Mehr in eigene Technik investieren 04.07.2014, 14:16 Uhr

Ericsson-Chef: Wir Europäer müssen wieder mittelfristig denken

Der Chef des schwedischen Netzwerkkonzerns Ericsson, Valter d’Avino, sieht Chancen, dass Europa im Mobilfunk-Markt wieder nach vorne kommt. Er rät Unternehmen, wieder mehr in eigene Technik zu investieren. Und sieht gigantisches Absatzpotential: Ericsson erwartet 2020 eine Netzgesellschaft mit 50 Milliarden Geräten.

Der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson investiert selbst kräftig in Entwicklungsarbeit und rät anderen europäischen Unternehmen aus der Branche auch dazu. 

Der schwedische Telekommunikationskonzern Ericsson investiert selbst kräftig in Entwicklungsarbeit und rät anderen europäischen Unternehmen aus der Branche auch dazu. 

Foto: dpa

Der schwedische Netzwerkkonzern Ericsson ruft die europäischen Mobilfunk-Unternehmen auf, wieder mehr in eigene Technik zu investieren, um den Rückstand vor allem zu den amerikanischen und asiatischen Konkurrenten aufzuholen. „Europa ist zurzeit nicht in vorderster Front – unglücklicherweise“, sagte der Ericsson-Chef für Zentral- und Westeuropa, Valter d’Avino, der Wochenzeitung VDI nachrichten. „Die Europäer wurden zu lange von kurzfristigen Strategien beherrscht – wir sollten eher mittelfristig denken.“ Nur dann könnten sich Techniken im Markt durchsetzen.

Ericsson erwartet 2020 Netzgesellschaft mit 50 Milliarden Geräten

Hoffnung, dass die europäische Mobilfunk-Industrie aufholen kann, zieht d’Avino aus dem künftigen Standard 5G für schnelles, mobiles Internet, an deren Entwicklung Ericsson erfolgreich arbeitet. „Wir fühlen uns für die Zukunft gerüstet“, so d’Avino. „Wir als Industrie müssen investieren und dabei immer auf die rare Ressource Frequenzen achten.“ Der Ericsson-Europachef rechnet mit einem weiter rasanten Wachstum des Datentransfers und entsprechenden Erfolgschancen der hiesigen Unternehmen.

Ein Suppenbecher, der aus einem Material gemacht ist, in dem sich Sensoren befinden, sendet im Januar 2014 in Las Vegas am Stand von Ericsson auf der Elektronik-Messe CES durch den Körper Daten an ein Smartphone. 

Ein Suppenbecher, der aus einem Material gemacht ist, in dem sich Sensoren befinden, sendet im Januar 2014 in Las Vegas am Stand von Ericsson auf der Elektronik-Messe CES durch den Körper Daten an ein Smartphone. 

Foto: dpa/Britta Pedersen

„Wir erwarten 2020 eine Netzgesellschaft mit 50 Milliarden Geräten“, sagte d’Avino den VDI nachrichten. „Nicht nur die Menschen werden künftig über Mobilfunk miteinander verbunden sein“, prophezeit der Italiener. „Die Kleidung wird sprechen, Brillen und Kühlschränke werden reden, genauso wie Autos.“

Mobile Dienste werden zunehmend immer und überall genutzt. 

Mobile Dienste werden zunehmend immer und überall genutzt. 

Foto: Sony Ericsson

Ericsson selbst ist in einem Forschungslabor eine von Netzbetreibern viel beachtete Demonstration zum Mobilfunk der fünften Generation (5G) gelungen. Dabei wurden mit Geschwindigkeiten von 5Gbit/s live übertragen. Das ist rund 50-mal so schnell wie über die aktuell eingesetzte LTE-Technik. Die Marktreife von 5G wird für 2020 erwartet. 

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