Glasfaserkabelnetz per Funk 07.02.2014, 10:45 Uhr

Fußball-WM 2022 live auf dem Smartphone in HD

Fußballfans könnten die WM 2022 in HD auf dem Smartphone verfolgen. Duisburger Optoelektroniker entwickeln derzeit Sende- und Empfangseinheiten, um ihnen den Zugang zum Glasfaser-Kabelnetz per Funk zu ermöglichen. Geschwindigkeiten von 100 Gigabit pro Sekunde sollen möglich werden.

Das Schicksal der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar können Fans möglicherweise auch auf dem Smartphone mitverfolgen. Neue Systeme für die mobile Datenübertragung schaffen mehrere Gigabit pro Sekunde und sind wesentlich schneller als der Mobilfunkstandard LTE. 

Das Schicksal der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar können Fans möglicherweise auch auf dem Smartphone mitverfolgen. Neue Systeme für die mobile Datenübertragung schaffen mehrere Gigabit pro Sekunde und sind wesentlich schneller als der Mobilfunkstandard LTE. 

Foto: dpa

Fußball in Full-HD auf dem Handy? Um solche Träume zu verwirklichen, reichen heute verfügbare mobile Übertragungsraten bei weitem nicht aus. Optoelektroniker der Universität Duisburg-Essen (UDE) arbeiten derzeit aber an Systemen mit optischen Chips, die das ermöglichen sollen. Sie sollen mindestens zehnmal so viele Bits pro Sekunde transportieren, wie es derzeit Standard ist.

Im Kabelnetz ist superschnelles Surfen dank Glasfaserkabeln bereits machbar. „Die Verlegung ist jedoch unglaublich teuer“, erklärt UDE-Ingenieur Andreas Stöhr. „Um alle Kunden zu erreichen, lassen sich fehlende Strecken per Funk überbrücken. Das ist derzeit ein großer Markt. Was man aber dafür braucht, sind ultraschnelle Verbindungen.“

Laser, Fotodioden und optische Modulatoren für Glasfasernetzzugang

Hierfür entwickelt seine Arbeitsgruppe die Sende- und Empfangseinheiten. Die Systeme, die auf 70/80 GHz-Frequenzen laufen, schaffen Datenraten von mehreren Gigabit pro Sekunde – das ist etwa zehnmal schneller als der Mobilfunkstandard LTE. Stöhr koordiniert die entsprechende Forschung in einem Verbund, an dem fünf Unternehmen und drei Universitäten beteiligt sind. Innerhalb der kommenden drei Jahre wollen sie hochleistungsfähige Laser, Fotodioden und optische Modulatoren entwickeln. „Damit schaffen wir nicht nur für den Kunden einen schnellen Zugang zum Glasfaser-Kabelnetz per Funk, sondern auch die Möglichkeit, den rasant steigenden Datenverkehr zwischen den Basisstationen moderner LTE-Netze zu bewältigen“, sagt Stöhr.

Ziel sind 100 Gigabit pro Sekunde

Der Ehrgeiz der Wissenschaftler geht aber noch weiter. In einem zweiten Projekt – beide werden von der EU gefördert – wollen sie Datenraten bis zu 100 Gigabit pro Sekunde erreichen. Das wäre das Tausendfache des heute üblichen. Es werde aber mindestens sechs Jahre dauern, bis das Ziel in Sicht sei, sagt Thomas Kaiser, Prodekan der Elektro- und Informationstechnik. „Es gibt fast nichts an Technologie, das wir kaufen können“, erklärt Andreas Stöhr, der auch dieses Vorhaben koordiniert. „Wir müssen unglaublich viel entwickeln. Das ist Grundlagenforschung.“ Aber es werde mobiles HD-Fernsehen geben: „Wenn nicht zur Fußball-WM 2018, dann auf jeden Fall zur übernächsten Weltmeisterschaft 2022.“

Von Werner Grosch
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