Telekommunikation 08.07.2005, 18:39 Uhr

Der Telefon-Broker weiß Bescheid, was man tut  

VDI nachrichten, Bonn, 8. 7. 05 – Telekommunikationsfirmen werden künftig weniger über den Grundlagendienst wie die Bereitstellung des Anschlusses verdienen denn über Zusatzdienste. Die renommierten Bell Laboratories des Telekommunikationstechnik-Ausrüsters Lucent Technologies stellten letzte Woche in Bonn die neuesten Trends vor.

Markus Hofmann kennt sich aus beim Telefonieren. Der Director of Services Infrastructure Research bei den Bell Labs ist nicht nur Fachmann, er leidet als Privatmann auch ganz konkret unter dem Medium: Stichwort Telefonmarketing. Und weiß sich dagegen zu wehren, mit einem zusätzlichen Telefondienst, der Rufnummernkennung.

In den USA, in denen der gebürtige Baden-Württemberger Hofmann lebt und arbeitet, ist heute schon erkennbar, dass Telekomanbieter weniger über das normale Telefonieren, den Sprachbasisdienst, verdienen als über Zusatzdienste. So zahlt Hofmann 5 $/Monat für den angebotenen Nachfragedienst: Wenn eine Rufnummernkennung nicht übermittelt wird, erkundigt sich das System nach dem Namen des Anrufers und zeichnet diesen auf. Hofmann kann dann entscheiden, ob er mit der Person sprechen möchte. Das Telefonmarketing hat dann wenig Chancen. Für 5 $ gibt es jedoch auch schon die Grundgebühr samt Flatrate für die Ortsgespräche. Mehr, nämlich 8 $, so Hofmann koste ein Call-Waiting-Dienst, vergleichbar mit dem Anklopfen in ISDN-Netzen.

„Die Dienste, die Sicherheit und Privatsphäre ermöglichen, sind ein wichtiger Trend in der Telekommunikationsbranche“, glaubt Hofmann. Zwar laute der Slogan für die Lifestyle-Services seines Arbeitgebers Lucent Technologies „anywhere, anytime“, wichtig sei jedoch der bislang unterbliebene Zusatz „when I want to“ – „wenn ich das auch möchte“. Lucent, der Mutterkonzern der Bell Labs, lebt davon, den Telekomanbietern modernste Techniken für neue Arten von Telefondiensten zu verkaufen. Diese Lifestyle-Services kombinieren Sprach-, Video- und Datenübertragung in Mobilfunk- und Festnetzen.

Das „Active PhoneBook“ ist eines dieser Hoffnungsträger, ein netzübergreifendes, einheitliches Telefonbuch, das zahlreiche Anwendungen und Endgeräte unterstützt. Es erhebt die Kontaktdaten einschließlich Telefonnummern und E-Mail-Adressen und speichert die Präsenz- und Standortdaten für wichtige Kontakte des Teilnehmers.

Darauf lassen sich weitere Anwendungen aufsetzen. Der „iLocator“, ein personalisierter Standortdienst, kann etwa gemeinsam mit dem Telefonbuch ermitteln, welche Kontaktpersonen in der Nähe sind.

Weiteres Problem: Wie bringt man die verschiedenen Datenbanken, E-Mail- und Telefonadressbuch zum Beispiel, zusammen. Hofmann arbeitet daran. Die so genannte Service-Broker-Technologie ermöglicht dann die Interaktion mehrerer Anwendungen und stellt diese gleichzeitig für jedes beliebige Zugangsgerät bereit.

„Entscheidend ist hierfür die ¿Session Awareness¿: Der Service-Broker weiß, was der Nutzer gerade tut.“ Versucht etwa der Chef seinen Angestellten im Büro zu erreichen, obwohl der als Telearbeiter gerade zu Hause arbeitet, sollte der Anruf anstatt auf den Büro-Anrufbeantworter automatisch nach Hause weitergeleitet werden.

Hier kommt wieder Hofmanns „when I want to“ ins Spiel. Die Privatsphäre muss gewahrt werden, da ist Hofmann ziemlich deutsch. Der Chef müsse nicht wissen, wo sich sein Angestellter in der Freizeit aufhält oder ob er sich tatsächlich auf dem Weg zur Arbeit gerade in einem Stau befindet. Wohl aber könne dies für Familienangehörige interessant sein.

Um also Anrufe erkennen zu können, die direkt an den Anrufer durchgestellt werden sollen, überlegen sich die Bell-Forscher derzeit ein Reputationssystem, das über Vertrauensketten funktionieren könnte. Hofmann: „Wenn ich Person A vertraue und diese Person B vertraut, dann kann auch ich B vertrauen.“ In diesem Falle werde der Anrufer direkt durchgestellt, anstatt sich erst auf dem Anrufbeantworter vorstellen zu müssen. Wichtig sei dabei jedoch, dass der Nutzer sein Profil selbst im Griff hat. Das Netzwerk soll Muster erkunden und den Nutzer bei der Konfigurierung unterstützen – nicht jedoch selbst Entscheidungen treffen können.

CHRISTIANE SCHULZKI-HADDOUTI

Von Christiane Schulzki-Haddouti
Von Christiane Schulzki-Haddouti

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