Internet 16.06.2006, 19:22 Uhr

Google entschädigt für Klickbetrug  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 6. 06 pek – So genannte Klickbetrüger schädigen Werbekunden um nicht unerhebliche Beträge. Dabei werden die Seiten von Suchmaschinen à la Google & Co. als Plattform immer attraktiver. Google richtet für seine geschädigten Werbekunden einen Entschädigungsfonds in Höhe von 90 Mio. $ ein.

Klickbetrug funktioniert so: Ein Unternehmen kauft z. B. bei einer Internetsuchmaschine einen Anzeigenplatz und bezahlt pro Klick, den diese Anzeige erhält, einen bestimmten Betrag an den Suchmaschinenbetreiber. Die liebe Konkurrenz des Werbetreibenden macht sich dann allerdings „einen Spaß“ daraus, so oft wie möglich auf die Anzeige des ungeliebten Wettbewerbers zu klicken, um diesen finanziell zu schädigen oder an seine Werbebudgetgrenze zu treiben.

Die Suchmaschine Google kam ins Visier der Kläger „Lane“s Gifts and Collectibles“ und Max Caulfield – sie hatten behauptet, dass Google keine angemessenen Maßnahmen ergriffen habe, um Klickbetrug und andere ungültige oder missbräuchlich Klicks auf Online-Anzeigen erkennen und verhindern zu können. Deshalb habe Google die Verträge mit den Anzeigekunden verletzt und sich ungerechtfertigt bereichert.

Ein noch vom Gericht zu bestätigender Vergleich beim Circuit Court of Miller County in Arkansas sieht nun vor, dass Google einen Entschädigungsfonds in Höhe von 90 Mio. $ einrichtet, um Opfer von Klickbetrügern zu entschädigen. Auch betroffene deutsche Unternehmen könnten in den Genuss einer Entschädigungszahlung kommen.

Google wies die Anschuldigungen der Kläger zurück und behauptete, dass alle von Sammelklägern erhaltenen Zahlungen rechtmäßig und ordnungsgemäß in Rechnung gestellt wurden und dass keine Verträge verletzt worden seien. Die 90 Mio. $ sollen nun abzüglich der Anwaltskosten von maximal 30 Mio. $ an alle Beteiligten in Form von Werbegutschriften verteilt werden. Dies betrifft alle Kläger, die seit Anfang 2002 Werbeanzeigen im Internet von Google gekauft haben.

In einer schriftlichen Stellungnahme bezeichnete Google den jetzt erzielten Vergleich als fair: „Wir glauben, dass der Prozentsatz ungültiger Klicks, der möglicherweise nicht entdeckt werden kann und für den Werbetreibende zahlen mussten, sehr klein ist.“ Google treffe proaktiv Maßnahmen, um ungültige Klicks auszufiltern, bevor sie den Werbekunden in Rechnung gestellt werden. Dafür setze Google „Top-Ingenieure“ ein.

Die Kläger hatten Google-Werbekunden weltweit angeschrieben und sie auf die geplante Sammelklage aufmerksam gemacht. Die E-Mail mit dem Betreff „Important Legal Notice Regarding Your Google AdWords Account“ dürfte jedoch wegen des englischen Titels bei vielen Adressaten im Papierkorb gelandet sein. Dabei ist sie höchst relevant: Treten die Werbekunden der Sammelklage bei, indem sie auf das Schreiben nicht reagieren, wird ihnen ein Teil des entstandenen Schadens erstattet. Für eine Entschädigung müssen sie lediglich ein Anspruchsformular ausfüllen. Damit verzichten sie auch auf künftige rechtliche Schritte. Sie können sich aber auch für ein Opt-Out entscheiden, also der Sammelklage bewusst nicht beitreten. Damit halten sie sich dann alle Rechte gegenüber Google für eine mögliche weitere Klage offen.

Auch das deutsche Unternehmen 44u Marketing war von den Klägern angeschrieben worden, um sich an der Sammelklage zu beteiligen. 44u-Technikexperte Lothar Wuth zu dem Klickbetrug: „Der finanzielle Schaden hielt sich bei uns bis Ende 2003 noch im Rahmen, nach unseren Daten zwischen 4 % und 6 %. Explosionsartig steigerte sich der Klickbetrug bei unseren US-Kampagnen ab September 2003 und bei EU- und Deutschland-Kampagnen ab Februar 2004 mit der Einführung von Adsense.“

Wuth: „44u entschied sich für ein Opt-Out, um sich rechtliche Schritte gegen Google in Zukunft offen zu halten. Lothar Wuth von 44u begründet dies so: „Wenn wir uns dieser Klage anschließen, attestieren wir Google einen Klickbetruganteil von nur 0,6 % und bekämen deshalb auch nur max. 0,6 % unserer eingezahlten Summe zurück.“

Geschädigte können das Anspruchsformular im Zeitraum von 19. Juni bis 4. August 2006 über die Website www.clicksettlement.com einreichen.

CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

 

Von Chr. Schulzki-Haddouti

Stellenangebote im Bereich Softwareentwicklung

in-tech GmbH-Firmenlogo
in-tech GmbH Informatiker als Softwareentwickler C++/Qt für industrielle Systeme (m/w/d) Garching bei München, München
Pixida-Firmenlogo
Pixida Functional Owner – Digital Services und Connected Devices (m/w/d) München
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Softwareingenieur (m/w/d) ASPICE für Entwicklungsprozesse Weissach
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG IT Security Expert (m/w/d) Digital Workplace Weilimdorf
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Jungheinrich Aktiengesellschaft Embedded Softwareentwickler (m/w/d) Norderstedt
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Embedded Software Developer (w/m/d) Böblingen
SimonsVoss Technologies GmbH-Firmenlogo
SimonsVoss Technologies GmbH Senior Middleware Stack Architect (m/w/d) Unterföhring bei München
DIgSILENT GmbH-Firmenlogo
DIgSILENT GmbH Ingenieur Elektrotechnik (w/m/d) Anwendungsentwickler C++ Gomaringen
Porsche AG-Firmenlogo
Porsche AG Service-Experte (w/m/d) Data-Streaming Weilimdorf
XTRONIC GmbH-Firmenlogo
XTRONIC GmbH Requirements Engineer Bereich Kombiinstrumente (m/w/d) Böblingen

Alle Softwareentwicklung Jobs

Top 5 IT & T…

Zu unseren Newslettern anmelden

Das Wichtigste immer im Blick: Mit unseren beiden Newslettern verpassen Sie keine News mehr aus der schönen neuen Technikwelt und erhalten Karrieretipps rund um Jobsuche & Bewerbung. Sie begeistert ein Thema mehr als das andere? Dann wählen Sie einfach Ihren kostenfreien Favoriten.