BSI empfiehlt neue Passwörter 21.01.2014, 15:00 Uhr

Hacker haben 16 Millionen E-Mail-Konten in Deutschland geknackt

Hacker haben Passwörter von rund 16 Millionen E-Mail-Konten in Deutschland geknackt. Ob die eigene Adresse betroffen ist, kann man auf der Homepage des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) herausfinden. Falls dies der Fall ist, empfiehlt das BSI, die Zugangsdaten sofort zu ändern und den Computer digital zu säubern.  

Teilnehmer des Chaos Communication Camps 2007: Hacker haben Millionen Passwörter für Online-Konten geknackt. Das BSI empfiehlt einen sofortigen Online-Check und die Änderung von Passwörtern.

Teilnehmer des Chaos Communication Camps 2007: Hacker haben Millionen Passwörter für Online-Konten geknackt. Das BSI empfiehlt einen sofortigen Online-Check und die Änderung von Passwörtern.

Foto: dpa/Arno Burgi

Forschungseinrichtungen und Strafverfolgungsbehörden sind auf 16 Millionen gehackte Benutzerkonten gestoßen. Das teilte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am heutigen Dienstag mit. Die gefundenen Datensätze enthalten E-Mail-Adressen und Passwörter und sind mittlerweile in Händen des BSI. 

BSI bietet Online-Check von Passwörtern an

Auf der Homepage des BSI lässt sich herausfinden, ob die eigene E-Mail-Adresse betroffen ist. Internetnutzer können dort ihre Adresse eingeben.

Sollte sie in der gefundenen Datenbank der Hacker auftauchen, erhalten sie eine Nachricht per E-Mail. „Wenn das passiert, ist ihr Rechner wahrscheinlich mit einer Schadsoftware infiziert“, erklärt Tim Griese vom BSI in Bonn. Betroffene sollten dann sofort ihr Passwort wechseln. Aufgrund des hohen Ansturms ist die Seite derzeit allerdings überlastet und nicht erreichbar.

BSI macht wegen laufender Ermittlungen keine Quellenangabe

Aufgetaucht sind die Datensätze bei der Analyse sogenannter Botnetze, das sind Netzwerke gekaperter Computer, die Hacker meist ohne das Wissen der Nutzer mit Schadsoftware infizieren. Griese: „Die Schadprogramme werden unbemerkt auf den Rechnern der Anwender platziert, um beispielsweise Tastatureingaben und Anmeldevorgänge zu protokollieren oder Transaktionen direkt zu manipulieren.“ Oft werden über die gekaperten Rechnen Millionen von Spam-Mails abgesetzt. Zur Quelle der jetzt gefundenen Daten macht der BSI wegen laufender Ermittlungen allerdings keine Angaben.

User sollten Passworttaktik überdenken

Auch nicht Betroffene sollten diesen Fall zum Anlass nehmen, ihre Passwort-Taktik zu überdenken. Grundlegende Regel sollte sein, für Social-Media-Kanäle, Online-Händler und Bewertungsplattformen jeweils eigene Passwörter zu benutzen. Ansonsten haben Hacker mit einem geknackten Passwort freie Bahn und können sich in sozialen Netzwerken austoben und gleichzeitig auf große Shopping-Tour gehen. 

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