Informationstechnologie 01.10.1999, 17:23 Uhr

Digitales Diktiervergnügen

Die moderne Digitaltechnik eröffnet beim Diktieren völlig neue Möglichkeiten gegenüber herkömmlichen Bandgeräten. Der Umstieg von der analogen Technik lohnt sich – wie unser Test digitaler Diktiergeräte zeigt – nicht nur in den Chefetagen.

Diktiergeräte gehören zum Bild des Managers wie Handy und Notebook – sie sind nicht mehr wegzudenken. Ist diktieren doch viel schneller und damit effizienter, als das mühevolle Eintippen eines Briefes im „Zweifingersuchsystem“ in den PC. Digitale Diktiergeräte binden den Datenfluß direkt an den PC. Sie bieten eine Menge von Ediermöglichkeiten und können helfen, Kosten zu senken. Etwa, wenn Sie bei Schreibtätigkeiten nicht auf eine eigene Kraft, sondern auf externe Schreibbüros zurückgereifen müssen. Denn bis eine besprochene Kassette an Ort und Stelle ist, wird es oft entweder teuer, etwa wenn ein Kurier nötig ist, oder es dauert lange.
Der Markt für digitale Diktiersysteme ist überschaubar. Fünf Diktiergeräte haben die VDI nachrichten und das Magazin Facts genauer unter die Lupe genommen.
Digitale Diktiergeräte zeichnet die Sprache mit einem Chip auf. Per Kabel oder Speicherkarte und speziellem Adapter können die Daten in komprimierter Form in den PC übertragen und von dort etwa per E-Mail an die Schreibkraft gesendet werden – binnen Sekunden und preiswerter als per Kurier.
Mit moderner Software wird das Diktat per PC-Lautsprecher oder Kopfhörer abgespielt und vom Schreibbüro in ein beliebiges Textverarbeitungsprogramm eingegeben. Anschließend kommt das Textdokument wieder per E-Mail zu Ihnen zurück. Leichte Datenübertragung
Neben dem Vorteil der leichten Übertragbarkeit der Daten bieten sich zusätzliche Möglichkeiten, die Diktate zu bearbeiten. Nachträglich lassen sich Textpassagen einfügen sowie Sätze ändern oder löschen. Das sind praktische Funktionen, die mit analogen Diktiergeräten auf Band gar nicht möglich sind.
Außerdem erlauben digitale Diktiergeräte ohne Wartezeit Zugriff auf die Daten. Indexpunkte sorgen für das blitzschnelle Auffinden ohne lästiges vor- oder zurückspulen. Eine sekundengenaue Zeitanzeige gewährleistet eine optimale Orientierung innerhalb eines Dokumentes.
Mit Hilfe der sprachgesteuerten Aufnahme wird nur dann aufgenommen, wenn tatsächlich gesprochen wird, Sprechpausen ignoriert das Gerät. Das spart Speicherplatz. Zwar gibt es diese Funktion auch bei Bandgeräten, doch werden die Silben des ersten Wortes nach der Sprechpause oft „verschluckt“, da das Band zur Fortsetzung der Aufnahme erst anlaufen muß. Bei digitalen Geräten entfällt dies, so daß sich eine perfekte, lückenlose Aneinanderreihung der verschiedenen Passagen ergibt. Besonders das Grundig GDV 4030 meistert diese Disziplin vorbildlich. Bei dem Gerät von Dragon Systems muß der Anwender allerdings auf diese praktische Funktion verzichten.
Die Sprachwiedergabe der getesteten Geräte ist völlig ausreichend, und sie unterscheidet sich nur geringfügig. Eine Minute digitalisierter Sprache benötigt in Hi-Fi-CD-Qualität etwa 9 MByte Speicher. Um möglichst viel Sprache auf einen Chip von etwa 1 MByte bis 8 MByte Größe zu bekommen, wird die Sprache stark komprimiert.
Die Qualität kann der Anwender in zwei Stufen wählen (Short Play Modus/ Long Play Modus). Im Long Play Modus ist die Aufnahmedauer etwa doppelt so hoch wie im qualitativ besseren Short Play Modus.
Beim normalen Diktieren, also wenn das Gerät etwa 20 cm vom Mund entfernt gehalten und in normaler Lautstärke gesprochen wird, ist die Sprachaufzeichnung im Long Play Modus in der Regel noch ausreichend. Auf dem Chip finden so zwischen 10 min (Grundig, Short Play Modus) und 160 min (Olympus DS 150, Long Play Modus) digitale Sprache Platz. Dabei wird eine verminderte Qualität in Kauf genommen. Sie schränkt aber die Verständlichkeit des Gesprochenen kaum ein.
Allein das Gerät von Dragon Systems verfügt über einen dritten Modus: Der Voice-to-Text-Modus (VT) bietet eine gegenüber dem Short Play Betrieb noch einmal verbesserte Sprachwiedergabe, die für das Zusammenspiel mit der Spracherkennungssoftware unbedingt empfohlen wird.
Um die Sprachdaten in den PC zu übertragen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die Geräte von Dragon, Sony und das Olympus D150 werden per Kabel über die serielle Schnittstelle mit dem PC verbunden. Der Vorteil dieser Methode ist die relativ einfache Installation. Bei den anderen Geräten wird die Speicherkarte per Adapter mit dem Computer verbunden. Aber aufgepaßt: Die Kosten für das Kartenlaufwerk betragen mehrere 100 DM.
Dragon Systems und Olympus bieten Spracherkennungssoftware zur automatischen Umwandlung von Sprache in Text an. Die Sprachdaten werden zum PC übertragen und dort von der Software automatisch in Text umgewandelt. Das hört sich toll an, doch in der Praxis erweisen sich Spracherkennungsprogramme immer noch als problematisch. Vor dem ersten Benutzen gilt es, einen mehrstündigen „Sprachtrainings“-Parcour zu bewältigen, ehe die Software überhaupt etwas versteht. Die gängigen Programme beherrschen zwar einen Wortschatz von etwa 60 000 Worten, doch jedes neue Wort muß dem Programm erst „beigebracht“ werden, ehe es dauerhaft erkannt wird.
ANDREAS BINIASCH
Gut: Separate Schalter für häufige Einstellungen.

Von Andreas Biniasch
Von Andreas Biniasch

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