Neuer Browser-Krieg im Anmarsch 05.04.2013, 16:38 Uhr

Google stoppt Zusammenarbeit mit Apple an gemeinsamer Browser-Engine

Der Internetkonzern Google hat die Arbeit mit Apple an der gemeinsamen Browser-Engine Webkit aufgekündigt. Damit droht ein neuer Browser-Krieg, wie es ihn in den 90-er Jahren zwischen Microsoft und Netscape gab.

Google hat die Zusammenarbeit mit Apple an der gemeinsamen Browser-Engine Webkit aufgekündigt. Jetzt könnte ein Browser-Krieg ausbrechen wie schon in den 90er Jahren.

Google hat die Zusammenarbeit mit Apple an der gemeinsamen Browser-Engine Webkit aufgekündigt. Jetzt könnte ein Browser-Krieg ausbrechen wie schon in den 90er Jahren.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Auf Webkit bauen derzeit die Browser beider Konzerne auf: Chrome von Google und Safari von Apple. Auch Opera nutzt Webkit. Mit Hilfe einer Engine können erst Websiten in Browsern angezeigt werden. Jetzt will Google eine eigene Browser-Engine mit dem Namen Blink entwickeln. AlsGrund des Ausstiegs aus dem Open-Source-Projekt nennt Google die unterschiedliche Weiterentwicklung der Browser von Google und Apple, heißt es im Chromium Blog. Da Webkit über die Jahre an die verschiedenen Browser-Varianten angepasst werden musste, wurde die Software so komplex, dass die Weiterentwicklung für Google immer schwieriger wurde.

Webkit als Browser-Engine hat maßgeblichen Einfluss auf das heutige Web. Deren Wurzeln liegen im Linux-Projekt KDE von 2001. Wie die Browser die Webseiten zeigen und wozu sie in der Lage sind, bestimmt das jeweilige Programm. Microsoft hatte sich jedoch nie an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligt, sondern die eigenen Browser-Engine Trident für seinen Internet Explorer entwickelt.

Unterschiede werden mit der Zeit zunehmen

Als Abspaltung von Webkit wird Blink wird zunächst für Entwickler und Anwender keine großen Änderungen zur Folge haben. Erst mit der Zeit dürften sich die Unterschiede vergrößern: Google will alle irrelevanten Bestandteile löschen. Dabei handelt es sich um 7000 Dateien mit 4,5 Millionen Zeilen Programmcode. Blink soll dadurch stabiler und fehlerresistenter werden. Die meisten Anwender und Entwickler würden die Veränderungen nicht bemerken, meint Adam Barth, Ingenieur bei Google.

Google-Programmierer könnten künftig einfacher Generalüberholungen vornehmen, heißt es bei Google. Alex Komoroske, Produktmanager bei Google, nennt Beispiele für Neuentwicklungen: Es soll möglich werden, jedes sogenannte Teilfenster einer Webseite – auch Frame genannt – in einen eigenen Prozess auszulagern. Da Muliticore-Prozessoren mit mehreren Rechenkernen die Seite gleichzeitig bearbeiten können, werden komplexe Seiten schneller gezeigt. Auf die gleiche Weise könnten auch die Sicherheit und die Stabilität des Browsers verbessert werden.

Auf die Google-Angkündigung hat die Mozilla-Organisation, die den BrowserOpera betreibt, schon reagiert. Obwohl Opera erst im Januar diesen Jahres den Beitritt zur Open-Source-Software Webkit erklärt hatte, will das Unternehmen aus Norwegen nun zu Blink wechseln.

Neuer Browserkrieg könnte ausbrechen

Unklar ist derzeit, welchen Folgen die Trennung von Google und Apple hat. Denn die großen Konzerne Google, Microsoft und Apple betreiben nun jeweils eigene Engines, die sich auseinander entwickelt dürften. Bereits in den 90er Jahren gab einen Browser-Krieg, damals zwischen Microsoft und Netscape. Den gewann Microsoft, der einstige Browser-König Netscape verschwand.

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