Mobilfunk 14.02.2003, 18:23 Uhr

Gameboy im Handyformat

Farbige Java-Spiele mit Sound und 2-D- oder gar 3-D-Grafiken erobern peu à peu den Markt bei mobilen Datendiensten.

Die Vision: der Gameboy im Handyformat. Derzeit legt jeder Marktteilnehmer beim Spieleangebot nach und rechnet mit Gewinnen.
Rette sieben Haremsdamen! Die Aliens greifen in Wellen an! Gewinne die Olympiade 2004 in Athen! Nur einige von Hunderten Aufforderungen, die Handytastatur zu etwas anderem zu gebrauchen als zum Telefonieren. Was bis Jahreswechsel noch oftmals schwarz-weiß und als Low-Tech-Spiel daherkam, wird über neue Handys mit Farbdisplays, besseren Grafikkarten und Speicherchips immer ausgefeilter.
Kurz vor der CeBIT kündigen alle Mobilfunkunternehmen und Han-
dyhersteller neue Spiele an. Der Grund: Es winken glänzende Geschäftsaussichten. Laut Marktforscher Frost & Sullivan wurden mit Handyspielen 2002 erstmals über 500 Mio. « Umsatz in Europa erzielt. Bereits 2004 sollen 200 Mio. Menschen in Europa mit ihren Mobiltelefon spielen.
„Seit billige Java-Handys von Siemens und Nokia auf dem Markt sind, stiegen die Downloads von 5000 auf derzeit rund 150 000 pro Monat“, schwärmt Alexander Samwer, Chef des Handyportals Jamba. Dabei überstiegen die Umsätze bereits jetzt einfache SMS-Spiele um das Zwei- bis Dreifache. Bis Ende 2003 will er denn auch das Angebot auf 1000 Java-Applikationen zum Download aufstocken. Erfreulich für Samwer: Auch die Preise steigen pro Spiel. Lange bewegte sich die Spanne zwischen 2,99 € und 4,99 «. Derzeit gibt es Anwendungen bis zu 9,99 « für lizenzierte Spiele wie das Moorhuhn.
Neu unter den Java-Anwendungen sind Handy-Buddys, eine Mischung aus Tamagochi und persönlichem Assistenten, zum Downloaden. „Dank emotionaler Intelligenz ist der Buddy lernfähig und geht ein symbiotisches Eigenleben gemeinsam mit dem Handybesitzer ein“, erläutert Samwer. Da die Buddys mit einem Server verbunden sind, können sie sich im Gegensatz zu einmal heruntergeladenen Spielen ständig verändern. Auf ein Serversignal hin ist der Buddy dann z.?B. hungrig, der Besitzer muss ihn füttern.
Neben Erotik und Klingeltönen sind „Games der Haupttreiber für bezahlte Inhalte“. Davon ist auch Kenny Mathers, Senior Content Product Manager bei Motorola, überzeugt. In den nächsten Monaten wird es für die Farbhandys T720 und T720i rund 20 neue Java-Games geben. Darunter vor allem Playstation-Spieleklassiker wie „Stuntman“ oder „Driver“, für eine „ältere Zielgruppe“, so Mathers. Die Adaption der lizenzierten Spiele, die Motorola von
ifone aus Manchester bezieht, läuft darüber, dass „nur einzelne Episoden für je 5 «“ herunterladbar sind.
Laut Mathers ist es für Entwickler vor allem wichtig, wo die Limits bei Grafik, Sound und Schnelligkeit im Vergleich zur Playstation liegen. Da helfe auch UMTS nicht viel weiter, auch wenn die Downloads durch die höhere Bandbreite schneller vonstatten gingen, und die Geräte mit schnelleren Prozessoren, besseren Grafikkarten und Sound eine reichere Spielerfahrung ermöglichten. „UMTS wird für uns interessant, wenn wir damit ‚location aware games‘ starten können.“
Diese künftige Spielart, bei der mehrere Spieler über so genannte Multi-Player-Games gegeneinander antreten können und zwar in Echtzeit, ist Zukunftsvision fast jedes Marktteilnehmers. Nokia will dies bereits zum Weihnachtsgeschäft 2003 mit „N-Gage“ realisiert haben und löst sich dabei komplett von der Idee eines normalen Handys mit zusätzlicher Spielfunktion. „N-Gage ist eher ein Spieleterminal, mit dem man auch telefonieren kann“, beschreibt Sprecherin Kristina Rücken.
Der Unterschied zu Handys besteht darin, dass die aufwendigen 3-D-Spiele von den bisher vier großen Publishern Eidos, Activision, Puzzle Bobble VS und THQ wireless in puncto Grafik, Sound und Spielumgebungen per Multimediakarten auf das Gerät kommen.
Über eine Bluetooth-Schnittstelle ist dann das gemeinsame Spielen möglich. Einfachere Java-Spiele sollen wie gewohnt über das Mobilfunknetz heruntergeladen werden. Neu dazu kommen Downloads von Spiele-Levels, Zusatzfunktionen und Spielcharakteren. Dazu schloss Nokia eine Partnerschaft mit T-Mobile International, die sowohl die Plattform als auch neue Services weltweit anbieten wollen.
UMTS scheint insgesamt im Spiele-geschäft aller Marktteilnehmer noch keine große Rolle zu spielen. „Wir sind in der Konzeptionsphase für UMTS-Dienste, die aber eher mit Software-Downloads und Video-Player auf Geschäftskunden zugeschnitten sind“, so Samwer. Andreas Höss, Chef des Entertainment-Unternehmens bluue, der die neuen Buddys für Jamba und andere entwickelt, ist überzeugt: „Der mobile Spielemarkt lebt von 8- bis 24-Jährigen und die können sich UMTS nicht leisten.“ Auch in zwei Jahren sei das noch so. NIKOLA WOHLLAIB

Von Nikola Wohllaib
Von Nikola Wohllaib

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