Mobilfunk 13.02.2009, 19:39 Uhr

Funklöcher mit Mini-Basisstationen stopfen  

Während in Singapur und den USA die Mini-Basisstationen für zu Hause, im Fachjargon Femtozellen, bereits Einzug in einige Wohnzimmer gehalten haben, sind hierzulande bei Mobilfunkunternehmen wie T-Mobile erste Tests gelaufen. Obwohl die Standardisierung der Femtozellen noch nicht abgeschlossen ist, werden während des Mobile World Congress nächste Woche in Barcelona weitere Unternehmen Innovationen und neue Angebote verkünden. VDI nachrichten, Berlin, 13. 2. 09, rb

Was in der Geschäftswelt längst üblich ist, soll nun ins Wohnzimmer kommen: besserer Handyempfang per UMTS. Dies versprechen die neuen Femtozellen. „Femto“ steht für ein Billiardstel und soll auf die geringe Sendeleistung und Größe einer Zelle hinweisen. „Je näher man an der Mini-Basisstation ist, desto geringer ist die Sendeleistung des Endgerätes“, erklärt Frank Kempa. Der technische Projektleiter für Femtozellen bei T-Mobile beschreibt, dass eine solche Minizelle einen Durchmesser von „rund 20 m im Vergleich zu UMTS-Zellen in Großstädten mit rund 500 m hat“.

Femtozellen sind kleine UMTS-Sende- und Empfangsstationen, die wie ein normaler WLAN-Router aussehen. Sie erweitern das Netz des Mobilfunkanbieters über eine Internetverbindung in der eigenen Wohnung. Dazu wird eine kleine Basisstation über ein Ethernetkabel mit dem vorhandenen DSL-Anschluss verbunden. Sie nutzt die DSL-Anbindung als Hin- und Rückleitung zum UMTS-Netz des Anbieters.

Bucht sich das UMTS-Handy in eine solche Mini-Basisstation ein, können zum Beispiel Vieltelefonierer bei bisher unzureichender Funkversorgung über ihr UMTS-Handy weiterplaudern. Bis zu vier Nutzer können parallel telefonieren oder Daten herunter- beziehungsweise hochladen.

Vergangenen Dezember startete der Telekommunikationsanbieter Starhub aus Singapur in dem asiatischen Stadtstaat seinen Dienst „Home Zone“. Erstmalig nutzen seither 200 Kunden die kleinen UMTS-Basisstationen des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei.

„Zunächst geht es ums Telefonieren mit UMTS-Handys zu Hause, in diesem Jahr sollen die Kunden dann auch Datendienste auf ihren UMTS-Handys über die Minizellen nutzen können“, erläutert Pablo Brito, Europa-Manager für Wireless Marketing bei Huawei, der in die weltweiten Aktivitäten zur Femtozellentechnik bei dem chinesischen Hersteller eingebunden ist.

Huawei ist weltweit an 21 Testnetzwerken für Femtozellen beteiligt. Vodafone testet die neuen Mini-Basisstationen in Spanien, will jedoch vor dem Mobile World Congress in Barcelona zu den Ergebnissen oder zu einem Start noch nichts verraten. T-Mobile hatte im vergangenen Sommer mehrere Pilotprojekte laufen, um die Femtozellentechnik in Großbritannien, Polen und im Großraum Köln/Bonn zu testen.

„Im Kölner und Bonner Raum haben wir rund 100 Kollegen damit ausgestattet, um zu testen, wie die Femtozellen außerhalb des Labors unter anderem mit unserem Netz zusammenspielen“, sagt T-Mobiles Experte für Femtozellen, Frank Kempa. Die Ergebnisse: Wer seine Funkversorgung verbessern will, brauche zu Hause mindestens einen DSL-Anschluss von 2 Mbit/s. Laut Kempa müsse die bisherige Technik auch noch kundenfreundlicher werden. „Geplant ist eine integrierte Lösung der Femtozelle in Kombination mit einem WLAN-/Telefonrouter.“

Das Ziel von T-Mobile bis Anfang 2010 lautet, Kunden eine einzige Box ins Wohnzimmer zu stellen. Doch im Einsatz sind die Femtozellen bereits heute bei T-Mobile. „Wir haben einige Verkaufspunkte wie in Einkaufszentren damit angebunden und darüber die Funkversorgung effizient verbessern können.“

Die derzeitigen Anwendungen laufen zwar mit standardkonformen Komponenten, doch die Standardisierung der Femtozellen-Netzwerke ist noch nicht abgeschlossen. „Vor allem Sicherheitsaspekte sind noch offen“, sagt Pablo Brito von Huawei. Er rechnet Ende 2009, Anfang 2010 mit einem branchenweiten Standard, der vom Mobilfunk-Standardisierungsgremium 3GPP abgesegnet wird.

Marktforscher ABI Research prognostiziert, dass die Endgeräte bereits 2010 die magische Preisgrenze von 100 $ erreicht haben. Damit könnten bis 2012 rund 70 Mio. Minizugangspunkte weltweit abgesetzt werden. „Bis zum Jahr 2011 können 102 Mio. Menschen Femtozellen nutzen“, sagt Stuart Carlaw, Analyst bei ABI Research.

NIKOLA WOHLLAIB

Von Nikola Wohllaib

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