E-Business 03.08.2001, 17:30 Uhr

Die Qualen mit dem Bezahlen

Das Internet ist das größte Kaufhaus der Welt und hat 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche geöffnet. Eigentlich ideal – wenn man nicht auch bezahlen müsste. Doch in Sachen Onlinezahlung herrscht hierzulande massive Skepsis. Der Klassiker „Rechnung ins Haus“ wird deutlich bevorzugt.

Eine Umfrage der Universität Karlsruhe unter rund 6000 Personen ergab, dass 87,7 % der Befragten schon einmal online eingekauft haben. Doch wenn es ans bezahlen geht, dann scheint die Online-Euphorie ziemlich gebremst, denn die gute alte Rechnung steht mit 72,3 % an oberster Stelle der gewünschten Zahlungsart, gefolgt von der Nachnahme mit 46,6 %. Mit Abstand (32,6 %) folgt die Kreditkarte mit SSL-Verschlüsselung als Onlinezahlungsart.

„Aufgrund der häufigen Nachrichten über manipulierbare Zahlungsverfahren ist der Anwender heute noch stark verunsichert. Die Vielzahl der unterschiedlichen Systeme am Markt verstärkt diese Bedenken weiter. Wir gehen davon aus, dass sich etablierende zukünftige sichere Standards diese Situation mittelfristig aber ändern werden“, so Helmut Büsker, Commercial Product Manager E-Commerce bei Sage KHK. Beide Geschäftspartner würden von einer sicheren, einheitlichen Lösung profitieren, da sind sich viele Branchenkenner einig.

Das Problem mit der zögerlichen Onlinezahlung ist teilweise auch hausgemacht. So fordern manche Webshops, vor allem aus dem US-amerikanischen Bereich, einfach dazu auf, die Kreditkartennummer einzugeben, um zu bezahlen. Das ist etwa so sicher, als ob man einem Fremden einen Blankoscheck aushändigt.

Bei Zahlung mit der Kreditkarte ist nur dort für eine akzeptable Sicherheit gesorgt, wo der SET-Standard angeboten wird. „Secure Electronic Transaction“ (SET) wurde von mehreren Kreditkartenanbietern entwickelt. Komplexe Verschlüsselungsverfahren und ein mehrstufiger Authentifizierungsprozess sorgen hier für Sicherheit. Kunden müssen ihre Kreditkarte für die Nutzung von SET bei der Bank zertifizieren lassen. Wer beim Onlineshopping auf diesen Sicherheitsstandard achtet, ist auf der entsprechenden Website gut aufgehoben, zumal, wenn die Datenübertragung zusätzlich über SSL (Secure Sockets Layer) abgesichert wird.

Manche Anbieter offerieren auch, online eine Einzugsermächtigung zu erteilen, sodass bei zukünftigen Bestellungen die Beträge einfach abgebucht werden können. Bei einem vertrauenswürdigen Anbieter spricht nichts dagegen. Doch man sollte hier auf eine gesicherte Datenübertragung aller zahlungsrelevanter Daten achten. Standard ist SSL. Eine SSL-Verbindung erkennen sie daran, dass in der Adresszeile „https”, anstatt „http“ steht und der Browser meist ein Schlüssel- oder Schlosssymbol anzeigt. SSL baut eine über Verschlüsselungsverfahren abgesicherte Verbindung zur Gegenstelle auf. Hier werden nicht, wie bei SET, die Teilnehmer der Datenkommunikation verifiziert, sondern der eigentliche Datenstrom durch Verschlüsselung gesichert.

Ein weiteres Feld der Zahlungssysteme bietet beispielsweise die Firma Firstgate mit „Click & Buy“ an. Wer es nutzen will, muss sich bei Firstgate anmelden und ein Benutzerkonto einrichten. Geht ein Kunde nun auf einer Seite mit dem Click & Buy-System einkaufen, klickt er zum bezahlen den Button an. Die Benutzerdaten und der zu zahlende Preis werden registriert und dem Konto belastet. Einmal im Monat bucht Firstgate dann den Gesamtbetrag ab. Für den Kunden ist das Verfahren kostenlos, dem Verkäufer werden dagegen Gebühren berechnet.

Mittlerweile gibt es mit Paybox auch einen etablierten Anbieter, der das Bezahlen mit dem Handy ermöglicht. Man kann damit nicht nur Onlineeinkäufe bezahlen, sondern auch in Geschäften, oder beispielsweise ein Taxi. Das Funktionsprinzip ist einfach. Der Verkäufer übermittelt über sein Handy, einen PC oder ein Kassensystem seine Zahlungsforderung an Paybox. Dann wird der Käufer per Anruf gebeten, den Betrag durch die Eingabe seines persönlichen Paybox-PINs zu autorisieren. Ist das geschehen, wird das Geld dem Verkäufer gut geschrieben und dem Käufer belastet. Für die Sicherheit wird hier mit drei verschiedene Methoden gesorgt, wie Eckhard Ortwein, Chief Technology Officer (CTO), paybox.net AG, erläutert: „Der Kunde bestellt zwar online, doch die Autorisierung der Bezahlung erfolgt über das sichere GSM-Netz. Paybox-Transaktionen sind sicher, weil man im Besitz des Mobiltelefons sein muss und gleichzeitig die entsprechende Handy-PIN und die vierstellige Paybox-PIN kennen muss.“

Wer beim Onlineshopping auf sichere Systeme achtet, allen voran SET und SSL, und seriöse Anbieter nutzt, kann beruhigt auch online seine Schnäppchen im Internet bezahlen. Bei Zweifeln bezüglich der Sicherheit eines Onlineshops hilft ein Blick in die AGB. Ein System wie Paybox bietet schon alleine durch das digitale GSM-Netz eine gute Sicherheit. ANDREAS LERG/pek

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