Prism ohne Folgen 29.07.2013, 11:26 Uhr

Die Shareconomy ist tot, lang lebe die Shareconomy

Der Leitbegriff der CeBIT 2013 „Shareconomy“ hat sich schnell überlebt. Doch die Idee, die dahinter steht, die „teilende Wirtschaft“, reüssiert gerade stark. Soziale Applikationen werden bereits stark eingesetzt.

„Der von der CeBIT-Leitung generierte Begriff ‚Shareconomy‘ hat seine Schuldigkeit getan, und das Thema einer breiteren Öffentlichkeit nahegebracht. Die ‚Sharing Economy‘ setzt sich aber weiter durch und ist insbesondere in Deutschland auf dem Vormarsch“, sagt Axel Oppermann, Analyst bei den Marktforschern der Experton Group.

Dazu gehören „Social Business“, „Social Collaboration“ und vor allem die dafür notwendige „Social Software“: Gerade innerhalb von Unternehmen setzen sich derzeit neue Kollaborations-Applikationen und -Plattformen massiv durch, die Mitarbeiter auch mobil und unabhängig vom Standort nutzen können, wie Yammer von Microsoft oder Connections von IBM.

Acht von zehn Entscheidern nutzen Social Media

So ergab eine Studie des IT-Providers Avanade: Technologieinteressierte Anwender und Unternehmen setzen Social-Applikationen bereits in hohem Maße ein – knapp acht von zehn Entscheidern (77 %) und sieben von zehn Endanwendern (68 %) weltweit nutzen diese Tools.

Allerdings dürfen diese Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass bis zur umfassenden Realisierung dieser neuen Arbeitsformen weitere massive Änderungen in der IT notwendig sind. Analyst Oppermann dazu: „Die IT muss vor allem dafür sorgen, dass mobile Arbeitsszenarien unterstützt werden. Hierzu zählt insbesondere die Mobilisierung einzelner Prozessschritte, das bedeutet eine neue technische und organisatorische Prozesslandkarte – und Prozessunterstützung.“

Auch ist es offensichtlich so, dass nicht sämtliche Unternehmen den Wert „echter“ Business-Software für das Social Business erkannt haben, wie eine repräsentative Umfrage des Branchenverbandes Bitkom gezeigt hat: Zwar setzt demnach jedes fünfte deutsche Unternehmen (21 %) externe soziale Netzwerke ein, dazu gehört aber vor allem das weniger Business-geeignete Facebook. Nur 13 % haben eine soziale Plattform in ihrem internen Netzwerk aufgebaut. Und zum Teilen von Fotos und Videos innerhalb des Unternehmens greifen 7 % auf öffentliche Onlinedienste wie Youtube, Dropbox oder Flickr zurück.

Prism wird Nutzung öffentlicher Plattformen nicht bremsen

Dass diese neue, offenere Ökonomie mit ihren stärker kollaborativ ausgeprägten Arbeitsprozessen in den Unternehmensalltag einzieht, davon ist Analyst Oppermann auch trotz der jüngeren Abhörmaßnahmen wie Prism überzeugt: „Darauf haben diese moralischen und ethischen Verfehlungen keine Auswirkungen. Zu groß ist der wirtschaftliche Druck, der Bedarf für Veränderung. Zu deutlich ist der Wunsch vieler Mitarbeiter, agiler und somit familienfreundlicher ihre Arbeitsleistung zu erbringen. Und zu weit fortgeschritten ist die gesellschaftliche Entwicklung des Teilens, die durch die Menschen in die Unternehmen kommt“, so der Analyst.

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