Telekommunikation 09.03.2002, 17:33 Uhr

DSL-Wettbewerb kommt nur langsam in Gang

Mit knapp 98 % Marktanteil beherrscht die Telekom das Geschäft mit dem schnellen Kupferkabel für Privatkunden. Auf der CeBIT wird der Riese neue Angebote für Firmen ankündigen. Die Konkurrenz hat“s zwar schwer, aber auch sie präsentiert in Hannover pfiffige Business-Anwendungen.

Stärker noch als bei der Sprachtelefonie gibt die Deutsche Telekom auch im DSL-Markt den Ton an. In den vergangenen Jahren sind zwar zahlreiche Konkurrenz-Anbieter an den Start gegangen, von deren einst optimistischen Geschäftsprognosen ist aber kaum etwas übrig geblieben.

Größter Telekom-Angreifer ist die Kölner QSC – aktueller Kundenstand: 34 000. „Damit sind wir der größte alternative DSL-Anbieter in Deutschland“, betont der Vorstandsvorsitzende Bernd Schlobohm. Mit schneller Lieferung, qualifiziertem Kundenservice, einer höheren Übertragungsgeschwindigkeit und Extras wie Fußball-Übertragungen in Kooperation mit dem Sat1-Magazin „ran“ wollen die Kölner schnellstmöglich 100 000 Kunden – und damit die lang ersehnte Gewinnzone – erreichen. Auf der CeBIT stellt das Unternehmen in Halle 16 insbesondere neue Businesslösungen vor. Doch selbst wenn QSC durchstartet, kann die Telekom über derartig minimale Konkurrenz nur müde lächeln.

Ähnlich ungleich mutet der Kampf von Arcor an: Die Vodafone-Tochter ist zwar nach der Telekom die größte Festnetz-Telefongesellschaft Deutschlands, die Zahl der DSL-Kunden dümpelt jedoch bei 15 000. Auf der CeBIT zeigt Arcor im Pavillon 33 das neue Video-on-Demand-Portal, mit dem die Eschborner künftig mehr Kunden in ihr Breitband-Netz locken wollen. „Arcor plant weiterhin den Ausbau von DSL!“, bekräftigt Sprecher Roland Bettenbuehl.

Während QSC und Arcor mit ihrem Angebot zweigleisig Privat- und Geschäftskunden erreichen wollen, setzen andere Anbieter wie Colt Telecom, KKF.net und Riodata ausschließlich auf die Businessklientel. „Unser Kerngeschäft sind mittelständische Kunden, denn der Consumer-Markt ist viel zu hart umkämpft“, erklärt Volker Plocher, Marketing-Manager bei Riodata.

Technisch setzen die alternativen Anbieter durchweg auf SDSL statt ADSL: Bei ADSL-Verbindungen verläuft die Internetanbindung asynchron, d.  h. Downloads sind wesentlich schneller als Uploads ins Internet. Bei der synchronen SDSL-Anbindung ist das Tempo in beide Richtungen gleich hoch. Schließlich müssen Firmen nicht nur flink aus dem World Wide Web laden, sondern auch größere Datenmengen versenden können.

Entgegen zahlreichen Prognosen aus den Boom-Jahren 1999 und 2000 wird mit dem flotten SDSL-Anschluss weitaus weniger Geld verdient als ursprünglich erhofft.

Fast alle Anbieter setzen deshalb auf kostenpflichtige Zusatzleistungen wie die Möglichkeit der Online-Datensicherung auf einem externen Server und auf Virtual Private Networks, kurz VPN. Damit sind sichere Netzwerk-Verbindungen zwischen einzelnen Firmen-Standorten oder zu Heimarbeitern gemeint. „Die Nachfrage nach VPNs nimmt massiv zu“, bestätigt Riodata-Manager Plocher.

Auf dem Stand des US-Partners Sprint in Halle 12 zeigt Riodata, was heute realisierbar ist und wie viel Fixkosten Unternehmen bei dieser Vernetzung im Vergleich zu einer ATM-Standleitung sparen können.

Pünktlich auf der CeBIT wird auch die Telekom ihren Einstieg in die SDSL-Vermarktung bekannt geben. Der Konkurrenzkampf wird dann noch härter.

Die Wettbewerber versuchen derweil ihre Kosten einzudämmen. Sie müssen sparen, weil zum Teil dreistellige Millionensummen in eigene Technik und Leitungen flossen und diese nun – längst nicht ausgelastet – unterhalten werden müssen. Gehaushaltet wird durch Netz-Zusammenschaltungen wie im Falle von KKF.net mit HighwayOne und Celox oder durch den Rückbau nicht benötigter Hauptverteiler, wie bei Riodata.

Insbesondere die klare Geschäftskunden-Ausrichtung macht sich langsam bezahlt: Die ostwestfälische KKF.net konnte im vergangenen Jahr z.  B. ihre Verkäufe von SDSL-Anschlüssen verzehnfachen. Die Firma fuhr zwar noch „planmäßig“ Verluste ein, grundsätzlich, so Sprecher Frank Machwitz, sei aber endlich Licht am Horizont zu sehen. F. LÜCK

Von F. Lück
Von F. Lück

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