Studie von McKinsey 29.07.2013, 08:56 Uhr

Deutschland hinkt bei den zwölf Toptechnologien noch etwas hinterher

Allerorts sprechen Fachleute von den sogenannten disruptiven Trends. Darunter versteht man vor allem technische Innovationen, die bestehende Technologie mit ziemlicher Sicherheit verdrängen werden. Die Berater von McKinsey haben diese nun erstmalig konkretisiert und in einen größeren Kontext einsortiert.

Immer mehr Menschen wollen dauernd, auch unterwegs, online sein. Ab 2015 werden zumindest in den USA nach Prognose von McKinsey die Mehrheit der Menschen mobil und nicht mehr stationär ins Internet gehen.

Immer mehr Menschen wollen dauernd, auch unterwegs, online sein. Ab 2015 werden zumindest in den USA nach Prognose von McKinsey die Mehrheit der Menschen mobil und nicht mehr stationär ins Internet gehen.

Foto: Vodafone

Die Zahlen, die die Analysten von McKinsey extrapoliert haben, sind gigantisch: Ab dem Jahr 2025 erreichen die zwölf disruptiven Technologien eine weltweit jährliche ökonomische Bedeutung zwischen 14 Billionen $ bis 33 Billionen $.

Dabei sind allerdings nicht die alleinigen Umsatzgrößen oder Markteinflüsse gemeint, sondern das wirtschaftliche Potenzial insgesamt, das durch die disruptiven Kräfte entsteht. Also beispielsweise auch Steigerung der Kaufkraft oder die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts. Dafür müssen Unternehmen und Organisationen diese Technologien allerdings auch freisetzen, damit es keine „Rohrkrepierer“ werden.

Interessant für die hiesige IT-Branche: An den ersten vier Positionen der Analyse stehen allesamt IT-Technologien und zwar: mobiles Internet, Automatisierung von wissensbasierter Arbeit, das „Internet der Dinge“ und Cloud-Technologien.

Prognose: 2015 geht Mehrheit der Amerikaner mobil ins Internet

McKinsey geht beim mobilen Internet davon aus, dass schon 2015 allein in den USA mehr Menschen mobil ins Web gehen als stationär und dass das kabellose Internet das kabelgebundene Internet verdrängen wird. Global schätzen die McKinsey-Berater, dass 2025 rund 2 Mrd. bis 3 Mrd. mehr Menschen als heute Zugang zum Internet haben werden. „Das ständige Online-Sein und das schiere Ausufern der Apps wird zu ganz neuen Form des Interagierens der Anwender mit der physikalischen Welt führen“, so die Berater.

Bei der Automatisierung von wissensbasierter Arbeit geht es um intelligente Softwarelösungen, die selbstständig Arbeiten, für die komplexeres Wissen erforderlich ist, erledigen können. Bis 2025 soll hierbei der wirtschaftliche Einfluss zwischen 5,2 Billionen $ und 6,7 Billionen $ liegen. Diese Programme können z. B. disruptiven Einfluss auf menschliche Arbeitskräfte in Callcentern haben.

Der Strom- und Gasableser wird überflüssig

Und was das Internet der Dinge angeht: In Maschinen eingebaute oder an Gegenstände gekoppelte Miniprozessoren mit Sendern und Empfängern machen manche humanen Arbeitsprozesse überflüssig. Beginnend beim Gas- oder Wasserstandsablesen durch den Energieversorger über die bauliche Begutachtung von Brücken oder anderen kommunalen Gebäuden bis hin zum Einsatz in der Gesundheitswirtschaft: Warum einmal wöchentlich den Blutdruck durch die Arzthelferin überprüfen lassen, wenn dies eine Maschine ebenso zuverlässig und noch öfter erledigen kann? Auch identifiziert McKinsey mögliche Kostenersparnisse im Gesundheitssystem, wenn man chronisch kranke Menschen mit Sensoren überwachen würde.

Auf jeden Fall starke Zahlen – indes: übertragbar auf Deutschland? „Grundsätzlich ja, jedoch in stark unterschiedlicher Ausprägung und zeitlichem Erscheinen bei uns“, urteilt Axel Oppermann, Analyst bei der Experton Group. „Bezogen auf Deutschland ist das Jahr 2013 bisher eine ‚disruptive Enttäuschung‘.

Nicht alle Trends setzen sich in jedem Land durch

Während in anderen Wirtschaftssystemen wie Asien, Nord- und Südamerika sich viele disruptive Themen durchgesetzt haben, ist hierzulande die Adaption eher gering“, urteilt der Analyst und nennt als Beispiel: Mobile Payment.

Das mobile Bezahlen habe sich hierzulande nicht wie erwartet durchsetzen können. Oppermann: „Gründe sind die Stärke des Bankensektors, ein bereits vorhandenes, relativ modernes Payment-System und die Verhaltensmuster der Bevölkerung.“

Ebenso nennt Oppermann den Hype um „Bring your own Device“ für überzogen. „Zu den von der IT-Industrie geschürten Mythen gehört, dass die breite Masse der Beschäftigen ihre eigenen mobilen Geräte – angefangen bei Laptops über Tablets bis hin zu Smartphones – produktiv für ihren Arbeitsalltag einsetzen will. Allerdings, nur weil Mitarbeiter ihre Geräte mitbringen, bedeutet es nicht, dass sie auch berufliche Nutzung damit verbinden oder verbinden wollen“, so Analyst Oppermann.

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