Soziales Netzwerk 14.10.2013, 12:41 Uhr

Facebook entfernt Suchblockade: Kein Verstecken mehr möglich

Facebook hat entschieden, dass künftig alle Mitglieder namentlich über eine Suchanfrage gefunden werden können. Das soziale Netzwerk entfernt die Funktion für die Einrichtung von Suchblockaden. Der Nutzer hat damit keine Möglichkeit mehr zu bestimmen, wer sein Profil einsehen darf und wer nicht.

Facebooks Suchfunktion schließt künftig alle Mitglieder ein, ein Ausklinken ist nicht mehr möglich. Wer die entsprechende Funktion noch nutzt, soll extra informiert werden. 

Facebooks Suchfunktion schließt künftig alle Mitglieder ein, ein Ausklinken ist nicht mehr möglich. Wer die entsprechende Funktion noch nutzt, soll extra informiert werden. 

Foto: dpa/Ole Spata

Bisher konnten Facebook-Mitglieder noch selbständig entscheiden, ob sie ihr Profil öffentlich zeigen wollten und von welcher Nutzergruppe sie gefunden werden wollten. Mit Hilfe der Einstellungen zur Privatsphäre „Wer kann deine Chronik über deinen Namen finden?“ konnten sie ihr Profil verstecken. Wurde diese Person dann über die Facebook-Suchbox abgefragt, wurde das Profil nicht mehr angezeigt. Entscheidungen darüber, ob und welche Freundschaftsanfragen bestätigt werden sollen, konnten so vermieden werden.

Privatsphäre weiter eingeschränkt

Diese datenschutzrechtliche Funktion ist jetzt aufgehoben worden. Facebook-Mitglieder sind für alle Nutzer namentlich auffindbar und ihre Nutzerprofile einsehbar. Sie werden somit gezwungen, ihre Privatsphäre weiter einzuschränken. Ab dieser Woche werden die Nutzer auf diese Änderung aufmerksam gemacht.

In der offiziellen Erklärung von Facebook heißt es, die Nutzungsänderung sei nur für diejenigen eingeführt worden, die diese Funktion sowieso nicht aktiviert hatten. Dabei handele es sich um eine einstellige Prozentzahl von betroffenen Mitgliedern. Doch das sind  immerhin noch mehrere Millionen Personen.

„Falsches Sicherheitsgefühl“

Die Funktion habe ein „falsches Sicherheitsgefühl“ vermittelt, erklärt ein Facebook-Mitarbeiter gegenüber der Website mashable.com, die über soziale Netzwerke informiert. Mitgliedsnamen sind inzwischen zu öffentlichen Informationen geworden und werden von allen Suchmaschinen gefunden.

Facebook-Nutzer können sich künftig gegenseitig finden und wenigstens die Chronikseite inklusive Profilbild und Titelbild sehen. Die Freundesliste ist standardmäßig einsehbar.

Wer noch Einfluss darauf nehmen will, was andere Nutzer über das eigene Profil erfahren können, sollte selbst noch Einstellungen vornehmen, rät Facebook-Manager. Es ist weiterhin möglich zu bestimmen, ob man Anfragen unbekannter Nutzer erhalten kann und ob man über Telefon oder E-Mail erreichbar sein will. Außerdem kann man andere Nutzer gezielt blockieren. Diese Person sieht dann nur die Meldung: „Die von dir angeforderte Seite konnte nicht gefunden werden.“

Facebook gehört den Aktionären nicht den Nutzern

Facebook verwendet diese Nutzungsänderung dazu, seinen Gewinn gezielt zu maximieren. Anfang 2013 stellte Facebook seine neue Suchfunktion „Graph Search“ vor. Mit dieser Funktion können Nutzer wie in einer Rasterfahndung nach bestimmten Themen oder Interessen suchen. Für viele Unternehmen ist Facebook daher sehr attraktiv. Sie erhalten auf recht einfache Weise Zugang zu ihrer Zielgruppe und können Werbung schalten. 

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