Datenmanagement 12.11.2010, 19:50 Uhr

Der Daten-Tsunami, der beherrscht werden will

Sage und schreibe 1,2 Zettabyte werden noch im Laufe dieses Jahres an Datenmenge im weltweiten Umlauf sein, so die Spezialisten des Softwareherstellers Teradata. Vor allem die großen sozialen Netzwerke im Internet tragen dazu bei, dass sich dieser Moloch jeden Tag überproportional weiterentwickelt.

Hermann Wimmler, Europachef von Teradata: Unmengen unstrukturierter Daten für Entscheider sortieren.

Hermann Wimmler, Europachef von Teradata: Unmengen unstrukturierter Daten für Entscheider sortieren.

Foto: Teradata

Die weltweiten Datenquellen sprudeln unaufhörlich. Vor allem soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter & Co. spucken Unmengen an unstrukturierten Daten aus. Doch für Entscheider sind diese Daten wichtig: „Sie zeigen Trends sehr früh an und sind heutzutage mitentscheidend für den Erfolg eines Unternehmens“, behauptete Hermann Wimmer, Europachef von Teradata, auf der Kundenmesse des Unternehmens in San Diego.

So hat IDC festgestellt, dass große Datenbanken besonders schnell wachsen: 72 % der Unternehmen mit großen Datenbanken haben Zuwachsraten von 20 % pro Jahr, 45 % von ihnen sogar mehr als 40 %. Nach den Experten vom Business Application Research Center spielen immer mehr unstrukturierte Informationen wie Meldungen, E-Mails, Beschwerdebriefe, Blogs und Internetforen eine Rolle. Oder wie es Experte Paul Kent von dem Softwarehersteller SAS auf den Punkt bringt: „Die Analyse unstrukturierter Daten bringt Informationen, die man mit dem nackten Auge nicht erkennen würde.“

Das Problem daran: 80 % des Datenwachstums in Unternehmen gehen mittlerweile auf das Konto unstrukturierter Informationen, die sich nicht direkt auswerten lassen, das haben die Forscher von IBM herausgefunden. Das Datendickicht erreicht dabei Dimensionen, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar waren. Ebay beispielsweise managt allein jeden Tag die Menge von 14 Petabyte (siehe Kasten), die auf den Servern des Unternehmens „umgewälzt“ werden. Dieses Datenvolumen allein entspricht etwa einem MP3-Musikstück mit der Länge von mehr als hundert Jahren.

Außerdem müssen sich viele Unternehmen noch mit zusätzlichen weiteren Datenlieferanten auseinandersetzen, warnt Darryl McDonald, Leiter Business Development von Teradata, und spricht bereits von einem „Daten-Tsunami“ durch RFID-Chips, Sensoren oder mobile Geräte. Für Unternehmen stellt sich deshalb die Frage, wie sich diese unglaublich großen Volumina dauerhaft beherrschbar machen lassen.

Die Antwort ist, die Daten gemäß ihrer Güte und Wichtigkeit zu beurteilen: „Unser Ansatz des Multi-Temperature-Storage ist, die Daten gemäß ihrer Relevanz nach ,cold‘, ,warm‘ oder ,hot‘ zu klassifizieren und sie anschließend auf unterschiedliche Speichermedien zu verteilen“, erklärt Hermann Woestefeld, Director Architecture Consulting bei Teradata. Soll heißen: Vor allem durch moderne Cloud-basierte Speicher ist es Unternehmen möglich, auch das milliardste Teilchen an Information nicht löschen zu müssen, sondern irgendwo ablegen und bei Bedarf auch analysieren zu können – je nach Relevanz sehr flott oder eben mit etwas Aufwand.

Trotz fortlaufend sinkender Preise für Speicher ist der Aufwand, den Unternehmen dafür betreiben müssen, massiv: Serversysteme müssen mitunter erneuert, die Investitionen in Data-Warehouse-Systeme vorangetrieben werden. Dass sich dieser Aufwand lohnt, sei nicht von der Hand zu weisen, betont McDonald. Er berichtet von der neuen iPhone-App der Hotelkette Intercontinental. Mit ihr können die Kunden Reservierung und Buchung vornehmen. Dadurch erlöst das US-Unternehmen mittlerweile 2,5 Mio. $ monatlich, 400 % mehr als vergangenes Jahr ohne den massiven Strom an Daten aus der mobilen Welt.

Oder die Berliner Wasserbetriebe: Hier wurden mit IBM-Unterstützung sämtliche Bauakten sowie die Anlagen-, Betriebs- und Bestandsdokumentation digitalisiert und über das Intranet allen berechtigten Personen zur Verfügung gestellt. Ein gigantischer Datenberg, der aber offensichtlich absolut sinnvoll ist.

  SVEN HANSEL

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