Project Loon 18.11.2014, 14:51 Uhr

Google startet Internet-Ballons über Australien

Im Dezember lässt Google 20 Helium-Ballons über dünn besiedeltem Gebiet im Nordosten Australiens aufsteigen. Es ist der größte Testlauf für das Project Loon von Google, das Internetzugang in abgelegene Regionen bringen soll.

Internet für alle: Mit Helium-Ballons will Google das Internet auch in entlegene Regionen bringen.

Internet für alle: Mit Helium-Ballons will Google das Internet auch in entlegene Regionen bringen.

Foto: Google

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Im Dezember will Google 20 Helium-Ballons in die Stratosphäre über das westliche Queensland schicken. Der australische Bundesstaat ist etwa fünfmal so groß wie Deutschland, aber mit 4,7 Millionen Einwohnern vergleichsweise sehr dünn besiedelt. Im Project Loon will Google Gebiete, die bisher keinen Internetzugang haben, ans Netz bringen. In Australien arbeitet der Internetriese dafür erstmals mit einem privaten Telekommunikationsunternehmen zusammen.

Test in Australien ist größter bisheriger Feldversuch im Project Loon

Seit über drei Jahren arbeitet Google in seinem Forschungslabor Google X an den Internet-Ballons. Sie transportieren Basisstationen und Antennen in etwa 20 Kilometer Höhe und bewegen sich mit den stratosphärischen Winden. Für den australischen Feldversuch, es ist der bisher größte im Project Loon, hat sich Google nun mit dem Mobilfunkprovider Telstra zusammengetan.

Vorbereitungen für Test-Ballon: Google hat bereits mehrfach Ballons getestet. Den größten Probelauf soll es im Dezember geben. Dann will Google in Australien 20 Helium-Ballons in die Stratosphäre über das westliche Queensland schicken. 

Vorbereitungen für Test-Ballon: Google hat bereits mehrfach Ballons getestet. Den größten Probelauf soll es im Dezember geben. Dann will Google in Australien 20 Helium-Ballons in die Stratosphäre über das westliche Queensland schicken. 

Foto: Google

Telstra stellt die Basisstation zur Verfügung, von der aus die Signale an die Ballons geschickt werden. Diese, dem 4G-Mobilfunk ähnlichen Signale, springen dann von Ballon zu Ballon und werden von dort an Haushalte und Mobilfunkgeräte auf der Erde gesendet. Bis zu 100 Tagen können die Ballons, die mit Solarpanelen ausgestattet sind, in der Luft bleiben.

Bei den bisherigen Testläufen von Google mit der WLAN-Versorgung aus der Luft hatte es in den letzten beiden Jahren allerdings auch einige Pannen gegeben. In den USA kollidierte ein tief fliegender Ballon mit einer Stromleitung, was die Energieversorgung einer nahegelegenen Ortschaft für eine Weile lahmlegte. In Neuseeland, wo im Juni 2013 Ballons in die Stratosphäre geschickt wurden, gab es Probleme mit dem Wind. Einer der Ballons stürzte ins Meer und wurde zunächst fälschlicherweise für ein abgestürztes Flugzeug gehalten.

Ballon verbindet abgelegene Schule in Brasilien mit dem Internet

Im Juni dieses Jahres aber konnte Google auch erste Erfolge verbuchen und eine brasilianische Schule durch einen hochfliegenden Ballon mit dem Internet verbinden. Die Schule liegt in der kleinen abgelegenen Ortschaft Campo Maior im Osten Brasiliens, nahe am Äquator. Schwache Internet- und Mobilfunksignale gab es bis dahin nur an wenigen Positionen im Ort.

Im Juni dieses Jahres gelang es, eine brasilianische Schule in einer abgelegenen Ortschaft durch einen hochfliegenden Ballon mit dem Internet verbinden. 

Im Juni dieses Jahres gelang es, eine brasilianische Schule in einer abgelegenen Ortschaft durch einen hochfliegenden Ballon mit dem Internet verbinden. 

Foto: Google

Inzwischen konnte Google nach eigenen Angaben nicht nur die Aufenthaltsdauer der Ballons in der Luft deutlich steigern und deren Steuerbarkeit verbessern, sondern auch die Bandbreite der Signale ausbauen. Mitte nächsten Jahres soll Project Loon die Experimentierphase hinter sich lassen und in mindestens einem Land dienstbereit sein. Langfristig will Google eine zusammenhängende Ballon-Flotte rund um die Erde schicken.

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