen reduzieren.“ Er ist sich jedoch gewiss: „Zurzeit bremsen die Entwicklungskosten der Anbieter sowie Sicherheits- und Datenschutzbedenken der Anwender die Marktentwicklung. Sobald sich eine Klärung der Abrechnungs-, Lizenzierungs- und Einführungsmodelle abzeichnet, wird der Markt wachsen.“ Dann werde der ERP-Sektor auch den verstärkten Eintritt von Ebay, Amazon und Google in den Markt sehen. MICHAEL MATZER

Von Michael Matzer
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