Informationstechnologie 07.01.2005, 18:36 Uhr

Die allgegenwärtige Vernetzung macht Papier fast überflüssig

VDI nachrichten, Tokio, 7. 1. 05 -Die zunehmende Integration von Informationstechnologie und Telekommunikation wird die Kommunikation innerhalb der Gesellschaft und damit auch den Ablauf vieler Geschäftsprozesse gravierend verändern. Wie das Büro der Zukunft aussehen könnte, demonstriert der japanische Technologiekonzern NEC bereits in seinem mit neuesten Innovationen gespickten „Broadband Solution Center (BBSC)“ in Tokio. Die Ausstattung der Mitarbeiter beschränkt sich auf Handy und Laptop.

Noch ist sie eine Vision, die „Ubiquitous Society“. Eine Gesellschaft, in der jeder Mensch quasi „allgegenwärtig“ zu jeder Zeit an jedem Ort über ein weltweites Datennetz Zugriff auf jede Art von Information erhält. Ob „Ubiquitous Computing“ oder „Ubiquitous Networks“ – dahinter steckt immer die gleiche Idee.
Bis der Traum nicht nur in Experimentierstuben und Anwendungsnischen Wirklichkeit wird, das dürfte noch einige Jahre dauern – die Geschwindigkeit mit der sich Technologieanbieter weltweit diesem Ziel nähern, hat jedoch zugenommen.
Besonders der Telekommunikationssektor hat in den vergangenen Jahren deutliche Fortschritte erzielt. Breitbandnetze oder WLAN-Technologien erweitern heute nicht nur die Kommunikationsfähigkeiten privater Anwender, sie ermöglichen auch Unternehmen die Entwicklung und Einführung neuer Geschäftsmodelle.
Akinobu Kanasugi, Präsident der japanischen NEC Corporation, sieht Einsparungs- und Verbesserungspotenziale in vielen Bereichen, die durch den Einsatz von Ubiquitous Networks erschlossen werden können. Dadurch ändere sich auch das Aufgabengebiet der Verantwortlichen für die Informationstechnik in den Firmen gravierend. „Dynamic-Collaboration-Infrastrukturen definieren die Aufgaben eines Chief Information Officers (CIO) neu. Er wird zu einer Art zentralem Promoter innerhalb des Ubiquitous Network Environments“, glaubt Kanasugi.
Der Nutzen der Ubiquitous Networks reicht seinen Worten nach von der Senkung der Kommunikationskosten bei gleichzeitiger Steigerung der Arbeitseffizienz über den Ausbau von Serviceangeboten, die Möglichkeit Unternehmen schneller und flexibler an sich ändernde Marktbedingungen anzupassen bis hin zur Schaffung neuer, zukunftsfähiger Umsatzfelder.
NEC, das als einer der weltweit führenden Anbieter von Halbleiter-, IT-, Breitband- und mobilen Internet-Lösungen gilt, probiert in seinem Broadband Solution Center (BBSC) in Tokio im eigenen Hause aus, was Ubiqiutous Networks im Unternehmensalltag bedeutet.
Unter der Überschrift Univerge (Universal Converge) zeigt NEC im BBSC integrierte Netzwerklösungen für Informationstechnik und Telekommunikation. Da kombiniert der japanische Technologiekonzern die Funktionalitäten von Voice-over-IP (VoIP), Wireless LAN (WLAN), Groupware und diversen Hardware- und Software-Technologien zu einem unternehmensweiten „Informationsportal“.
Derzeit nutzen das BBSC rund 400 Vertriebsmitarbeiter und Systemingenieure aus dem Unternehmensbereich Breitbandtechnologie. Sie gehen hier einfach ihrer Arbeit nach und testen dabei die modernen Infrastrukturen auf ihre alltägliche Praxistauglichkeit. Mit Erfolg, wie Untersuchungen belegen.
Aufgrund der Tatsache, dass innerhalb des BBSC alle Informationen in elektronischer Form bearbeitet und verteilt werden, konnte nicht nur die Zahl der papierbasierten Kopien (ausschließlich für Kunden) um drei Viertel verringert werden.
Da die Angestellten über keine persönlichen Akten mehr verfügen, wurde das „Free Desk System“ eingeführt, bei dem der nur mit Notebook und Mobiltelefon ausgerüstete Mitarbeiter jeden Tag von einem beliebigen Schreibtisch aus seiner Arbeit nachgeht.
Die Vorteile: Zum einen können je nach Notwendigkeit Arbeitsgruppen räumlich zusammengefasst werden, zum anderen konnte aufgrund der zeitweisen Außendiensttätigkeit vieler Mitarbeiter die Zahl der Büroarbeitsplätze auf 70 % der tatsächlichen Mitarbeiterzahl reduziert werden. Durch die konsequente Nutzung von Videokonferenzsystemen sank die Zahl persönlicher Meetings zudem um 70 %.
Das Technologiespektrum, das zur Verfügung steht, reicht von der IP-Telefonie via PC „softphone“ über internetgestützte Videokonferenzen bis zu Remote-Access-Lösungen, also ortsunabhängige Zugriffsmöglichkeiten von außen auf das Firmennetzwerk und die unternehmensinternen Daten.
Hierbei nutzen zum Beispiel die Außendienstmitarbeiter Dual-Function-Handys wie das von NEC gemeinsam mit dem japanischen Netzbetreiber NTT Docomo entwickelte NEC N900iL. Es arbeitet als FOMA-Gerät (Freedom of Mobile Multimedia Access) einerseits im Mobilfunknetz der dritten Generation von NTT Docomo, unterstützt andererseits aber auch WLAN und kann so auch im Büro auf die Daten zugreifen.
Davon, dass die Entwicklung von Ubiquitous Networks für Unternehmen derweil konsequent weiter vorangetrieben wird, können sich Besucher im Show Room des BBSC überzeugen. Die meisten der gezeigten Technologien stehen an der Schwelle zur Marktreife: TPO(Time, Place, Occasion)-Information-Provisioning Systeme, Security-oriented Data Mining, 3D-Gesichtsauthentifikation oder Spracherkennung via Telefon.
Nach Angabe von Kazuo Tsuzuki, Associate Senior Vice President von NEC und verantwortlich für den Bereich der NEC Broadband Solutions, hat sich Japan in den Schlüsseldisziplinen Breitbandverbindungen und mobile Internetservices mittlerweile einen weltweiten Spitzenplatz gesichert. 30 % aller japanischen Haushalte, das entspricht 16 Mio. Anwendern, verfügten, so Tsuzuki, bereits heute über einen Breitbandanschluss, nicht zuletzt wegen der im internationalen Vergleich extrem günstigen Tarife.
Ein Konzept, das offensichtlich aufgeht. Bis zum Jahr 2010 sollen, so die Planung des führenden japanischen Telekommunikation-Providers NTT Group, bereits die Hälfte der 60 Mio. nationalen Festnetzanschlüsse über optische Verbindungen verfügen.
Getrieben wird die Nachfrage durch die technikbegeisterte junge Generation des Landes. So nutzen bereits heute knapp 90 % der Mobilfunkanwender mobile Internetservices wie Spiele oder Musikangebote. „Vergleicht man die Situation auf dem Telekommunikationssektor weltweit, so stellt man fest, dass Japan dem Rest der Welt inzwischen um eineinhalb bis zwei Jahre voraus ist“, resümiert Tsuzuki.
 SIEGFRIED DANNEHL

Von Siegfried Dannehl
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