Telematik 09.03.2001, 17:28 Uhr

Generalisten zwischen IT und Management

Die Technik in den Bereichen IT und Telekommunikation wird immer komplexer. Neben hoch spezialisierten Fachkräften sind deshalb zunehmend auch Generalisten gefragt, die den Überblick behalten. Besonders problematisch ist die Schnittstelle zwischen Technik und Management. Gute Aussichten daher für sogenannte Telematik-Manager.

Die Bereiche Telekommunikation und Informatik werden auch in Zukunft weiter zusammenwachsen. Das Ergebnis: Die Telematik als übergreifendes Fachgebiet gewinnt zunehmend an Bedeutung. Softwareentwickler und Programmierer, System- und Netzwerkspezialisten können größere Projekte kaum noch abwickeln, wenn sie sich nicht mit den Spezialisten der angrenzenden Fachgebiete austauschen. Und auch für das Management gilt: Ohne technisches Verständnis und übergreifendes Wissen, kommt es bei der Projektabwicklung schnell zu Reibungsverlusten. In den Unternehmen sind deshalb Generalisten gefragt, die die Verbindung zwischen Technik und Management herstellen können.
Die gerade einmal fünf Jahre alte Donau-Universität im österreichischen Krems, die bisher einzige staatliche Weiterbildungs-Hochschule in Europa, kann da Abhilfe schaffen. Der berufsbegleitende Lehrgang „Telematik-Management“ bildet die Grundlage für den Blick über den Tellerrand.
Der zwei-semestrige Universitäts-Lehrgang vermittelt eine Kombination aus den Bereichen Telekommunikation, Informatik, Medienlehre und Management. Am Ende steht mehr als nur ein geweiteter Horizont: Der akademische Grad „Master of Advanced Studies (Telematics Management), MAS“, ist eine handfeste Zusatzqualifikation, die den Weg in hohe und höchste Management-Positionen frei machen soll. Das funktioniert auch tatsächlich, versichert der Lehrgangsleiter und wissenschaftliche Mitarbeiter der Donau-Universität Attila Pausits: „Unsere Studenten bekommen schon während des Lehrgangs attraktive Jobangebote. Eine unserer Absolventinnen schaffte es sogar, innerhalb eines Jahres ihr Einkommen zu verfünffachen“.
Der universitäre Telematik-Lehrgang richtet sich an IT-Spezialisten, aber auch an branchenfremde IT-Einsteiger und solche, die mit der IT-Welt zurecht kommen und arbeiten müssen. Der Telematik-Manager, erklärt der Leiter der universitären Abteilung „Telekommunikation, Information und Medien“, Johann Günther, „bildet die Schnittstelle zwischen Technik und Management“. Er muss also von beiden Welten, die sich in nicht wenigen Unternehmen geradezu feindlich gegenüber stehen, etwas verstehen.
Entsprechend breit gefächert ist das Feld der Teilnehmer des Weiterbildungs-Studiums. Der bei der Münchener Firma ILF Consulting Engineers arbeitende Absolvent Bernd Schmutzer, selbst gelernter Kaufmann, erinnert sich an Lehrer, Mathematiker und Marketing-Assistenten im Alter zwischen 25 und 50 Jahren, die neben IT-Spezialisten mit ihm den ersten Telematik-Lehrgang im Jahre 1997/1998 besucht haben. Leicht sei es nicht gewesen, die sieben zweiwöchigen Lehrmodule mit dem weiter laufenden Beruf zu vereinbaren, aber es habe sich gelohnt. Dass für den Lehrgang insgesamt 21 500 DM Gebühren (ohne Unterkunft) verlangt werden, findet Schmutzer völlig in Ordnung: „Dann ist die Motivation der Teilnehmer sehr hoch“. Mitgebracht werden müssen außer Geld auch ein akademischer Abschluss oder eine gleichwertige berufliche Qualifikation sowie gute Englisch-Kenntnisse.
Der Universitäts-Lehrgang sei „genau auf die Zielgruppe abgestimmt, die nicht in die Tiefe gehendes, sondern Allgemeinwissen benötigt, um in höhere Positionen vordringen zu können“, schildert Lehrgangs-Absolvent Schmutzer die Lehrinhalte.
Den „young, entrepreneurial, tech-based“ IT-Fachkräften, kurz „Yetties“, gehöre die Zukunft, sagt Lehrgangsleiter Pausits. Die Informationsgesellschaft benötige „Generalisten“ mit „Mischqualifikation“. Ein Traumbewerber in der Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts bringe sowohl fundierte Kenntnisse im technischen wie auch auch in zusätzlichen Bereichen mit.
Dementsprechend breit gefächert ist das Spektrum der Themen. Die Ausbilder dozieren über Breitbandkommunikation und Netzwerkadministration Datenbanksysteme stehen ebenso auf dem Ausbildungsplan wie „Ethik in der Technologieentwicklung“ und „politische und soziale Aspekte der Informationsgesellschaft“. In Kleingruppen werden unternehmensbezogene Praxisprojekt eingeübt.
Der geprüfte Telematik-Manager Schmutzer hebt vor allem den Gewinn für die Unternehmenskommunikation hervor. Der Lehrgang habe „genau die Schnittstelle abgedeckt, an der die Leute normalerweise aneinander vorbei reden“.
RALF MÜLLER

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