Textbausteine für alle 04.11.2015, 14:32 Uhr

Googles Inbox will automatisch unsere Mails beantworten

Wie schön ist das denn? Textbausteine in privaten Mails? Antwortschreiben, die sich lesen wie von einem Schreibcomputer? Genau so stellt sich Google die Zukunft der privaten Kommunikation vor. Googles Mail-Programm Inbox will eingehende Mails künftig selbst beantworten. Auf Knopfdruck.

Google rüstet derzeit sein Mail-Programm Inbox mit neuen Features aus. Ganz besonders nützlich: Das Programm schlägt selbstständig Antworten für eingehende Mails vor.

Google rüstet derzeit sein Mail-Programm Inbox mit neuen Features aus. Ganz besonders nützlich: Das Programm schlägt selbstständig Antworten für eingehende Mails vor.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Gehetzte Zeitgenossen, die immer online sind, kennen das: Peter schlägt ein Bierchen am Abend vor, das Ingenieur-Netzwerk lädt zum CAD-Workshop ein, der Chef setzt ein Meeting an, die Kinder schicken Grüße und die Frau sendet die Einkaufsliste. Und alle wollen rasch Zusagen, Absagen, Streicheleinheiten – oder wenigstens ein schnelles Ja, Nein, Zusage, Absage. Wie schön wäre es, wenn unser Mailprogramm das übernehmen könnte?

„Wir schaffen das“, hat sich Google gedacht und führt bei seinem Mailprogramm Inbox neue Funktionen an. Die wichtigste heißt Smart Reply. Sie analysiert mit ihren intelligenten Algorithmen jede eingehende Mail und stellt dem Nutzer drei kurze, vorformulierte Antwortmöglichkeiten zur Verfügung. Deckt sich eine einigermaßen mit dem, was der Nutzer ohnehin verfassen wollte, muss er diese Möglichkeit bloß antippen und die Mail absenden.

Bei komplizierten Inhalten schreibt Inbox nur eine Einleitung

In seinem Blog „googleresearch“ zeigt das Unternehmen aus Kalifornien in ein paar Beispielen, wie das Ganze aussehen soll. Einer Einladungsmail stellt das Programm die Antwortmöglichkeiten „Plant uns ein!“, „Wir werden da sein“ und „Sorry, wir werden leider nicht können“ zur Verfügung (in englischer Sprache). Zu einer Anfrage eines Mannes an seinen Kollegen, ob dieser vielleicht eine Anleitung für ein neues Computerprogramm habe, stellt „Inbox“ folgende Antwortmöglichkeiten bereit: „Habe ich nicht, sorry“, „Ich werde mal nachschauen“ und „Ich werde sie dir schicken“.

Tatsächlich könnten die vorgeschriebenen Antwortmöglichkeiten in manchen Fällen wohl völlig ausreichen und dem Nutzer ein paar Sekunden schenken. Doch die meisten Büromenschen wissen auch, dass sich zahlreiche der täglichen Mails vom Vorgesetzten und Kollegen nun mal nicht mit einfachen Antworten parieren lassen. Der Inhalt ist einfach zu komplex.

Um schneller auf die Flut eingehender E-Mails reagieren zu können, schlägt Inbox künftig verschiedene Kurzantworten vor. Die muss man nur noch anklicken und abschicken.

Um schneller auf die Flut eingehender E-Mails reagieren zu können, schlägt Inbox künftig verschiedene Kurzantworten vor. Die muss man nur noch anklicken und abschicken.

Foto: Google

Natürlich weiß das auch Google. Für solche Fälle verfasst das Programm dann drei verschiedene Texteinleitungen, die der Nutzer vervollständigen kann. Ob’s passt?

Automatische Antworten vorerst nur in Englisch

Die Funktion Smart Reply für Googles Inbox soll fortan in englischer Sprache zur Verfügung stehen. Wann es sie auch für deutsche E-Mails geben wird, ist noch nicht bekannt. 

Bei Googles App Inbox handelt es sich um ein sogenanntes Client-Programm, welches das gesamte Postfach eines GMail-Accounts zum Beispiel auf Smartphones und Tablets spiegeln kann. Verfügbar ist Inbox für die mobilen Betriebssysteme Android und iOS. Aber auch eine Desktop-Variante für stationäre Rechner ist vorhanden.

Für Jedermann seit Frühjahr dieses Jahres nutzbar, soll das intelligente Programm eigenmächtig für Ordnung im digitalen Posteingang sorgen, unter anderem durch automatische Gruppierung der Mails in Themenbereiche wie „Werbung“ oder „Einkäufe“, aber auch durch eine Erinnerungsfunktion an noch nicht gelesene Mails. 

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