Telekommunikation 27.05.2005, 18:38 Uhr

DSL im Osten weiterhin Mangelware  

Rund 3,5 Mio. Besitzer eines Telefonanschlusses können vom schnellen DSL nur träumen. Weder die Telekom noch Konkurrenten offerieren ihnen breitbandige Leitungen via Festnetz. Davon sind vor allem auch viele Haushalten im Osten der Republik betroffen.

Nur wenige Tage lagen zwischen den Ankündigungen. Die Deutsche Telekom und ihre beiden Konkurrenten, QSC und Versatel, wollen das Übertragungstempo in ihren DSL-Netzen noch einmal deutlich auf bis zu 16 Mbit/s hochschrauben – den Bürgern Hannovers will die Telekom in einem im Sommer startenden Pilotprojekt sogar 25 Mbit/s mögliche Übertragungsrate spendieren.

Von diesem Geschwindigkeitsrausch können rund 3,5 Mio. Besitzer eines Telefonanschlusses – Privat- wie auch Geschäftskunden – nur träumen: Sie bekommen weder „T-DSL“ von der Telekom noch einen DSL-Anschluss anderer Anbieter.

Außen vor bleiben die Anwohner in einigen schwach besiedelten Regionen, wo es der Telekom als Infrastrukturanbieter zu teuer ist, in den Aufbau der leitungsgebundenen DSL-Technik zu investieren.

Ebenfalls kein DSL bekommen Kunden, deren nächstgelegene Vermittlungsstelle zwar mit DSL-Technik ausgestattet ist, die Kabelverbindung zum Haus aber eine bestimmte Entfernung übersteigt – ein physikalisches Problem. Doch auch Bewohner in einigen Ballungsgebieten West- und vor allem Ostdeutschlands – immerhin 1,5 Mio. Anschlussbesitzer – können noch immer keinen DSL-Anschluss ordern.

Das Paradoxe: In den ostdeutschen Bundesländern verlegte die Telekom im vergangenen Jahrzehnt Glasfaser, intern als „OPAL“(Optische Anschlussleitung) bezeichnet. Das war eigentlich gut gemeint, denn im Vergleich zum Kupferkabel bietet Glasfaser zwei entscheidende Vorteile: eine hohe Bandbreite und geringe Dämpfung. Im Gegensatz zum Kupferkabel ist sie unempfindlich gegen elektromagnetische Störungen durch technische Geräte, Witterungseinflüsse oder Störsender.

Im Rahmen der Förderung strukturschwacher Gebiete subventionierte darüber hinaus die Europäische Investitionsbank den OPAL-Ausbau in den neuen Bundesländern. Von dem mit öffentlichen Mitteln geförderten Programm profitierten damals u. a. die Lieferanten Alcatel, Siemens und Corning.

Mit dem Boom des Internets und der für Kupferleitungen konzipierten DSL-Technik rechneten die Glasfaserplaner Anfang der neunziger Jahre offensichtlich nicht. Inzwischen zählt T-DSL jedoch zu den wichtigsten Einnahmequellen des Konzerns, weshalb viel Geld für die Nachrüstung in den OPAL-Gebieten ausgegeben wird: Um die DSL-Verfügbarkeit von heute 91 % bis 2008 bundesweit um 1,6 % zu steigern, ermittelte die Telekom ein Investitionsvolumen von 500 Mio. € für ein so genanntes „Überbauungsprogramm“. Ausgegeben wird das Geld allerdings nur dort, wo es sich lohnt: Infrastrukturleistungen müssen eine marktübliche Rendite erzielen, lautet intern die Konzerndevise.

Konkret setzt die Telekom auf zwei technische Lösungen, um dem Kunden im Osten der Republik den begehrten Breitbandanschluss zu liefern: In den meisten Fällen werden die aktiven Übertragungselemente (DSL-Baugruppen) in den so genannten Anschlussbereichen und Kabelverzweigern ausgetauscht. Das reicht in der Regel aus, da auch in den OPAL-Gebieten die Glasfaserleitung fast immer auf der Straße oder im Keller einzelner Gebäude endet. Der restliche Leitungsweg bis zum Telefon und Modem des Anschlussbesitzers besteht ohnehin aus Kupfer.

In Einzelfällen muss die Telekom jedoch noch einmal mit Bagger und Presslufthammer anrücken: „Teilweise rüsten wir Kupferleitungen nach“, ergänzt Telekom-Sprecher Willfried Seibel.

Wo genau heute in den ostdeutschen OPAL-Gebieten noch kein DSL-Anschluss erhältlich ist, verrät die Telekom-Festnetztochter T-Com nur ungern. Die einzigen konkreten Zahlen: In 210 Anschlussbereichen sind rund 500 000 Anschlüsse mit OPAL-Technologie ausgebaut. Im vergangenen Jahr wurde in 51 Anschlussgebieten die DSL-Fähigkeit hergestellt, für dieses Jahr sind weitere 50 Anschlussbereiche im Umbauprogramm. „Jeder Interessent kann auf unserer Webseite überprüfen, ob T-DSL bei ihm möglich ist oder nicht“, windet sich Telekom-Sprecher Seibel.

„Das ist bislang eines der bestgehüteten Geheimnisse der Telekom“, ärgert sich auch Christian Hoening, Vorstand der Stuttgarter Airdata AG. Sein Unternehmen vermarktet in einigen Regionen „Portable DSL“, eine DSL-Alternative, die auf dem UMTS-Funkstandard TD-CDMA (Time Division/Code Division Multiple Accsess) basiert.

 

Von Folker Lück

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