Entwicklerkonferenz F8 20.04.2017, 12:54 Uhr

Gerade gedacht – und schon auf Facebook gepostet

In Facebooks geheimnisvoller Abteilung „Building 8“ wird offenbar intensiv an einer Technologie zur Kommunikation durch reine Gedankenkraft gearbeitet. Natürlich nur im Sinne des Nutzers und einer offenen Welt. Es werden ausschließlich Gedanken gelesen, die man lesen lassen will…

Bildsoftware von Facebook: Jetzt arbeitet der Konzern an einer Software, die gedachte Worte ohne den Umweg über eine Tastatur in geschriebene Sprache umwandeln kann.

Bildsoftware von Facebook: Jetzt arbeitet der Konzern an einer Software, die gedachte Worte ohne den Umweg über eine Tastatur in geschriebene Sprache umwandeln kann.

Foto: Facebook

Der Mensch ist ja bekanntlich einer der schlechtesten Computer der Welt. Aber sein Gehirn, das kann eigentlich viel mehr, als das unterentwickelte Gehäuse zulässt. Die zentrale humane Steuerungseinheit habe beispielsweise die Datenkapazität, pro Sekunde vier Spielfilme in HD zu streamen, erklärt Mark Zuckerberg in einem aktuellen Post.

Die Sprachwerkzeuge dagegen hätten die Qualität eines Modems aus den 80er Jahren, sagt der Facebook-Chef. Härter kann ein Urteil aus dem Mund eines Computerfreaks wohl nicht ausfallen. Aber Zuckerberg wird das ändern. Dass Telepathie die Kommunikation der Zukunft sei, hatte er schon vor zwei Jahren verkündet.

Seine leitende Mitarbeitern Regina Dugan ließ er nun auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz F8 im kalifornischen San José erklären, dass man schon nah dran sei. Näher jedenfalls, als einer denken mag.

Forscherin war zuvor im Pentagon

Dugan leitet seit dem vergangenen Jahr Facebooks geheimnisumwitterte Abteilung „Building 8“, die vor allem an Hardware zum Thema Künstlicher Intelligenz arbeiten soll.

Sie bauen an der Zukunft der Kommunikation: Facebook-Chef Mark Zuckerberg (r.) mit der Chefin seines Experimentallabors, Regina Dugan.

Sie bauen an der Zukunft der Kommunikation: Facebook-Chef Mark Zuckerberg (r.) mit der Chefin seines Experimentallabors, Regina Dugan.

Foto: Facebook

Die 54-Jährige ist von Hause aus Maschinenbau-Ingenieurin, war vor Facebook ein paar Jahre bei Google, hat aber eine noch viel interessantere Vorgeschichte als Direktorin der Forschungsgruppe des amerikanischen Verteidigungsministeriums, der DARPA. Die Leute dort haben ja praktisch das Internet erfunden.

In San José präsentierte Dugan jetzt ein Projekt zur direkten Verwandlung von Gedanken aus dem Gehirn in geschriebene Sprache – ohne den Umweg über die lahmen biomechanischen Einrichtungen wie Stimmbänder und Zunge. Elektroden sollen die neuronale Aktivität im Gehirn so präzise erkennen, dass sie daraus Buchstaben ablesen können.

Einen technischen Ansatz gibt es schon

Völlig abstrus ist diese Vorstellung längst nicht mehr. Auch Dugan verwies auf die bereits erfolgreiche Entwicklung eines Implantates, mit dessen Hilfe gelähmte Menschen Wörter schreiben können. Die schon verfügbare Technologie hat aber zwei Haken: Erstens ist sie sehr langsam, bis zu acht Wörter pro Minute sind nach den bisherigen Tests nur möglich. Und zweitens erfordert sie ein Implantat im Kopf.

Wenn Gedankenlesen aber zum Volkssport werden soll, muss das viel schneller und einfacher gehen. Dugan gibt zu, dass es diese Technik bislang nicht gibt: „Wir werden sie erfinden müssen“, sagte die Wissenschaftlerin auf der Facebook-Konferenz. Aber sie gibt sich zuversichtlich, dass schon in ein paar Jahren bis zu 100 Wörter pro Minute machbar sein werden – etwa fünf Mal mehr, als per Tippen auf dem Smartphone heute möglich ist.

Auf seiner Entwicklerkonferenz F8 in den USA hat Facebook gerade die neuesten Entwicklungen und neuen Features vorgestellt.

Auf seiner Entwicklerkonferenz F8 in den USA hat Facebook gerade die neuesten Entwicklungen und neuen Features vorgestellt.

Foto: Facebook

Notwendig dafür sei aber die Entwicklung hochsensibler Sensoren, die außen am Kopf sitzen, etwa in einer Mütze, und die dann „hunderttausende Male pro Sekunde“ Hirnaktivität präzise erfasse. Um Sprache zu erkennen, braucht es eben noch bessere Technik als für die Erfassung etwa von Bewegungsbefehlen. Dass sich etwa Prothesen oder auch Spielzeug per Gedanken steuern lassen, ist ja schon bewiesen.

Wie filtert man bloß die Gedanken?

In Zukunft aber kann man dann auch eine Nachricht an einen Freund schreiben, ohne auch nur das Handy aus der Tasche holen zu müssen. Wie aber filtert man dann die eigenen Gedanken? Wie verhindert man, dass der Gedanke „Idiot“ schon beim Adressaten ist, lange bevor er über die Lippen gekommen wäre?

Es gehe ja gar nicht darum, zufällige Gedanken zu decodieren, sagt Dugan. Nur die Wörter, die man „sowieso ins Sprachzentrum geschickt“ habe, um sie mit anderen zu teilen. Und das sei genauso wie bei Fotos, die man macht. Da teile man ja auch nur eine Auswahl. Vermutlich müssen wir nur lernen, das eigene Sprachzentrum zu kontrollieren. Das kann ja manchmal eigenwillig sein.

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