Mobilfunk 22.02.2002, 17:32 Uhr

Erstes richtiges UMTS-Handy

Mit dem ersten UMTS-Handy, neuen Design-Ideen und einer Kunden-Website zeigt Motorola Flagge. Damit will sich die Firma wieder auf den dritten Platz im Mobiltelefon-Markt vorarbeiten

Die Mobilfunkwelt des Jahres 2002 unterscheidet sich deutlich von den beiden vorangegangenen Jahren. „Der Trend bei Handys geht von Low-End zu High-End“, prognostiziert Walter Hühn, Vice President und General Manager Personal Communications Sector von Motorola Deutschland, für das laufende Jahr. Die starke Marktdurchdringung von 70 % Ende 2002 werde in Westeuropa den Markt für die Ersatzbeschaffung deutlich größer machen als den der Erstbeschaffung. Auch der Prepaid-Boom sei vorbei: „2002 werden 60 % Vertragskunden sein“, erwartet Hühn. 2002 waren es nur 20 %.

Motorola zieht aus diesen Entwicklungen die Konsequenzen und will sich mehr auf hochwertige Handys, neue Kommunikationstechniken wie GPRS und UMTS sowie die neuen Dienste EMS und MMS konzentrieren. „Die Kunden wollen sich kleine Momente der Langeweile vertreiben“, glaubt Marketingdirektor Carsten Schmitt und verspricht zur Unterhaltung nun Handy-Spiele zum Herunterladen. Weil individuelle Klingeltöne bei Jugendlichen offenbar wichtiger sind als die Turnschuh-Marke, nutzt Motorola künftig auf der Website www.motorolafun.com die Gelegenheit, die Kunden kostenlos mit neuen Klingeltönen und Spielen zu versorgen. Dass dabei auch die Kundenbindung verstärkt werden soll, ist ein gewollter Nebeneffekt.

Exklusiv bei T-Mobile bietet Motorola über SMS das Quiz „Wer wird Millionär“ an. Zu gewinnen ist allerdings nur eine Luxusreise an die Cote d‘Azur. „Das Spiele- und Eventkonzept werden wir noch ausweiten“, kündigt Carsten Schmitt an. Eine Kooperation mit AOL Time Warner ermöglicht die Präsentation der WM 2002 und des UEFA-Cup auf dem Handy. Auch Trivial Pursuit steht auf dem Programm.

Technisch sieht sich Motorola an vorderster Front. Die neuen Klapp-Handys V60i und V66i verstehen die Java2MicroEdition (J2ME), die heruntergeladene Spiele und andere Java-Programme auf dem Mobiltelefon lauffähig macht. Die im Juni lieferbaren GPRS-Modelle sind dank Triband-Technik für alle GSM-Netze weltweit geeignet und können aufgepeppte SMS per Enhanced Messaging Services (EMS) austauschen. Im dritten Quartal 2002 soll das T720 kommen, ein GPRS-Klappmodell mit einem 4096 Farbtöne anzeigenden großen Farbdisplay, Datensynchronisation über USB- und RS232-Schnittstellen, EMS und mehrstimmigen Ruftönen. Auch mit Palmtops mit Windows CE, Palm OS und Psion 5 können Daten abgeglichen werden.

Designbewusste Kunden finden im V70, das im Mai auf den Markt kommen soll, ein Objekt der Begierde. Der Clou des im Mailänder Designzentrum entwickelten Leichtgewichts ist die Drehklappe, die im Ruhezustand die Tastatur abdeckt und nach dem Öffnen das Handy auf die ergonomisch richtige Größe verlängert. Der Klang der Vorabserie ist angenehm warm, die Handhabung problemlos und das kleine Display im Format einer großen Armbanduhr gut ablesbar. Das 83 g leichte Modell hat WAP  1.1 und GPRS mit vier Downlinks, USB- und RS323-Schnittstelle an Bord. 500 Telefonbucheinträge, Sprachwahl, Vibrationsalarm, drei Spiele und 32 Klingeltöne, dazu 32 selbst komponierbare, lassen das Modell auch für Geschäftsreisende attraktiv erscheinen, die das Einerlei der üblichen Handymodelle satt haben. Mit 729 $ ohne Karte ist das teilweise aus Aluminium gefertigte Schmuckstück allerdings nicht gerade billig.

Etwas größer ist dagegen das erste Handy der dritten Mobilfunk-Generation, das wie die anderen Modelle in der Motorola-Fabrik Flensburg gefertigt wird. Das A820 ist das erste betriebsfähige UMTS-Handy, das auch die herkömmliche GSM-Technologie in Form von GPRS und Triband an Bord hat. „Der Prozessor des A820 ist so leistungsfähig wie ein sechs Jahre alter PC“, beschreibt Produktmarketingchef Lee Simmons von Motorola USA das Multimedia-Gerät, das im zweiten Halbjahr 2002 lieferbar sein soll.

Das rund 130 g schwere UMTS-Handy enthält ein GPS-Modul, eine Bluetooth-Schnittstelle, kann Multimedia-Nachrichten (MMS) austauschen und Videostreaming auf dem großen Farbbildschirm anzeigen. Eine Kamera, die Videos mit 170 x 144 Pixeln und Fotos in höherer Auflösung aufzeichnet, lässt sich andocken. Auch ein MP3-Player ist integriert. Laut Simmons funktioniert das Umschalten zwischen GSM- und UMTS-Netzen problemlos, wenn die entsprechende Technologie in den Mobilfunknetzen implementiert ist. Analysten hatten das vor kurzem noch als ungelöstes Problem bezeichnet.

FRIEDHELM WEIDELICH

 

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