Telekommunikation 15.07.2005, 18:39 Uhr

Hightech aus China mischt den Netzwerkmarkt auf  

VDI nachrichten, Köln, 15. 7. 05 – Chinesische Ingenieure und Techniker haben bisher vor allem als hervorragende Kopierer von Technologie von sich reden gemacht, die technische Markenprodukte erfolgreich zu Billigpreisen verkauften. Inzwischen bemühen sich die chinesischen Unternehmen um ein seriöses Image am Weltmarkt. Nachdem Querelen um Patentrechte mit dem großen US-Konkurrenten Cisco ausgestanden sind, sucht Huawei jetzt Kunden vor allem in Europa.

Länger, immer länger wird die Kundenliste von Huawei: Dazu gehören Unternehmen wie die British Telecom, der französische Internet-Serviceprovider Free S.A. und jetzt auch der Kölner Netzbetreiber QSC AG. „Wir haben uns mit Huawei für einen der weltweit führenden Anbieter von Netztechnologie entschieden“, räumt Frank Thelen, der bei QSC AG für das so genannte NGN-Projekt (Next Generation Network) verantwortlich ist, alle Zweifel aus dem Weg.

Die Entscheidung für das NGN-Projekt ist für QSC von hoher strategischer Bedeutung. „Wir können unseren Kunden damit alle Kommunikationsdienste – also die Übertragung von Sprache und Daten – über eine einzige Leitung anbieten“, erläutert Thelen. Die erwarteten monatlichen Einsparungen bei den Kommunikationskosten für die QSC-Kunden beziffert er zwischen 30 % und 50 %.

Profil
QSC AG

– deutscher Telekomdienstleister mit eigenem DSL-Netz, gegründet 1997 – bundesweite Kommunikationsdienstleistungen, vor allem für Geschäftskunden, wie Standleitungen, VPN, Sprach- und Datendienste – Umsatz 2004: 145,9 Mio. € – Nettoergebnis 2004: -21,6 Mio. € – Mitarbeiter 2004: 367

@ www.qsc.de

QSC sollte sich sicher sein, auf solide Technik zu setzen, will man die Kundschaft nicht vergraulen. Der bundesweite Telekommunikationsanbieter mit eigenem DSL-Netz bietet nämlich vor allem Geschäftskunden umfassende Kommunikationsservices an. Die Spanne reicht von Standleitungen in verschiedenen Bandbreiten über Sprach- und Daten-Dienste bis hin zu individuellen Vernetzungen von Unternehmen (VPN). QSC, im TecDAX gelistete, bietet Leistungen in Deutschland nahezu flächendeckend an und erreicht 100 Städte in Deutschlands.

Für die Auswahl des Technologiepartners Huawei, der QSC nun diese neuen Services ermöglicht, hat Thelen gute Gründe: Seiner Einschätzung nach sind die Chinesen früher in der Lage „Technik zu liefern, über die andere bisher nur reden“. Den Vorsprung der Chinesen gegenüber dem etablierten Wettbewerb aus Europa und den USA schätzt er auf „gut ein Jahr“.

Voll des Lobes ist Thelen auch über den Service seiner asiatischen Partner: „Wir fühlen uns als sehr exklusiver Kunde, dessen Wünsche sofort berücksichtigt werden.“ So wurde zum Beispiel die Änderung einer Software über Nacht erledigt.

Profil
Huawei Technologies

– chinesischer Telekommunikations- und Technologiekonzern, gegründet 1988 – …. entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Produkte für Fest-, Mobilfunk- und Datenkommunikationsnetze – Umsatz 2004: 3,827 Mrd. $ – .Gewinn 2004: 624 Mio. $ – Mitarbeiter 2004: 24 000

@ www.huawei.com/IndexEn.do 

Jin Wang, verantwortlich für Huaweis Marketing in Europa, kann sich vorstellen, künftig auch chinesische Mobiltelefone in Europa zu kaufen, „vorausgesetzt Huawei findet den richtigen Partner dafür“.

Wang legt viel Wert darauf, die zielstrebige Expansion in Europa im gegenseitigen Einvernehmen mit Unternehmen vor Ort voranzutreiben, „in einer Beziehung, von der beide Seiten eine Nutzen haben“, betont er.

Den Nutzen von Partnerschaften mit chinesischen Unternehmen haben auch die etablierten Netzbetreiber erkannt: Alcatel, Siemens oder Marconi haben inzwischen alle ihre Kunden und auch Kooperationspartner im chinesischen Markt gefunden.

So hat der Bereich Communications von Siemens bereits im vergangenen Jahr einen Kooperationsvertrag mit Huawei geschlossen. Das Abkommen beinhaltet die Integration von Huaweis Netzinfrastrukturprodukten in die Siemens-Kommunikationslösungen für Firmenkunden. Der Deal und umfasst vor allem das Portfolio der Chinesen für Router und Switches.

Marconi hat zu Beginn dieses Jahres angekündigt Produkte von Huawei in Europa zu vertreiben. Im Gegenzug wird Huawei die am Standort Backnang entwickelte Richtfunktechnologie für Zugangsnetze der nächsten Generation an Schlüsselkunden in China vertreiben. DOROTHEA WENDELN-MÜNCHOW

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  • Dorothea Wendeln-Münchow

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