Gebühren werden noch teurer 27.03.2014, 15:36 Uhr

EU-Kommissarin kritisiert überteuerte Internetkosten am Düsseldorfer Flughafen

Sechs Euro pro Stunde für WLAN-Nutzung am Düsseldorfer Flughafen sind Diebstahl: Dieses deutliche Urteil twitterte jetzt die empörte EU-Kommissarin Neelie Kroes, die europaweit geringere Roaminggebühren durchgesetzt hat. Als Reaktion bietet der Flughafen ab April 30 kostenlose Minuten für alle an. Das Kuriose: Danach wird das Surfen im Internet in Düsseldorf noch teurer.

Möchte man mit Tablet-PC, Laptop oder Smartphone im Düsseldorfer Flughafen ins Internet, sind ab April 2014 die ersten 30 Minuten kostenlos. Doch danach kostet eine halbe Stunde stolze vier Euro. 

Möchte man mit Tablet-PC, Laptop oder Smartphone im Düsseldorfer Flughafen ins Internet, sind ab April 2014 die ersten 30 Minuten kostenlos. Doch danach kostet eine halbe Stunde stolze vier Euro. 

Foto: Wikipedia/Sahar Ahmed

Hohe Kosten für die drahtlose Internetverbindung (WLAN) am Flughafen Düsseldorf haben die EU-Digitalkommissarin Neelie Kroes stark verärgert. Sechs Euro pro Stunde berechnet der Flughafen Düsseldorf. „Sie berechnen Geld fürs WLAN – das ist Diebstahl. Wir zahlen riesige Gebühren, um Flughäfen zu nutzen, die Leute erwarten im Jahr 2014 einfache Verbindungsmöglichkeiten“, schreibt Kroes völlig empört auf Twitter. Sie setze sich für Gratis-WLAN an allen Flughäfen ein.

Kuriose Reaktion: Düsseldorfer Flughafen macht Gebühren noch teurer

Als Reaktion kündigte der Flughafen Düsseldorf an, ab dem 2. April 2014 neue Tarife anzubieten, wobei die erste halbe Stunde im Netz für die Reisenden und Besucher an den Terminals kostenlos werden soll. Möglich macht dieses Angebot eine Kooperation mit dem Kommunikationsanbieter Vodafone.

Doch jetzt das Kuriose: Nach dieser kostenlosen halben Stunde greift ein Tarif, der im Vergleich zum jetzigen noch teurer ist. Vier Euro kostet dann eine halbe Stunde. „Sind die 30 Minuten abgelaufen, besteht die Möglichkeit, das WLAN kostenpflichtig weiter zu nutzen. 30 Minuten kosten beispielsweise vier Euro und sind 24 Stunden lang nutzbar“, äußert sich der Flughafen gegenüber dem Onlinemagazin Golem. 

WLAN-Gebühren sind mit Kroes`Anti-Roaming-Kurs unvereinbar

Die hohen WLAN-Gebühren verärgern Kroes vor allem deswegen, weil sie seit Jahren gegen hohe Roaming-Gebühren der Mobilfunkbetreiber angeht. Eine entsprechende Umfrage legte sie im Februar der EU-Kommission vor. Demnach reduzieren 94 Prozent der 28.000 befragten Europäer während Auslandsreisen die Nutzung ihres Handys. „Die Verbraucher schränken ihre Handynutzung auf extreme Weise ein, und davon haben auch die Unternehmen nichts“, erklärte Kroes im Februar 2014. Roaming habe keinen Sinn in einem Binnenmarkt und sei auch wirtschaftlich kurzsichtig, so Kroes.

Verbraucher schließen Empörung auf Twitter an

Zahlreiche Verbraucher folgten der Empörungswelle auf Twitter. Sie informierten die Digitalkommissarin, dass auch andere Flughäfen und Hotels hohe Netzgebühren verlangten. Dazu gehören beispielsweise die Flughäfen Stuttgart, Schönefeld und Tegel in Berlin sowie Bremen.

Hingegen kann man in Frankfurt am Main und Hamburg 60 Minuten kostenlos im Internet surfen. München und Nürnberg gestatten 30 freie Minuten im Netz. Der Flughafen Köln bietet kostenloses Surfen im Internet mit Fairspot. 

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