Apple-Entwicklerkonferenz 12.06.2013, 08:00 Uhr

Filz und Holz sind weg

Einst fieberten die Apple-Fans der Apple-Entwicklerkonferenz entgegen. Es gab meist Weltsensationen wie den iPad, das iPhone oder das iBook zu bestaunen. Diesmal war es anders: Ein überarbeitetes Betriebssystem für mobile Geräte, ein neues für den Mac – wirkliche Sensationen hatte die Chefetage nicht zu bieten.

Apples Marketing-Chef Philip Schiller gewährte auf der WWDC 2013 den ersten Blick auf den neuen Mac Pro.

Apples Marketing-Chef Philip Schiller gewährte auf der WWDC 2013 den ersten Blick auf den neuen Mac Pro.

Foto: dpa

Apple ist, knapp zwei Jahre nach dem Tod des charismatischen Steve Jobs, ein ganz normales Unternehmen geworden. So freuten sich die Interessenten, die zur Pressekonferenz kamen, nicht über ein neue iGerät, sondern über ein Update des Betriebssystems, dessen Grafik jetzt ohne Bücherregale aus Holz- und  Spieltische aus Filzimitat auskommt. Es geht nüchterner zu, ab Herbst jedenfalls. Dann können normale Konsumenten iOS 7 kaufen. Zwei handfeste Fortschritte gibt es: iPhone und iPad kommen mit weniger Strom aus, wenn das neue Betriebssystem installiert ist. Und Apps werden automatisch aktualisiert. Heute geschieht das noch teilweise in Handarbeit.

Auch der Stammvater der Apple-Familie, der Mac, bekommt mit Mavericks ein neues Betriebssystem, das den Stromverbrauch um rund zwei Drittel reduzieren soll. Und der Hochleistungsrechner Mac Pro bekommt einen Nachfolger in origineller Form. Sie ähnelt der eines Fünf-Liter-Bierfässchens. Der Rundling kann gleich drei Displays mit höchster Auflösung bedienen.

iTunes Radio kommt

Erwartungsgemäß stellte Apple-Chef Tim Cook iTunes Radio vor, einen Dienst, der kostenlos ist und durch Werbung finanziert wird. Abonnenten von iTunes Match, das die Speicherung von Musik in einer Cloud für rund 25 Euro pro Jahr ermöglicht, erhalten den Service ohne Werbung. Für Nutzer außerhalb der USA steht er bei seiner Einführung im Herbst nicht zur Verfügung. Das soll sich aber schnell ändern, verspricht iTunes-Chef Eddy Cue.

Das Konferenzergebnis hat unzählige Online-Kommentatoren veranlasst, ihren Senf dazuzugeben. Viele äußerten sich enttäuscht. Einer, der von sich sagt, er besitze nahezu alle Geräte, die Apple im Angebot hat, klagt: „Irgendwie fehlt mir jetzt DIE Innovation.” Und ein anderer stänkert: „Sieht aus wie Android“. Das ist ein Betriebssystem für mobile Geräte. Dahinter steckt vor allem Google.

Von Wolfgang Kempkens Tags:

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